„Nur“ KALTE HÄNDE … – oder steckt mehr dahinter? – Durchblutungsstörungen oder ‚Raynaud-Anfall‘?

26 Jan
2019

Raynaud-Syndrom • Bild: Niklas D [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], from Wikimedia Commons

Berlin – Auch Kalte Hände gehören zum Winter! Werden sie jedoch plötzlich blass, verfärben sich blau und schmerzen, könnte dies auf das Raynaud-Syndrom*) hinweisen.

Daran leiden etwa fünf bis 20 Prozent der Menschen in Europa. Bluttests klären, ob die Autoimmunerkrankung Rheuma die Finger erstarren lässt.

Das Raynaud-Syndrom trifft viermal mehr Frauen als Männer. Bis zu zwölf Prozent der Bevölkerung erkranken an der primären Form. Dann sind die plötzlich kalten und tauben Finger zwar störend, beeinträchtigen jedoch nur selten die Benutzung der Hände. Ursache für die Beschwerden sind Durchblutungsstörungen. Die Gefäße verkrampfen und ziehen sich zusammen, sodass nicht mehr genug Blut durch die Finger fließen kann.

Als Folge der Unterversorgung nimmt die Haut eine blasse Farbe an, die betroffenen Finger werden kalt, taub und schmerzen. Welche Ursachen zu den anfallsartigen Durchblutungsstörungen führen, ist nicht bekannt. Typische Auslöser können Kälte, Nässe, psychischen Belastungen oder Stress sein.

Raynaud-Anfälle, die erst nach dem 40. Lebensjahr auftreten, weisen auf die sekundäre Form der Erkrankung hin. Erkrankungen des Bindegewebes (Kollagenosen) gehören zu den häufigsten Ursachen für ein sekundäres Raynaud-Syndrom. Sie wiederum zählen zu den entzündlich-rheumatischen Erkrankungen.

Bei der Suche nach der rheumatischen Grunderkrankung kommen auch Labortests zum Einsatz. Laut Infozentrum für Prävention und Früherkennung (IPF) zeigen bestimmte Autoantikörper im Blut rheumatische Erkrankungen an. Eine hohe Zahl an bestimmten weißen Blutkörperchen oder erhöhte Entzündungsmarker wie das C-reaktive Protein weisen ebenfalls auf Rheuma-Erkrankungen hin.

Eisenmangel kann eine Ursache fürs „Dauerfrieren“ sein. Normalerweise deckt der Organismus seinen Eisenbedarf aus körpereigenen Reserven. Sind diese Depots jedoch leer und können aus eigener Kraft nicht mehr gefüllt werden, muss das im Blut befindliche Eisen den Mangel kompensieren. Auf Dauer kann diese Unterversorgung auch das Kälte-Wärme-Empfinden beeinträchtigen.

Ob der Eisenhaushalt im Gleichgewicht ist, erkennt der Arzt an Werten im Blut sowie an der Größe und Menge der roten Blutkörperchen. Auch eine Schilddrüsenunterfunktion löst Frösteln aus: Das Organ produziert zu wenig Hormone, sodass der Stoffwechsel dauerhaft auf „Sparflamme“ läuft. Blutuntersuchungen im Labor klären, ob die Hormonproduktion stimmt.

*) Von der nach dem französischen Arzt Maurice Raynaud (1834 bis 1881) benannten Krankheit sind in Deutschland nach Schätzungen der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie 2 bis 16 Prozent der Bevölkerung betroffen … Frauen machen den weitaus größten Anteil aus.

Weitere Informationen zu „Autoimmunerkrankungen“ unter: www.vorsorge-online.de

hbh

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