Herz? – Niere? – Lunge? – oder doch nichts? … Reihe „Verständliche Medizin“ greift Thema „Organspende“ auf

29 Mai
2019

Bild: Pixabay

Wiesbaden – Durch Politik und Presse hat das hochaktuelle Thema Organspende in den vergangenen Monaten viel Aufmerksamkeit erhalten.

Trotz der unbestrittenen, für viele Kranke überlebenswichtigen Bedeutung von Spenderorganen sind viel zu wenig Menschen in Besitz eines Organspendeausweises“.

Die Gründe dafür sind vielfältig: Von der Scheu oder Motivation darüber nachzudenken bis hin zur Ablehnung. Das so heiß diskutierte und heftig umstrittene Thema Organspende greift die nächste Veranstaltung der Reihe Verständlichen Medizin im Wiesbadener Rathaus am Mittwoch, 05. Juni 2019, auf.

Von 17:30 bis 19:30 Uhr berichten Ärzte und Transplantationserfahrene über alles Wissenswerte – vom Ausfüllen des Organspendeausweises über die Abläufe im Krankenhaus – und bis hin zum Leben mit einem gespendeten Organ. Bei der Podiumsdiskussion werden auch zwei Betroffene von ihren Erfahrungen berichten.

Herz? Niere? Lunge? oder Haut? Alles was möglich ist? Oder doch nichts? Diese Gedanken muss sich zwangsläufig jeder beim Ausfüllen eines Organspendeausweises machen – unabhängig davon, ob sich die Gesetzeslage in Zukunft ändern wird. In dem Ausweis, der stets mitgeführt werden sollte, kann nicht nur genau definiert werden, welche Organe entnommen werden dürfen; auch gibt es zusätzlich die Möglichkeit, die Organspende vollständig abzulehnen. Angehörigen wird damit eine große Last von den Schultern genommen, denn in einem Moment des Schocks und des Verlustes mit solch ungeklärten Fragen konfrontiert zu werden, ist nicht einfach.

Auch kann das Fachpersonal in den Kliniken nach Feststellung eines definitiven Hirntodes zielgerichteter handeln, wenn der Wunsch des Verstorbenen vorliegt. Aus diesem Grunde begrüßt Wiesbadens Bürgermeister Dr. Oliver Franz, dass dieses wichtige Thema von Fachleuten und Betroffenen für und mit Bürgerinnen und Bürgern diskutiert wird. Auch die komplexe Situation von Menschen, deren Leben durch eine Organspende gerettet wurde, wird beleuchtet:

Vor einer Transplantation entsteht meist ein Gefühlschaos von Freude über eine Spende bis hin zu der Angst, dass der Körper das Organ abstößt und tiefer Dankbarkeit gegenüber dem – häufig verstorbenen – Spender. Das Leben mit dem neuen Organ muss erst gelernt werden, ist begleitet von einer lebenslangen Medikamenteneinnahme und vielen Arztbesuchen. Dennoch ist es meist die einzige Chance, auf eine deutliche Lebensverlängerung und die Rückkehr zu einem fast normalen Alltag.

„Dies alles beschäftigt die Menschen zusätzlich zu den medizinischen Fragen. Dem möchte die ,Verständliche Medizin‘ mit dieser Veranstaltung Rechnung tragen“, betont Gesundheitsamtsleiterin Dr. Kaschlin Butt. – Im Vorfeld der „Verständlichen Medizin“ wird das Gesundheitsamt die Kampagne „Herz zu verschenken“ fortsetzen. Über 7.000 Organspendeausweise werden in Cafés, Bars und Restaurants verteilt und in der Innenstadt an Passanten ausgegeben. – Weitere Informationen unter:  www.wiesbaden.de/gesundheit

Bernd Heier

Bitte besuchen und liken Sie auch unseren Facebook-account

Ihre Meinung ist uns wichtig

oben