Mit pflanzlichen Arzneien hat es begonnen … 100-jähriges Jubiläum „Drogerie und Parfümerie Kobberger“ in dritter Generation

9 Mai
2019

V.li.: Sibylle Nicolai, Klaus Kobberger, Sabine Börchers, Catharina Schminke (Buchdruck C. Adelmann GmbH) – Foto: Gertrud E. Warnecke

Frankfurt am Main – Seit nunmehr 100 Jahren berät und erfüllt das Familienunternehmen bereits in 3. Generation mit einem qualifizierten und serviceorientierten Team (22 Mitarbeiter) die Wünsche treuer Kunden – egal ob es um Pflege, dekorative Kosmetik oder Düfte geht.

In den neuen Räumen im „Palais Thurn und Taxis“ fühlt sich Inhaber Klaus Kobberger angekommen, nachdem er vor zwei Jahren als letztes inhabergeführtes Fachgeschäft die Zeil verlassen hatte. Das Familienunternehmen, das Gustav Kobberger, der Großvater, mit einer Drogerie an der Ecke Vilbeler/Seilerstraße eröffnete, blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück.

Drogerien waren damals die einzigen Anlaufstellen für das Geschäft mit der Schönheit, das hauptsächlich Seifen, Cremes und den Duft 4711 kannte. Zahnpulver, Schuhputzcreme und Weinbrand standen in der Auslage, aber auch Utensilien für die Fotografie und Benzin für die wenigen Automobile auf den Straßen.

Gegründet wurde das Unternehmen im Mai 1919. Bereits 1924 eröffnete Gustav Kobberger, der Quereinsteiger in der Branche war (gelernt hatte er in der Familienmetzgerei), an der Schillerstraße eine zweite Drogerie. Nur drei Jahre später expandierte er nach Niederrad, in eines der von Ernst May neu errichteten Wohnquartiere. Ein viertes Geschäft im neu errichteten Textor-Block in Sachsenhausen kam mitten in der Weltwirtschaftskrise hinzu. Neben Drogeriewaren verkaufte Kobberger damals bereits die bekannte Frankfurter Parfüm-Marke „Mouson Lavendel“, ebenso Klassiker wie Chanel No. 5.

Doch der aufstrebende Großvater hatte noch größere Pläne. 1934 zog er mit der Schillerstraßen-Drogerie in den exklusiven Zeilpalast nahe der Katharinenkirche und damit auf die zentrale Einkaufsmeile der Stadt. Weiteren Expansionswünschen schoben die Nationalsozialisten jedoch einen Riegel vor. Im Zuge der Bombenangriffe auf Frankfurt gingen die beiden letzten übriggebliebenen Filialen im Zeilpalast und an der Vilbeler Straße verloren, so dass dem Händler zum fünfundzwanzigjährigen Bestehen seines Unternehmens kein einziges Ladengeschäft geblieben war.

„Er hat es trotzdem geschafft, die Firma noch einmal aufzubauen. Das ist eine unglaubliche Leistung nach so einer brutalen Zäsur“, sagt Klaus Kobberger im Rückblick. Sein Vater, der ebenfalls Gustav hieß, war es, der bald nach dem Krieg die Filiale in Niederrad übernahm und in der Nähe eine weitere eröffnete, während der Seniorchef die anderen drei Betriebe führte. Als dieser mitten in der Wirtschaftswunderzeit plötzlich starb, trug der Junior die Verantwortung für alle fünf Drogerien.

Gemeinsam mit seiner Frau Inge richtete er sie immer stärker auf Parfümerie und Pflege aus – sie nimmt bis heute regen Anteil am Geschäft und eröffnete 1967 im ersten Stock auf der Zeil den ersten Juvena-Salon Deutschlands – ein Mekka für die auf Schönheit bedachten Damen der Frankfurter Gesellschaft. In den siebziger Jahren machten dem Unternehmen Preisbindung, neue Selbstbedienungsmärkte und das Entstehen großer Drogerieketten zu schaffen.

Heute sind noch die Geschäfte im Palais Thurn und Taxis und an der Textorstraße übrig. Klaus Kobberger übernahm die Leitung in den neunziger Jahren von seinem Vater Gustav und baute sie zu exklusiven Parfümerien aus. – „Wir müssen jeden Tag sauber und diszipliniert arbeiten, um die gleiche Qualität zu bieten. Und wir müssen das anbieten, was der Kunde will.“Da sei es unerheblich, „ob man 25 oder 100 Jahre am Markt ist“, betont Klaus Kobberger.

Über dieses bedeutende Jubiläum haben Sabine Börchers und Sibylle Nicolai ein sehr aufschlussreiches und interessantes Buch geschrieben: „Kobberger – 100 Jahre Drogerien & Parfümerien – Drei Generationen – ein Frankfurter Familienunternehmen“ (Druckerei C. Adelmann GmbH, Frankfurt am Main). –  www.kobberger.de

sb/gw

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