Begegnungen mit Elchen, Katzen und Hühnern – GRANDIOSE SCHAU zu Hans Traxlers Neunzigstem im „Caricatura Museum Frankfurt“

17 Jun
2019

Porträtfoto des junggeblieben Jubilars • Foto: B. Frenz

Frankfurt am Main – Der auch international bekannte Karikaturist Hans Traxler feierte am 21. Mai 2019 seinen 90. Geburtstag. Das „Caricatura Museum Frankfurt – Museum für Komische Kunst“ gratuliert nun dem – einem seiner „Hausgötter“ – verehrten Künstler mit einer großen Werkschau.

Es sei, wie Leiter Achim Frenz begeistert betont, „die schönste Schau im schönsten Museum der Welt“. Im Laufe von mehr als sieben Dekaden schöpferischer Tätigkeit hat der Zeichner, Maler, Cartoonist, famose Illustrator, Autor und Bildergeschichten-Erzähler ein großes Spektrum künstlerischer Felder durchmessen und dabei ein einzigartiges Farb-, Form- und Erzählrepertoire entwickelt.

Die Ausstellung „Hans Traxler: Zum Neunzigsten“ zeigt das zeichnerische, malerische und schriftstellerische Werk in seiner ganzen Vielfalt und deckt dabei alle Schaffensphasen des Künstlers ab. Präsentiert werden neben seinenHighlights und Klassikern auch seine fünf brandneuen Werke von Ende 2018 und Anfang 2019, die noch nicht öffentlich gezeigt worden sind. Und der vitale Kreative will weiter arbeiten: Denn „ich wüsste nicht, was ich sonst mit meiner Zeit anfangen sollte“.

Hans Traxler, 1929 im böhmischen Herrlich geboren, lebt seit 1951 in Frankfurt am Main. Laut Oliver Maria Schmitt, Biograph der „Neuen Frankfurter Schule“, gilt er als der „bildmächtigste“ Zeichner der Gruppe und einer der breitenwirksamsten Satiriker, die Deutschland je hervorgebracht hat. „Mit Helligkeit, Schnelligkeit, respektlosem Witz und handwerklicher Könnerschaft eröffneten diese der Komik in Deutschland neue Wege zu Nonsens und Satire“, betont Achim Frenz.

Das „Markenzeichen“ des Museums für Komische Kunst • Foto: Bernd Heier

Traxler hat die Satiremagazine „Pardon“ und Titanicmit begründet und er hat F.W. Bernsteins berühmtesten Zweizeiler: „Die schärfsten Kritiker der Elche / waren früher selber welche!“ ins Bild gesetzt. Seine Bronzeskulptur vor dem Eingang des Museums für Komische Kunst begrüßt die Besucherinnen und Besucher. Zusammen mit Pit Knorr zeichnet er auch dafür verantwortlich, dass Helmut Kohl in den frühen Jahren seiner Regentschaft allgemein als „Birne“ bekannt war.

Unter den vielseitigen Kreativen der Neuen Frankfurter Schule ist Traxler gewiss der künstlerisch Versierteste – „ein Cartoonist der Weltklasse“, wie einst Robert Gernhardt schwärmte, aber auch ein Könner mit Feder und Pinsel, der gern auch in Öl und vor der Natur arbeitet, wie die Auswahl ernsthafter Landschaftsmalerei zeigt – eine Leidenschaft, die er bis heute pflegt. Der an der Städelschule, unter anderem bei Georg Meistermann, ausgebildete Künstler konnte, wie er selbst sagt, „schon immer sehr gut Porträts malen“, und bekam bei „Titanic“ stets diese Aufträge. Traxlers Kunst beruht auf seiner scharfen Beobachtungsgabe und der Fähigkeit, das Gesehene mit Witz, Ironie und eigener unverwechselbarer Handschrift umzusetzen.

Cartoon • Hans Traxler

Insgesamt hat er rund 50 Bücher verfasst. Mit der Wissenschaftsparodie „Die Wahrheit über Hänsel und Gretel“, die sogar verfilmt wurde, konnte er seinen ersten großen Bucherfolg erzielen. Er wurde vielfach ausgezeichnet, so erhielt er beispielsweise den Satirepreis „Göttinger Elch“, den Deutschen Karikaturenpreis für sein Lebenswerk, die Goetheplakette der Stadt Frankfurt, den Wilhelm-Busch-Preis, den Sondermann-Preis für Komische Kunst, der als „Oscar für Komische Kunst“gilt, und kürzlich den Friedrich-Stoltze-Preis.

Die umfassende, von Lea Willimann kuratierte ‚Schauer‘ freut die Gäste mit fast 350 Ausstellungsobjekten, darunter 250 Originalzeichnungen und 33 Ölgemälden und Aquarellen. Sie versammelt auch historische Titanic-Cover. Auf der Galerie sind Hans Traxlers gezeichnete Kindheitserinnerungen zu sehen, die im März 2019 in Buchform mit dem Titel „Mama, warum bin ich kein Huhn?“ erschienen sind und die Kindheit des Künstlers im Dritten Reich in 33 Kapiteln und 33 farbigen Illustrationen erzählen, ergänzt mit (Familien-)Fotografien aus der Zeit. Als mediale Extras zeigt das Caricatura ein aktuelles Interview und eine Reihe von animierten und von Traxler vorgelesenen Cartoons.

Die Ausstellung „Hans Traxler: Zum Neunzigsten“, die vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain unterstützt wird, bringt die Besucher des Caricatura Museums noch bis zum 22. September 2019 zum Lachen.  –  Weitere Informationen unter:  www.caricatura-museum.de

Bernd Heier

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