Farbenprächtiges visuelles Spektakel … Ausstellung in Amsterdam zeigt Vincent van Goghs Einfluss auf das Werk von David Hockney

8 Mrz
2019

David Hockney „The Arrival of Spring in Woldgate, East Yorkshire in 2011 (twentyeleven)“, Öl auf 22 Leinwänden; Centre Pompidou, Paris. Musée national d’art moderne – © David Hockney

Amsterdam – Der niederländische Maler und Zeichner Vincent van Gogh (*1853 in Groot-Zundert; † 1890 in Auvers-sur-Oise) gilt neben Cezanne und Gauguin als der bedeutendste Wegbereiter der modernen Malerei.

Der menschlich schwierige Ausnahmekünstler, der zu Lebzeiten nur wenige Bilder verkaufen konnte und dessen Werke seit den 1980er Jahren bei Auktionen Rekordpreise im hohen zweistelligen Millionenbereich erzielten, war wichtiger Vorläufer nachfolgender Künstlergenerationen, besonders der „Fauves“ und der Expressionisten.

Sein Hauptwerk, das stilistisch dem Post-Impressionismus zugeordnet wird, begeisterte durch seinen schwungvollen Pinselduktus und seiner kraftvollen Farbpalette viele Künstler, darunter beispielsweise den Jahrhundertkünstler Pablo Picasso und den weltberühmten englischen Maler David Hockney.

David Hockney, der Künstler mit den superblond gefärbten Haaren, ist einer der bekanntesten Repräsentanten der Pop-Art (*1937 in Bradford, Yorkshire). Er sagt: „Van Goghs Gemälde sind voller Bewegung. Die Menschen lieben Van Goghs Bilder meiner Meinung nach so sehr, weil erkennbar ist, wie sie entstanden sind. Alle Pinselstriche sind sichtbar, man sieht genau, wie er sie auf die Leinwand aufgetragen hat. Wenn man einen einzigen Grashalm zeichnet, sieht man immer mehr. Dann sieht man die anderen Grashalme; ständig tauchen vor deinen Augen noch mehr auf. Dies finde ich faszinierend und Van Gogh faszinierte das auch. Sein Blick war glasklar.“

David Hockney  „May Blossom on the Roman Road“, 2009; © David Hockney – Foto: Jean-Pierre Gonçalves de Lima

Die große Ausstellung „Hockney – Van Gogh: The Joy of Nature“ im Van Gogh Museum in Amsterdam zeigt den unverkennbaren Einfluss, den der niederländische Maler auf Hockneys Werke ausübt. Dazu Museumsdirektor Axel Rüger: „Hockney gehört zu den inspirierendsten Künstlern dieser Zeit. Eine Schau über den Einfluss Van Goghs auf sein Werk gab es noch nie.“ Beide Künstler verbindet die Begeisterung für die Natur, die Anwendung leuchtender, kontrastreicher Farben und Experimente mit der Perspektive.

Höhepunkt der grandiosen Präsentation ist das kolossale Gemälde „The Arrival of Spring in Woldgate, East Yorkshire in twentyeleven“ (Die Ankunft des Frühlings in Woldgate 2011), das aus 32 Einzelbildern mit einer Breite von rund 10 und einer Höhe von knapp 4 Metern besteht.

Hockney, der viele Jahre in den USA lebte, kehrte in den 1990er Jahren von Los Angeles nach Großbritannien zurück. In seiner Heimat begann er die charakteristische Landschaft von Yorkshire zu malen. Die Yorkshire-Gemälde zeigen akribisch den Wandel der Jahreszeiten und das reizvolle Wechselspiel, wie Licht, Raum und Natur miteinander verschmelzen – und bieten ein grandioses visuelles Spektakel. Diese Gemälde spiegeln unverkennbar die Einflüsse der Landschaftsgemälde Van Goghs, wie „Die Ernte“, „Feld mit Iris bei Arles“ und „Garten des Hospitals Saint-Paul“.

Zum ersten Mal können Besucherinnen und Besucher diese farbenprächtigen Arbeiten Hockneys in den Niederlanden bewundern. Auch die Skizzenbücher, Videos, fotografische Zeichnungen und etwa zwanzig iPad-Zeichnungen im Großformat sind erstmals hier versammelt. Insgesamt sind im Van Gogh Museum rund 60 Werke zu bewundern, davon zwei Serien mit Aquarellen und Kohlezeichnungen.

Die eindrucksvolle Präsentation „Hockney – Van Gogh: The Joy of Nature“ ist bis zum 26. Mai 2019 im Van Gogh Museum in Amsterdam zu sehen. – Weitere Informationen unter:  https://vangoghmuseum.com/hockney

Bernd Heier

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