Wichtigster Schutz vor NOROVIRUS-INFEKTION: Häufiges und sorgfältiges Händewaschen mit heißem Wasser und Seife

19 Dez
2018

Bild: CDC / Jessica A. Allen, Illustrator: Alissa Eckert, MS, Norovirus virions white background NIH 21348, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

Berlin – Neben der Influenza ist die Norovirus-Infektion die am häufigsten gemeldete Infektion in Deutschland: Im vergangenen Jahr wurden 73.273 Fälle der Brechdurchfall-Erkrankung beim Robert Koch-Institut (RKI) gemeldet, zum Großteil in den Wintermonaten.

Dabei umfasst die Zahl nur jene Fälle, bei denen das Virus durch eine Laboruntersuchung nachgewiesen wurde. Die tatsächlichen Fallzahlen dürften um ein Vielfaches höher liegen. Die wichtigste Maßnahme, um das Risiko einer Ansteckung zu verringern, ist häufiges und gründliches Händewaschen mit heißem Wasser und Seife. Denn das Virus wird meist durch den direkten Kontakt mit Erkrankten übertragen, manchmal auch indirekt über Türgriffe oder Waschbecken, die ein Erkrankter berührt hat.

Da Betroffene das Virus noch mehrere Wochen nach Ende der Symptome mit dem Stuhl ausscheiden, sollten sie in den Tagen nach der Erkrankung unbedingt weiterhin auf sorgfältige Hand- und Toilettenhygiene achten und noch mindestens zwei Tage nach Abklingen der Erkrankung zuhause bleiben. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) hin.

Noroviren sind sehr widerstandsfähig und können mehrere Tage auf Oberflächen überleben. Gleichzeitig sind sie hochansteckend, sodass es trotz aller Vorsicht und Hygiene zu Infektionen kommen kann. In diesem Fall ist es meist sinnvoll, zu Hause abzuwarten, bis Durchfall und Erbrechen vorbei sind.

„Kinder unter fünf und ältere Menschen ab 70 haben allerdings ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe“, betont Professor Dr. med. Andreas Stallmach, Direktor der Klinik für Innere Medizin am Universitätsklinikum Jena: „Wenn Angehörige oder Pflegende feststellen, dass sich der Allgemeinzustand eines Patienten deutlich verschlechtert, sollten sie medizinische Hilfe suchen.“

Da die Krankheit dem Körper Wasser und Elektrolyte entzieht, sollten Betroffene viel trinken. „Cola und Salzstangen sind nicht das Mittel der Wahl. Besser geeignet sind Trinklösungen, die man selbst herstellen kann“, so Stallmach. Dazu wird 0,5 Liter stilles Mineralwasser (oder Kräuter- bzw. Früchtetee) mit einem Teelöffel Kochsalz und sieben bis acht Teelöffeln Traubenzucker (ersatzweise Haushaltszucker) gemischt.

Die Entwicklung einer Impfung gegen Noroviren wäre ein bedeutender Schritt, um die hohe Krankheitslast zu senken. Wissenschaftler weltweit forschen seit Jahren an einer Vakzine (Impfstoff). „Jedoch ist die Entwicklung eines Impfstoffs aus verschiedenen Gründen sehr schwierig“, erläutert Professor Dr. med. Matthias Ebert, Direktor der II. Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim: „Das beginnt damit, dass sich Noroviren nicht im Labor kultivieren lassen. Weitere Schwierigkeiten ergeben sich aus dem aktuell unzureichenden Wissen über die Dauer der Immunität nach einer Erkrankung und der Tatsache, dass eine Vielzahl unterschiedlicher Genotypen – also genetisch unterschiedlicher Varianten dieses Virus – existieren, die die Impfung abdecken müsste.“

Weitere Informationen unter:  https://www.dgvs.de/wp-content/uploads/2018/07/DGVS_Positionspapier-Stand-19.07.2018.pdf

hbh

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