Glanz einer „Weltkurstadt“ – Wiesbaden feiert „Jugendstiljahr 2019/20“ – Höhepunkt: Präsentation einzigartiger Kollektion F.W. Neess

19 Mai
2019

Mit diesem Logo wirbt Wiesbaden für das Jugendstiljahr • Bild: Landeshauptstadt Wiesbaden

Wiesbaden – Die Landeshauptstadt trägt den Ruf einer „Stadt des Historismus“ und wird weniger mit der Kunstrichtung des Jugendstils in Verbindung gebracht. Das wird sich in den nächsten Monaten ändern.

Der Wiesbadener Unternehmer Ferdinand Wolfgang Neess (*1929) hat dem Hessischen Landesmuseum für Kunst und Natur seine einzigartige Kollektion geschenkt. Sie zählt zu den bedeutendsten Privatsammlungen des Jugendstils und des Symbolismus in Europa. Die hochkarätige Sammlung mit über 700 Objekten bildet einen Querschnitt durch alle Gattungen des Jugendstils und ist ab 29. Juni 2019 nach aufwendigen Umbauarbeiten im Museum Wiesbaden zu bewundern.

Anlässlich der Eröffnung der Jugendstil- und Symbolismus-Sammlung F.W. Neess feiert die Stadt das Jugendstiljahr Wiesbaden 2019/2020 mit einem gattungsübergreifenden Veranstaltungsprogramm ganz im Zeitgeist der revolutionären Kunstströmung: Theateraufführungen, Konzerte, Opern, eine Filmreihe, Ausstellungen, Seminare und Workshops, Stadtführungen, Vorträge und Lesungen bieten bis Juli 2020 Einblicke in die vom Aufbruch geprägte Zeit des Fin de Siècle mit der enormen künstlerischen Vielfalt.

Über das umfangreiche Jugendstil-Programm informierten (v.li.): Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer Kulturfonds Frankfurt RheinMain, Dr. Peter Forster, Kustos des  Landesmuseums, Axel Imholz, Wiesbadens Kulturdezernent, und Kulturamtsleiter Jörg-Uwe Funk – Foto: Bernd Heier

Der Jugendstil ist ein internationales Phänomen des ausgehenden 19. Jahrhunderts und formte sich als Antwort auf die Industrialisierung und den Historismus in Europa. Angefangen mit der britischen ‚Arts and Crafts‘-Bewegung suchten Künstlerinnen und Künstler in ganz Europa und darüber hinaus nach einem Stil der eigenen Zeit mit eigenem Charakter und definierten Gegenstände des Alltags neu. Viele von ihnen, darunter Émile Gallé oder Alphonse Mucha, fanden Inspiration in der Natur und verbanden ihre Kunst mit geschwungenen Linien oder floralen Ornamenten. Aber auch düstere, symbolistische Motive nahmen Einfluss auf die Kunst und Kultur des Fin de Siécle.

Wiesbaden blühte im Glanz einer „Weltkurstadt“, als die Künstler des Art Nouveau und des Jugendstils mit neuen und verspielten Formen, Motiven, Klängen und Tänzen den Aufbruch in ein neues Jahrhundert wagten. Knapp 100 Jahre später greifen über 20 Wiesbadener Institutionen zur Feier der öffentlichen Präsentation der Neess’chen Jugendstilsammlung die Idee dieser fast zwei Jahrzehnte anhaltenden internationalen Kunstströmung auf.

Das Hessische Staatstheater Wiesbaden eröffnet den vielfältigen Veranstaltungsreigen mit dem Konzert „WIR 8“ am 26. Mai 2019. Ebenfalls ab 26. Mai wird in der Kunstarche Wiesbaden die Schau mit Arbeiten des Jugendstilkünstlers Hans Christiansen eröffnet. Beteiligt an dem abwechslungsreichen Programm sind u.a. die CaligariFilmBühne und das Murnau-Filmtheater, das Freie Theater Wiesbaden sowie Henkell Freixenet, die Kammerspiele Wiesbaden und das Literaturhaus Villa Clementine.

Der Kulturfonds Frankfurt RheinMain fördert das Programm mit 50.000 Euro und das Kulturamt der Landeshauptstadt stellt 60.000 Euro dafür bereit. – Weitere Informationen und Termine unter:  www.jugendstiljahr.de  und:  www.museum-wiesbaden.de

hbh

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