Jeden Tag aufs Neue: Ein ganz persönlicher Wettlauf! – Mit der POST in luftige Höhen der Frankfurter Skyline

29 Aug
2019

Gipfeltreffen der besonderen Art: Die beiden Frankfurter Hochhaus-Zusteller Erol Yilmaz (in roter Weste) und Zbigniew Rozycki sorgen dafür, dass es in den Wolkenkratzern der Mainmetropole postalisch rund läuft. Vom Dach des Trianon-Hochhauses haben sie sich ihr Revier mal von oben angeschaut • Bild: deutsche post dhl group/bernd georg

Frankfurt am Main – Am 03. September ist der „Tag des Wolkenkratzers“ – er geht zurück auf den Geburtstag des Architekten Louis Sullivan, einen der Väter der Hochhausarchitektur.

Ganz oben wird die Luft dünn. Sehr dünn. Aber davon lassen sich Erol Yilmaz und Zbigniew Rozycki nicht abschrecken. Im Gegenteil: Jeden Tag aufs Neue stellen sich die beiden Best Ager der Herausforderung und starten zu ihrem ganz persönlichen Wettlauf bis ganz nach oben.

Es ist ein immerwährender Kampf mit großen Mengen und ein Rennen gegen die Uhr. Und es ist ganz genau ihr Ding! Ein harter Job, das ist wahr. Aber einer muss ihn ja machen. Die zwei Männer arbeiten als Zusteller bei der Deutschen Post und sorgen dafür, dass es in den Frankfurter Wolkenkratzern postalisch rund läuft. Während Erol Yilmaz für das ‚Grobe‘ zuständig ist und schon mal 30-Kilo-Pakete bis ganz hinauf in die obersten Stockwerke wuchtet, hat sich sein Kollege Zbigniew Rozycki mehr auf das Filigrane spezialisiert. Oder in Post-Sprech: Der eine ist „Paketler“, der andere „macht Brief“.

„Spielfeld Opernturm“

Privat ist Erol Yilmaz ein geerdeter Typ: Torwart und Schiri beim SV Sachsenhausen. „Wir spielen A-Klasse, aber von montags bis samstags ist der Opernturm mein Spielfeld“, erzählt der 48-jährige Vollblutpostler und lacht. Und das tut er meistens, denn „mein Job macht mir Spaß. Ganz egal, ob ich 200 oder 300 Pakete habe“, beteuert er. Wenn er mit seinem Posttransporter die Zustellbasis in Rödelheim verlässt, dann hat er durchschnittlich 220 Paketsendungen im Laderaum. „An der Welle“ und „Bockenheimer Landstraße“ (im Westend) lauten wichtige Straßen seines Zustellreviers. „Aber das Highlight ist natürlich der Opernturm“, schwärmt Yilmaz, der bereits seit fast 30 Jahren für das Unternehmen mit dem Posthorn arbeitet. Etwa 50 Pakete und Päckchen liefert der Frankfurter mit türkischen Wurzeln dort täglich ab.

In der Weihnachtszeit sind es locker dreimal so viele Sendungen, die er dann im Turm mit eigener Postleitzahl (60306) verteilt. Und es hat noch einen ganz bestimmten Grund, warum sich der Mann in der gelb-roten Dienstkleidung besonders auf den Opernturm freut: „Bis hinauf zum 41. Obergeschoss habe ich auf jeder Etage freundliche Damen. Da macht die Arbeit doppelt Freude, ist doch klar“, strahlt er. Auf Nachfrage fällt ihm nur ein einziges Manko ein: „Wir haben dort nur einen Lastenaufzug. Das macht die Sache bisweilen schwierig und kostet viel Zeit“. Aber auch dafür hat sich Yilmaz etwas einfallen lassen: „Gutes Timing ist wichtig. Ich komme meistens in der Mittagspause, dann ist der Aufzug weniger ausgelastet und es geht schneller“, sagt er.

„Langholz im Messeturm“

Vom Thema „Nadelöhr Lastenaufzug“ kann auch sein Kollege Zbigniew Rozycki Geschichten erzählen. Obwohl er in einem „seiner“ Hochhäuser sogar zwei Lastenaufzüge nutzen kann, hat er für die Zustellung eines einzigen Briefes in die 60. Etage schon mal „15 bis 20 Minuten“ benötigt. Das ist rekordverdächtig und so bestimmt in keiner Bemessung drin. Nicht nur deshalb ist die Versorgung der Hochhäuser für ihn immer wieder eine Herausforderung. Doch der Postprofi mit polnischen Wurzeln kennt das Postgeschäft aus dem Effeff, arbeitet seit 1991 bei der Deutschen Post und betreut seit Jahrzehnten gleich mehrere Frankfurter Hochhäuser. „Ich wohne hier in Frankfurt und habe die Türme wachsen sehen. Zu meinen Kunden gehören der Messeturm, der PWC-Tower und auch Kastor und Pollux, die nicht gerade klein sind. Die Hochhäuser am Platz der Deutschen Einheit mit gerade mal 30 Stockwerken fallen da fast schon nicht mehr unter die Rubrik Hochhaus“, schmunzelt  Rozycki.

Aber in keinem Job der Welt geht es immer nur aufwärts. Auch beim Hochhaus-Zusteller nicht. Das weiß der Mann in der blau-gelben Postjacke nur zu gut. Zu den „Basics“ in seinem Metier gehört beispielsweise die tägliche Bestückung der Postfachanlage in den Niederungen des Frankfurter Messeturms. Rund 80 Fächer, die er allesamt auswendig kennt, füllt er jeden Tag zielsicher mit Post. „Das sind locker 2.000 bis 2.400 Kurze und 800 bis 1.000 Langholz. Dazu kommen noch etwa 40 bis 50 BüWas täglich“, sagt der Mann mit dem Kurzhaarschnitt.

Übersetzt heißen die „Kurzen“ gewöhnliche Briefsendungen und mit „Langholz“ sind die großformatigen Briefe gemeint. Das Kürzel „BüWa“ steht in der Postterminologie für Bücher- und Warensendungen. Viel Arbeit in engen Deadlines  – aber er hat es bald geschafft. „Noch ein Jahr, dann ist Schluss“, sagt der 65-jährige. Dann bleibt mehr Zeit für sein Hobby: Fahrradfahren: „Und für die sieben Enkelkinder – alles Jungs, da ist immer was los“, lacht Zbigniew Rozycki. – Morgen in aller Früh um 06:00 Uhr geht es wieder los – wieder hinauf nach ganz oben – in eines „seiner“ Hochhäuser in „seiner“ Stadt.  –  www.dp-dhl.de

dp/gw

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