Gibt es schon bald verheiratete Priester in Deutschland – und auch in anderen Ländern? – Deutliche Mehrheit der Bischöfe ist dafür!

27 Mai
2019

Papst Franziskus bei der Kindersegnung • Bild: Pixabay

Münster „Die überdeutliche Mehrheit der deutschen Bischöfe hat sich in der Richtung positioniert“: Kirchenrechtler Thomas Schüller ist fest davon überzeugt, dass es in der katholischen Kirche schon bald verheiratete Priester in Deutschland geben wird – und auch in anderen Ländern.

Zunächst werde die Amazonas-Synode im Herbst im Vatikan wegen des Mangels an Geistlichen in Lateinamerika „auf jeden Fall“ für in Ehe und Familie erfahrene Männer („viri probati“) als Priester votieren, sagte Schüller der Bistumszeitung „Kirche und Leben“ (Sonntag): „Das wird die Bischofskonferenzen und die Regionen der Weltkirche, die ebenso vom Priestermangel betroffen sind, ermutigen, einen ähnlich gelagerten Antrag zu stellen – unter großer Wertschätzung für den freiwillig gelebten Zölibat.“ – Er sei sich ziemlich sicher, dass es auch in Deutschland solche verheirateten Priester geben werde, sagte Schüller: “ … Warum sollten sie also nicht einen entsprechenden Antrag in Rom stellen? – er würde sicherlich wohlwollend geprüft.“

Der Kirchenrechtler äußerte sich vor einer Fachtagung in Münster, die sich mit der „Lehrkompetenz der Bischofskonferenz“ befasst. Zu den Referenten gehören der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck, der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, und Generalvikar Klaus Winterkamp aus Münster. … Papst Franziskus habe mehrfach betont, die Bischofskonferenz aufzuwerten und ihr stärker Kompetenzen zuzuweisen, sagte der Theologe. „Das steht konträr zu Entwicklungen der Pontifikate von Papst Johannes Paul II. und Benedikt XVI., die alles getan haben, um die Bischofskonferenz kleinzuhalten.“

Missbrauch: Papst habe „richtig gutes Gesetz“ erlassen

Bei einem Symposium lobte Schüller zudem die verschärften Kirchenrechtsnormen für den Kampf gegen sexuellen Missbrauch. Das entsprechende Papstschreiben „Vos estis lux mundi“ (Ihr seid das Licht der Welt) sei „ein deutlicher Fortschritt und ein richtig gutes Gesetz.“ Franziskus habe mit dem Anfang Mai veröffentlichten Schreiben „für rechtlich erfreuliche Konkretionen“ gesorgt und – wie schon mehrfach zuvor – „kraftvoll und energisch seinen Jurisdiktionsprimat ausgeschöpft“, so Schüller. So habe er den neuen Straftatbestand „Vertuschung“ und eine weltweite Anzeige- beziehungsweise Meldepflicht bei Missbrauchstaten eingeführt.

Für „absolut tabu“ erklärte er aber das Beichtgeheimnis: „Dabei muss es auch bleiben, denn sonst verraten wir das Sakrament“, so Schüller. Wenn ein Beichtvater feststelle, dass ein Gefahrenpotenzial für Leib und Leben von Kindern bestehe, müsse er den Beichtenden dringend dazu auffordern, sich zu den entsprechenden staatlichen Stellen zu begeben. Ansonsten könne er ihn darum bitten, das Erzählte außerhalb der Beichte zu wiederholen. – (tmg/KNA)

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-/gw

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