Mehr TIZIAN gab`s nie in Deutschland … ‚Städel Museum‘ zeigt „Tizian und die Renaissance in Venedig“

18 Feb
2019

Tizian „Bildnis der Clarice Strozzi“, 1542, Öl auf Leinwand,; Berlin, Staatliche Museen, Gemäldegalerie; © bpk / Gemäldegalerie, SMB / Christoph Schmidt

Frankfurt am Main – Zu Beginn des 16. Jahrhunderts entwickeln Künstler im wohlhabenden Venedig eine eigenständige Spielart der Renaissance, die auf rein malerische Mittel und die Wirkung von Licht und Farbe setzt.

Tizian „Bildnis des Dogen Francesco Venier“, 1554 – 56, Öl auf Leinwand; Madrid, MuseoNacional Thyssen-Bornemisza; © MuseoNacional Thyssen-Bornemisza

Diese Neuerungen leiten eines der folgenreichsten Kapitel der europäischen Kunstgeschichte ein. Einer der Hauptvertreter ist der Alleskönner Tizian (um 1488/90–1576), der zeit seines Lebens die zentrale Figur in der venezianischen Kunstszene bleibt.

 

Das ‚Städel Museum Frankfurt‘ widmet dieser herausragenden Kunstepoche und dem „Superstar des 16. Jahrhunderts“, wie Kurator Bastian Eclercy den Maler und Zeichner bei der Pressekonferenz titulierte, die grandiose Sonderausstellung „Tizian und die Renaissance in Venedig“. Die Schau bietet einen umfassenden Einblick in die künstlerische und thematische Bandbreite der Renaissance in der Lagunenstadt und macht anschaulich, warum sich Künstlerinnen und Künstler der nachfolgenden Jahrhunderte immer wieder auf die Werke dieser Zeit beziehen. In der beeindruckenden aubergine-farbenen Ausstellungsarchitektur kommt die Strahlkraft der hochkarätigen Werke besonders zur Geltung.

„Dieses wirkmächtige Klassikerthema der Kunstgeschichte ist in den deutschen Museen erst in jüngster Zeit stärker ins Blickfeld geraten. So erfüllt es uns mit großer Freude, dass wir in Frankfurt zum ersten Mal überhaupt in Deutschland ein so umfassendes, durch Schwerpunkte strukturiertes Panorama der venezianischen Malerei der Renaissance präsentieren können“, betont Städel-Direktor Philipp Demandt. Neben dem venezianischen Bestand der Städelschen Sammlung, zu dem etwa Tizians „Bildnis eines jungen Mannes“ (um 1510) gehört, werden hochkarätige Leihgaben aus mehr als 60 deutschen und internationalen Museen gezeigt.

Die Vorbereitung einer derartigen Präsentation mit „Blockbuster-Potenzial“ erfordert eine zeitaufwändige Vorbereitung (drei Jahre) und erhebliche finanzielle Vorleistungen (locker im siebenstelligen Bereich). Das Ergebnis wird die Besucher/-innen begeistern: Über 100 Meisterwerke der venezianischen Malerei der Renaissance sind zu bewundern.

Mit über 20 Kunstwerken des Malerfürsten Tizian versammelt die Frankfurter Schau die umfangreichste Auswahl seiner Arbeiten, die je in Deutschland gezeigt wurde. Darüber hinaus sind unter anderem Gemälde und Zeichnungen von Giovanni Bellini, Jacopo Palma ilVecchio, Sebastiano del Piombo, Lorenzo Lotto, Jacopo Tintoretto, Jacopo Bassano und Paolo Veronese zu bestaunen.

Sebastiano del Piombo „Dame in Blau mit Parfümbrenner“, um 1510/11, Öl auf Holz, übertragen auf Hartfaserplatte; Washington, National Gallery of Art; © Samuel H. Kress Coll

In der Ausstellung, die nicht chronologisch, sondern thematisch gehängt ist, werden in acht Kapiteln ausgewählte Aspekte vorgestellt, die für die venezianische Malerei des 16. Jahrhunderts charakteristisch sind. Dazu gehören etwa atmosphärisch aufgeladene Landschaftsdarstellungen, die es so vorher nicht gab, Idealbilder schöner Frauen (die sogenannten „Belle Donne“) oder die Bedeutung der Farbe für die Kunst der Venezianer.

„Tizian und die Renaissance in Venedig“ ist bis zum 26. Mai 2019 im Städel zu sehen. Weitere Informationen unter: www.staedelmuseum.de und www.tizian.staedelmuseum.de

Ermöglicht wurde die herausragende Schau durch die großzügige Förderung der Dagmar-Westberg-Stiftung und des Kulturfonds Frankfurt RheinMain, der diese mit stattlichen 250.000 Euro unterstützt.

Bernd Heier 

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