TRADITION: Dithmarschen feiert den KOHL: „Zitrone des Nordens“ – gesund / preiswert / kalorienbewusst!

13 Aug
2019

Kohlregentinnen Dithmarscher Kohltage • Bild: Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein GmbH

Dithmarschen – Wer im September über die Weiten der saftigen Marsch blickt, taucht ein in ein Meer voll praller Kohlköpfe. Im größten zusammenhängenden Kohlanbaugebiet Europas wachsen unter optimalen Wetterbedingungen und auf fruchtbaren Böden vielfältige Kohlarten.

Auf einer Fläche von über 3.000 Hektar werden über den für die Region typischen Weißkohl hinaus auch Rotkohl, Rosenkohl, Wirsing, Spitzkohl, Brokkoli und viele weitere Kohlsorten angebaut. Jedes Jahr ernten die Dithmarscher Kohlbauern gut 80 Millionen Kohlköpfe – quasi für jeden Bundesbürger einen!

Gut die Hälfte der geernteten Kohlköpfe, rund 120.000 Tonnen, lagern die Landwirte als Vorrat für die kalte Jahreshälfte ein. Der Großteil der Weißkohlernte wird weiterverarbeitet, beispielsweise zu Sauerkraut. Nur ein kleiner Anteil gelangt als Frischgemüse auf Wochenmärkte und in Einkaufsläden, um in den Küchen zu Kohlsuppe, Kohleintopf oder leckeren Kohlrouladen verarbeitet zu werden. Beim Genuss wird der Körper mit reichlich Vitaminen und Mineralien versorgt. Bestimmte sekundäre Pflanzenstoffe, Ballaststoffe und andere Substanzen sollen sogar das Risiko für verschiedene Krebsarten senken.

Das wertvolle Wintergemüse kann zudem helfen, den Cholesterin- und Blutzuckerspiegel positiv zu beeinflussen und auf natürliche Weise für eine gute Verdauung zu sorgen. In der Naturheilkunde wird das Gemüse für seine antioxidative und entzündungshemmende Wirkung geschätzt und beispielsweise als Krautwickel oder Krautsalbe verwendet. Wegen seines hohen Mineralstoff- und Vitamingehalts bezeichnet man Kohl zudem auch als „Zitrone des Nordens“. Unangefochtener Spitzenreiter beim Vitamin C-Gehalt ist übrigens der Rosenkohl.

Der gute Ruf und gute Geschmack des Dithmarscher Kohls haben sich europaweit durchgesetzt. 2014 wurde das vitamin- und mineralstoffreiche Gemüse ins europäische Qualitätsregister eingetragen und genießt seither EU-Herkunftsschutz. Dass Kohl zum Markenzeichen für die Region werden konnte, ist vor allem dem Wesselburener Gärtner Eduard Lass zu verdanken. Er revolutionierte und erforschte Ende des 19. Jahrhunderts den Gemüseanbau in Dithmarschen. Durch die optimalen Bodenbedingungen und den ständigen leichten Wind, der als natürlicher Schädlingsbekämpfer agiert, konnte der Kohl prächtig heranwachsen und schon bald gewinnbringend angebaut und recht bald zu einem der wichtigsten Zweige der Dithmarscher Landwirtschaft werden.

Durch den Kohl erlebte Dithmarschen eine neue Blütezeit und viel Geld floss in die Region. In der alten Wesselburener Zuckerrübenfabrik entstand eine moderne Sauerkraut-Konserven-Fabrik. Von hier aus gelangte der Kohl nach ganz Europa. Heute befindet sich auf dem historischen Gelände das „KOHLosseum“ in dem eine einmalige Ausstellung über den Anbau und die Verarbeitung des gesunden Gemüses gezeigt wird. Hierzu gehört auch ein Bauernmarkt mit Delikatessen aus der Region und die Krautwerkstatt mit Live-Vorführungen.

Wenn im September der erste Kohl geerntet wird, zieht es zahlreiche Besucher zu den Dithmarscher Kohltagen. Das kultige Ernte-Event findet dieses Jahr bereits zum 33. Mal statt. Viele Veranstaltungen verwandeln das Nordseeland Dithmarschen eine Woche lang in ein riesiges Volksfest. Der Startschuss fällt am 17. September beim offiziellen Kohlanschnitt von Kreispräsidentin Ute Borwieck-Dethlefs auf dem Hof von Jan-Henning Ufen im idyllischen Karolinenkoog. Auch der Präsident des Schleswig-Holsteinischen Landtages, Klaus Schlie, lässt sich dieses Ereignis nicht entgehen. – Und dann gibt es noch die Kohlregentinnen Bente I. und Hepke I. – sie werben sowohl vor Ort als auch überregional für Dithmarschen, beispielsweise auf der Grünen Woche in Berlin.

Das umfangreiche Programm der „Dithmarscher Kohltage“ vom 17. bis 22. September 2019 gibt es unter: www.dithmarscher-kohltage.de

-/gw

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