Weltbekannte japanische Künstlerin Chiharu Shiota mit „Gedankenlinien“ im „Museum Sinclair-Haus“, Bad Homburg vor der Höhe

5 Apr
2019

„Becoming Painting … “ – Foto: Gertrud E. Warnecke

Bad Homburg vor der Höhe „Chiharu Shiota – Gedankenlinien“ ist der Titel einer äußerst interessanten Ausstellung im „Museum Sinclair-Haus“ Bad Homburg.

Die japanische Künstlerin Chiharu Shiota ist spätestens seit der raumfüllenden Installation aus roten Wollfäden, verwoben mit alten Booten, die sie 2015 auf der Biennale in Venedig zeigte, weltweit bekannt. Mit ihrer Arbeit „The Key in the Hand“ bespielte sie dort den japanischen Pavillon.

Die in Berlin lebende Künstlerin erschafft mit unzähligen Fäden kleine oder sogar raumfüllende Netzinstallationen. Sie umspinnt damit Alltagsgegenstände, die für sie Ausdrucksträger menschlicher Handlungen sind und Vergessenes in Erinnerung rufen, wie das Stahlgerüst eines Klaviers, Boote oder auch Kleider.

Das Museum Sinclair-Haus  gibt mit der umfassenden und retrospektiven Einzelausstellung „Chiharu Shiota. Gedankenlinien“ ab sofort einen Einblick in das breite Spektrum des Schaffens der Künstlerin. „Der Faden verkörpert unterschiedliche Beziehungsstadien, indem er verknotet, verwickelt und gekappt wird“, sagt sie über ihr Werk. Die Fäden und ihre Verflochtenheit sind für Shiota zudem ein Zeichen für die Ausdehnung des Lebens über den Köper hinaus, wie in Schlaf und Traum, in Gedanken und Imagination – unsichtbare Verknüpfungen, die sie mit ihren Netzen sichtbar macht.

Neben den Installationen zeigt das Museum Sinclair-Haus auch Zeichnungen, Videos und Fotografien der Künstlerin, die zunächst Malerei in Kyoto studierte. In Berlin beendete sie ihr Kunststudium als Schülerin von Marina Abramović, die der jungen Künstlerin riet, mit verschiedensten Ausdrucksformen zu experimentieren. So begann sie Wasser, Feuer und Erde in ihren Werken zu verwenden.

Die in der Ausstellung gezeigte Arbeit „Try and Go Home“ dokumentiert eine Performance, in der sie Erde auf ihre Haut auftrug, sich in ein Erdloch legte und dort vier Tage lang fastete. Die Fragilität des Körpers und die Verunsicherung durch körperliche Erfahrungen spiegeln sich in dieser Arbeit wider.

Die Ausstellung im „Museum Sinclair-Haus“ in Bad Homburg gibt bis zum 16. Juni 2019 einen Einblick in den vielschichtigen schöpferischen Kosmos und in die poetische Bildsprache der Künstlerin.

Das umfangreiche Begleitprogramm lädt zu besonderen Führungen, Workshops im museumseigenen Atelier, Literatur, Musik und Tanz ein: So gibt es u.a. ein Konzert mit der Harfenistin Daphné Milio, einen Tanzabend rund um den „Faden der Ariadne“ und einen philosophischen Streifzug.

„Museum Sinclair-Haus“, Löwengasse 15, Eingang Dorotheenstraße – 61348 Bad Homburg v.d. Höhe – Eine Institution der Stiftung Nantesbuch gGmbHÖffnungszeiten: Dienstag, 14-20 Uhr, Mittwoch bis Freitag, 14-19 Uhr – Samstag, Sonntag und an Feiertagen 10-18 Uhr, montags geschlossen.  –  www.museum-sinclair-haus.de

-/gw

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