Frische Gesichter für das Romantik-Museum – Ernst von Siemens Kunststiftung ermöglicht Restaurierung von 7 Werken

2 Nov
2019

Frankfurt am Main – Mit der Eröffnung des Deutschen Romantik-Museums erhält auch die Gemäldegalerie des Freien Deutschen Hochstifts neue Räume.

Johann Heinrich Tischbein d. Ä. „Friederike Elisabeth und Wilhelmine Oeser“, 1776, Öl auf Leinwand, Zustand nach der Restaurierung; © Freies Deutsches Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum • Foto: David Hall

Die mit dem Umzug einhergehende Neuhängung ist Anlass genug, die Werke aus dem Depot zu holen, die bislang nicht präsentiert werden konnten. Sieben besondere Porträts werden künftig die Ausstellung ergänzen. Es ist eine illustre Versammlung klassischer und romantischer Köpfe in Öl auf Leinwand, als Pastell oder als Miniatur.

Die Bilder wurden im 18. und 19. Jahrhundert von so unterschiedlichen Künstlern und Künstlerinnen wie etwa Johann Heinrich Tischbein, Eugen Weber oder Louise Seidler geschaffen. Besucher erwartet der wache Blick eines weit gereisten romantischen Dichters, eines Malers in Miniaturformat, eines Arztes mit neuartigen Heil-Methoden, eines jungen Mädchens und einer Braut, gemalt von einer Künstlerin mit nazarenischem Hintergrund, einer adeligen Dame mit literarischem und von zwei Schwestern mit musischen Ambitionen.

Gemeinsam ist den Bildern nicht nur das Motiv des Porträts und das unbeachtete Dahinschlummern im Depot des Freien Deutschen Hochstiftes, sondern auch ihr vormals desolater Zustand. Sie alle bedurften aufwändiger Restaurierungen und fachkundiger Reinigung, um sie in dem neuen Museum zeigen zu können. Die unterschiedlichen Techniken erforderten dabei die speziellen Kenntnisse einer Gemälde- und einer Graphikrestauratorin sowie einer Restauratorin mit dem Spezialgebiet Pastelle.

Die Leiterin der Kunstsammlungen, Dr. Mareike Hennig, präsentiert die frisch restaurierten Werke bei einem Pressegespräch • Foto: Bernd Heier

Ermöglicht wurde diese umfassende Sanierungsmaßnahme durch die Ernst von Siemens Kunststiftung, die sich im Rahmen der Initiative KUNST AUF LAGER für Sammlungsbestände in den Depots der Museen einsetzt. Jenseits der Förderung großer, publikumswirksamer Ausstellungen und Ankäufe unterstützt dieses Programm die oft unsichtbaren, dennoch elementaren Arbeiten der Kunstinstitute. Die verdienstvolle Initiative nimmt sich des Aus- und Umbaus von Depoträumen an, der Verbesserung von Lagerung oder eben der Restaurierung von Werken, die aufgrund ihres Zustandes nicht mehr ausgestellt werden können. Dies bedeutet eine echte Hilfe bei der Erfüllung der grundsätzlichen Verantwortung, die Museen und Archive für ihre Bestände haben.

Eugen Weber „Gerhard von Kügelgen“, nach 1802, Ölmalerei, Zustand vor der Restaurierung; © Freies Deutsches Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum – Foto: Maike Behrends

„Die Restaurierung der sieben Porträts steht exemplarisch für das Anliegen des Bündnisses KUNST AUF LAGER. Bedeutende, aber durch ihren Zustand nicht ausstellbare Kunstwerke werden gesichert und wieder zu wichtigen Exponaten. Restaurierungen eigener Bestände sind oft wichtiger als ein Neuankauf und ergänzen hier die gelungene Neupräsentation“, freut sich Dr. Martin Hoernes, Generalsekretär der Ernst von Siemens Kunststiftung.

Dr. Mareike Hennig, Leiterin der Kunstsammlungen des Freien Deutschen Hochstifts, ergänzt: „Für das Freie Deutsche Hochstift machte diese Förderung es möglich, halb vergessene Schätze wieder in die Ausstellung integrieren zu können. Schon sieben Bildnisse – das merkt man schnell – haben die Möglichkeit, Perspektiven zu verändern, Schwerpunkte zu verlagern und Geschichten neu zu erzählen.“

Weitere Informationen unter:  www.deutsches-romantik-museum.de  und  www.goethehaus-frankfurt.de

Bernd Heier

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