Diabetes Typ 1 bei Kindern und Jugendlichen: DIGITALE Insulinpumpen verbessern Lebensqualität

11 Feb
2019

Mbbradford at English Wikipedia, Insulin pump with infusion set, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

Berlin – Der Typ-1-Diabetes ist bei Kindern und Jugendlichen hierzulande die häufigste Stoffwechselerkrankung. Etwa 32.500 Kinder und Jugendliche bis 19 Jahren sind in Deutschland davon betroffen. Sie benötigen lebenslang mehrmals täglich auf ihren Blutzuckerspiegel abgestimmte Insulingaben.

In der Therapie kommen immer häufiger digitale Verfahren zum Einsatz: Über die Hälfte der jungen Patienten nutzt mittlerweile eine digitale Insulinpumpe. Das Verfahren ist Experten der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) zufolge besonders komfortabel, sicher und erfolgreich – und hat gegenüber einer Injektionstherapie mit Pen oder Spritze zahlreiche Vorteile. So steigt beispielsweise die Lebensqualität der Betroffenen und die ihrer Familien durch eine Behandlung mit Insulinpumpen erheblich.

Insulinpumpen sind kleine Infusionsgeräte – etwa in der Größe eines Smartphones –, die ständig am Körper getragen werden. Über einen Katheter und einer unter der Haut liegenden Nadel führen sie dem Körper in regelmäßigen Abständen Insulin zu. Die smarten Helfer sind gerade für Kinder und Jugendliche, die oft Unterstützung in der Therapie benötigen, besonders hilfreich: Moderne Pumpen sind per Bluetooth mit Computern oder Smartphones verbunden – und können etwa per Smartphone-App gesteuert werden.

„Integrierte Rechner ermitteln die individuell benötigte Dosis besonders exakt, was ein Vorteil gegenüber anderen Verfahren wie einer herkömmlichen Spritzentherapie ist“, so Professor Dr. med. Dirk Müller-Wieland, Präsident der DDG. Das sei gerade bei jungen Patienten, bei denen die Stoffwechselschwankungen oft besonders groß sind, von zentraler Bedeutung: „Unregelmäßige Bewegung und Nahrungsaufnahme sowie Wachstumsschübe wirken sich erheblich auf den Zuckerstoffwechsel aus – weshalb die Insulindosis besonders häufig schnell angepasst werden muss“.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die Technologie besonders sicher ist: Eine Auswertung des Kinder-Diabetesregisters (DPV) aus Deutschland, Österreich und Luxemburg hat gezeigt, dass akute Komplikationen – wie eine schwere Unterzuckerung oder eine Blutübersäuerung – durch Insulinmangel deutlich seltener auftreten. Patienten, die eine Insulinpumpe nutzen möchten, müssen in Absprache mit ihrem Arzt einen entsprechenden Antrag bei der Krankenkasse stellen. „Die Kassen übernehmen jedoch nur in bestimmten Fällen die Kosten“, so der DDG-Experte: „Kinder und Jugendliche mit Typ-1-Diabetes erhalten oft jedoch leichter eine Insulinpumpe als Erwachsene.“

hbh

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