Es ist nie zu spät, um nochmals durchzustarten! … SCHEIDEN tut sehr weh – besonders in der Weihnachtszeit!

22 Dez
2018

Einsamkeit an Weihnachten? • Bild: obs/Interessenverband Unterhalt u. Familienrecht – ISUV

Nürnberg – Es kann ja ganz schön sein – das Alleinsein … aber bitte nicht an Weihnachten. Da ufert es schnell in Einsamkeit aus, insbesondere dann, wenn die Trennung oder Scheidung noch frisch ist.

„Viele plagt die Frage, wie man die Feiertage übersteht, ohne allzu melancholisch oder gar depressiv zu werden? Hart bestraft fühlen sich alle Eltern, die ihre Kinder nicht sehen und persönlich beschenken dürfen“, stellt Josef Linsler, Pressesprecher des Interessenverbandes Unterhalt und Familienrecht (ISUV), aufgrund von Zuschriften und Posts in Foren des Verbandes fest. Der Verband fordert deswegen, dass allen Eltern zumindest die Möglichkeit gegeben wird, ihre Kinder an Weihnachten zu sehen und persönlich zu beschenken. Das sei ein Gebot der Menschlichkeit gerade an Weihnachten.

Die Erinnerung an glückliche Weihnachten mit dem ehemaligen Partner, der ehemaligen Partnerin, den Kindern, den Verwandten nagen und tun weh. Weihnachten ist als Familienfest verinnerlicht. Wenn ein Partner fehlt – erst recht, wenn die Kinder fehlen – hadern Betroffene in melancholischer Stimmung mit sich, dem Expartner, den Kindern, den Verwandten, dem Jugendamt, dem Familiengericht.

Derart zermürbendem Klagen versuchen manche Betroffene zu entgehen, indem sie „noch einmal“ und „wegen der Kinder“ trotz Trennung gemeinsam feiern. „Das geht meistens daneben, denn Kinder merken, wenn ihnen zwanghaft Harmonie vorgespielt wird. Das nochmals gemeinsame Feiern ist erfahrungsgemäß problematisch, wenn einer der Ehemaligen schon einen neuen Partner hat und der andere nicht. Es kann eine Bereicherung sein, wenn beide Ehemalige nach der Scheidung einen neuen Partner haben und sich alle auf einer neuen Ebene gut verstehen“, stellt Linsler fest.

Es gibt viele Konstellationen des „Feierns“. Glücklich darf sich der Elternteil schätzen, der mit den Kindern feiern kann. „Die Gefühle der Kinder, ihre Einsamkeit bleibt unausgesprochen, sie wird durch Geschenke unterm Weihnachtsbaum verdrängt“, gibt Linsler zu bedenken und ergänzt: „Der Elternteil ohne Kinder flüchtet sich zu den Eltern, Verwandten, Freunden oder lädt selbst aus Angst vorm Alleinsein bunt zusammengewürfelte Menschen ein. Nicht immer ist dies möglich, daher stehen nicht wenige an Weihnachten allein da!“

„Das war heftig! Ich habe mich geschämt, nicht rausgetraut, konnte mich zu nichts aufraffen. Ich war froh, als ich wieder arbeiten konnte,“ postet  eine ‚Betroffene‘. Der ISUV rät, aktiv zu sein, sich nicht auf dem Sofa zu vergrämen, zu planen, Kontakte zu suchen. Kontakte findet man nicht nur virtuell online, sondern durchaus auch real, in Restaurants, Projekten von Kirchen und Wohlfahrtsverbänden. Die üblichen Empfehlungen – sich selbst zu motivieren, zu bekochen, zu beschenken, … passen oft (noch) nicht in der Trennungs- und Scheidungssituation.

Ohne religiösen Hintergrund ist Weihnachten sinnentleert sentimental. Nüchtern betrachtet handelt es sich um zwei freie Tage, die allerdings durch hohe Erwartungen und viel Konsum in Bezug auf Freude, Familie, Freunde vorbelastet sind. Was tun, wenn die Familie zerbrochen ist, die Freunde fern, Freude sich nicht einstellen kann. Aus Posts von Betroffenen geht hervor, dass soziales Engagement gerade an Weihnachten glücklich machen kann. Projekte veranstalten auch Kirchen und Wohlfahrtverbände … Helfer werden dort gesucht. „Durch soziales Engagement kann man sinnentleerten Weihnachten gar wieder einen Sinn geben,“ so ISUV-Pressesprecher Josef Linsler.

An einem Feiertag mag möglicherweise manch Betroffenen das Kultalbum von Udo Lindenberg „Stärker als die Zeit“ mit dem entsprechend passenden melancholisch optimistischen Kultsong „Durch die schweren Zeiten“ Anstoß für positives Denken geben. Udos tief erlebte persönliche Erfahrungen können Mut machen: „Denn es ist nie zu spät, um nochmals durchzustarten … Stell die Uhr nochmals auf null … – Linsler empfiehlt: „Mehrmals hören, dann mitsingen, möglicherweise Impuls für Hilfe zur Selbsthilfe!“ – www.isuv.de

ots/gw

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