„Die größte Vergeudung unseres Lebens besteht in der LIEBE, die nicht gegeben wird“ …

8 Mai
2019

Elsa Brändström – Bild: George Grantham Bain Collection (Library of Congress), Elsa Brändström 01, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

… erkannte schon Elsa Brändström (* 26. März 1888 in Sankt Petersburg; † 04. März 1948 in Cambridge, Massachusetts), schwedische Philanthropin, die als „Engel von Sibirien“ bekannt und geehrt wurde, da sie sich besonders für deutsche und österreichische Kriegsgefangene in russischen Gefangenenlagern des Ersten Weltkrieges einsetzte.

Elsa Brändström erlebte den Beginn des Ersten Weltkrieges in St. Petersburg und meldete sich freiwillig als Krankenschwester bei der russischen Armee. 1915 reiste sie für das Schwedische Rote Kreuz nach Sibirien, um dort für deutsche Kriegsgefangene in russischem Gewahrsam eine medizinische Grundversorgung einzurichten.

Beim ersten Besuch mit ihrer Helferin Ethel von Heidenstam traf sie auf desolate Zustände in völlig überfüllten Baracken. Krankheiten führten zu einer Sterblichkeitsquote bis 80%. Brändström und Heidenstam setzten sich bei den russischen Behörden erfolgreich für eine bessere Betreuung der Kriegsgefangenen ein und organisierten Hilfe über das Deutsche, Schwedische und Österreichische Rote Kreuz – mit großem Erfolg: Im Lager Krasnojarsk sank die Sterblichkeit im Laufe der Zeit auf 18 %.

Nach einer Verhaftung in Omsk kehrte sie nach Schweden zurück und organisierte von dort aus Geldsammlungen für Kriegsgefangene. 1922 erschien ihr Buch „Unter Kriegsgefangenen in Russland und Sibirien 1914–1920“. Von nun an kümmerte sie sich im Arbeitssanatorium für ehemalige kriegsgefangene Deutsche in Bad Marienborn (Landkreis Bautzen) um deutsche Heimkehrer – und um Kinder von traumatisierten Kriegsgefangenen. Sie erwarb die Schreibermühle bei Lychen (Uckermark) und gründete dort ein Heim für Kinder.

Auf eigene Kosten unternahm sie 1923 eine sechsmonatige Vortragsreise in die USA, um 100.000 US-Dollar für ein Kinderheim zu sammeln, das sie noch im selben Jahr in Mittweida im Schloss Neusorge für 200 Kinder einrichtete und sieben Jahre lang betrieb.1925 folgte eine Vortragsreise durch Schweden. Sie war eine Mitbegründerin der Studienstiftung des deutschen Volkes. 1927 wurde ihr von der Universität Tübingen die Ehrendoktorwürde verliehen.

1929 reiste sie in die 1922 gegründete Sowjetunion, um Ansiedlungsmöglichkeiten für ehemalige Kriegsgefangene in Sibirien zu schaffen, musste das Vorhaben aber aufgeben, da private Initiativen im Sowjetsystem nicht gewollt waren. Noch im selben Jahr heiratete sie in Schmeckwitz-Marienborn den Pädagogik-Professor Robert Ulich, der 1933 eine Professur an der Harvard University annahm. In den USA kümmerte sich Elsa Brändström-Ulich um Flüchtlingshilfe für ankommende Deutsche und Österreicher. 1939 eröffnete sie den „Window-Shop“, ein Restaurant als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Flüchtlinge in Cambridge (Massachusetts), der 1948 zu ihren Ehren in „Elsa Brändstrom-Ulich Assistance Fund“ umbenannt wurde.

Gegen Kriegsende begann sie mit einer Hilfsaktion für notleidende Kinder in Deutschland, woraus die Organisationen CARE International (Cooperative for American Relief in Europe) und CRALOG (Council of Relief Agencies Licensed for Operation in Germany) entstanden. 1945 unternahm sie eine letzte Vortragsreise durch Europa für den Save the Children Fund. – Ihre letzte geplante Reise (nach Deutschland) konnte sie wegen ihrer Krankheit nicht mehr antreten. Elsa Brändström starb 1948 in Cambridge an Knochenkrebs. Ihre letzte Ruhestätte fand sie auf dem Nordfriedhof von Solna außerhalb von Stockholm.(Wikipedia)

gw

Bitte besuchen und liken Sie auch unseren Facebook-account

Ihre Meinung ist uns wichtig

oben