HEILBÄDER und KURORTE fordern umfassenden Schutz der „Natürlichen Heilmittel“

21 Mai
2019

Wiesbaden / Bad Sooden-Allendorf Planungen des SuedLink gefährden die Existenz des Heilbades Bad Sooden-Allendorf. Mit großer Sorge beobachten die Heilbäder und Kurorte in Hessen die Planungen für den SuedLink im Bereich von Bad Sooden-Allendorf.

Die Stromtrasse soll elektrische Energie vom Norden in den Süden bringen und trifft auf das nordhessische Heilbad und die Landschaftsräume in direkter Nähe. Dabei führt der Streckenlauf durch das fragile Werra-Meißner-Vorland und durchquert bis zu zwölfmal die Werra selbst. Damit sind die Heilquellen von Bad Sooden-Allendorf einer sehr hohen Gefahr ausgesetzt. Im schlimmsten Fall könnten sie versiegen und das wiederum würde bedeuten, dass das Heilbad seine Existenzgrundlage verliert.

„Die Heilbäder und Kurorte in Hessen fordern den umfassenden Schutz der Natürlichen Heilmittel“, unterstreicht der Vorsitzende des Hessischen Heilbäderverbandes, Bürgermeister Michael Köhler, die Informationsinitiative: „Die (staatlich anerkannten) Heilquellen besitzen allein schon wegen ihrer Standortgebundenheit eine hohe Schutzbedürftigkeit. Die therapeutische Nutzung und ortsgebundene Anwendung der Heilquellen bilden die Existenzgrundlage der Heilbäder und Kurorte. Deshalb wird der Hessische Heilbäderverband gemeinsam mit dem Hessischen Tourismusverband in den nächsten Tagen eine offizielle Einwendung gegen den SuedLink bei der zuständigen Stelle einreichen.

Bad Sooden-Allendorfs Bürgermeister Frank Hix ergänzt: „Die Heilquellen sind unser Lebenselixier. Seit Jahrhunderten lebt die Stadt von der Sole, die hier an die Oberfläche sprudelt. Heute sind sie Grundlage für das Prädikat und sichern den Heilbadstatus. Mit dieser Qualität und den hochwertigen medizinischen Angeboten erzielen wir rund 420.000 Übernachtungen im Jahr. Das bringt uns Wirtschaftskraft, sorgt für eine belebte Innenstadt und hilft uns – gerade in Zeiten des Fachkräftemangels – die Bürgerinnen und Bürger mit unserem Ort zu verbinden und zu halten. Dies hat wiederum positive Auswirkungen auf unsere weitere Infrastruktur, wie Kindergärten, Schulen oder Alterswohnheime.“

Der Vorsitzende des Hessischen Heilbäderverbandes Michael Köhler und Bürgermeister Frank Hix sind sich sicher: „Sollten die Heilquellen versiegen, erleidet Bad Sooden-Allendorf einen schweren Schaden. Denn damit würde ein Schrumpfungsprozess in Gang gesetzt, der die Existenzgrundlage der Kurstadt einschließlich seiner gesamten Infrastruktur zu vernichten droht.“

Wirtschaftsfaktor Kur & Tourismus

Die wirtschaftliche Dimension der Heilbäder und Kurorte in Hessen zeigt die Geschäftsführerin des Hessischen Heilbäderverbandes, Almut Boller, auf und legt dabei ein besonderes Augenmerk auf die Menschen. Denn 40.000 nicht exportierbare Arbeitsplätze entstehen allein durch Kur & Tourismus in den 30 Heilbädern und Kurorten in Hessen. Hinzu kommen mehrere 10.000 tourismusindizierte Beschäftigte im Gastgewerbe und im Einzelhandel. Sie sorgen unter anderem dafür, dass 10 Millionen Übernachtungen in Hessen jährlich entstehen und sich 31 Millionen Tagesreisende in den Gesundheitszentren wohlfühlen. Mit ihren Aktivitäten lösen die Hessischen Heilbäder und Kurorte 2,2 Mrd. Bruttoumsatz aus, davon sind allein 205 Millionen Euro Einnahmen aus Mehrwert- und Einkommenssteuer.  –  www.hessische-heilbaeder.de

Hess. Heilbäderverband/-gw

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