FASZINATION DER DINGE im Museum Giersch – „Werte weltweit in Archäologie und Ethnologie“ anschaulich präsentiert

10 Dez
2018

Goldschatz aus dem kleinen Haus am Hafentor, Xanten, 2.–3. Jahrhundert n. Chr. – LVR-Archäologischer Park Xanten – Abbildung: Museum Giersch der Goethe-Universität

Frankfurt am Main – Laut Prof. Dr. Hans Peter Hahn von der Goethe-Universität befindet sich das MUSEUM GIERSCH „in einer Metamorphose“- in einem Wandel von einem „Museum für regionale Kunst“ zu einem „universitären Wissenschaftsmuseum“.

Korinthischer Helm, Ende des 6. Jahrhunderts v. Chr. Bronze; Ruhr Museum Essen – Abbildung: Museum Giersch der Goethe-Universität

Das wird sehr deutlich an der gerade eröffneten Sonderausstellung „Faszination der Dinge – Werte weltweit in Archäologie und Ethnologie“. In dieser hoch interessanten Schau stellen 14 Promovierende und zwei Postdocs aus dem Graduiertenkolleg „Wert & Äquivalent“ an der Goethe-Universität Frankfurt am Main ihre Forschungsthemen, auch für Laien gut nachvollziehbar, vor.

„Die Wahrnehmung wissenschaftlicher Forschungsergebnisse bleibt in der Regel kleinen Fachkreisen vorbehalten, an der Öffentlichkeit gehen diese Neuschöpfungen des Wissens daher meist vorbei“, sagt Museumsleiter Dr. Manfred Großkinsky. Ziel der Überführung des Museums Giersch in die Trägerschaft der Goethe-Universität und dem Graduiertenkolleg ist es, den Dialog mit der Öffentlichkeit zu suchen und Forschungsergebnisse einem breiten Publikum anregend zu präsentieren. Erstmals seit dem Kooperationsbeginn im Jahre 2015 stellen in der von Dr. Charlotte Trümpler kurartierten Ausstellung ausschließlich junge Forscherinnen und Forscher ihre wissenschaftlichen Arbeiten anschaulich vor.

Können Doktorarbeiten spannend und allgemein verständlich – auch für Laien – dargestellt und visualisiert werden? Dass dies geht, zeigt die Sonderausstellung in der klassizistischen Villa am Schaumainkai. Die Teilnehmer*innen des Graduiertenkollegs erläutern in kurzen Begleittexten, was sie an ihren Forschungsthemen fasziniert, so beispielsweise: Wie horteten die Römer ihr Geld ohne Banksafes und Bankautomaten? Welche Rolle spielten Fanartikel in römischer Zeit bei Gladiatorenspielen? Wie lebten und starben Götter in Mesopotamien? Wie verändert sich das Essverhalten von usbekischen Migranten in den USA? Wie wurde Quarzkeramik hergestellt und hatte dieses Imitat dieselbe magische Funktion wie die originalen Edelsteine? Welches sind die Unterschiede im Umgang mit dem Tod in Ghana und bei uns?

Anhand von 300 Objekten, Bildern und Fotografien aus Museen unter anderem in Berlin, Hamburg, München, Stuttgart sowie aus Sammlungen der Goethe-Universität werden diese Themen von Studierenden des Fachbereichs ‚Gestaltung‘ der Hochschule Darmstadt lebendig visualisiert. Hörstationen sowie eigens für die Ausstellung hergestellte Interview-Filme bieten zusätzliche Informationen. Zum Abschluss gibt ein Fotokunstprojekt von Studierenden der Hochschule RheinMain in Wiesbaden den Forschenden des Graduiertenkollegs ein Gesicht.

„Faszination der Dinge – Werte weltweit in Archäologie und Ethnologie“, eine Ausstellung des Graduiertenkollegs „Wert & Äquivalent“, ist bis zum 24. Februar 2019 im MUSEUM GIERSCH der Goethe-Universität zu sehen – Weitere Informationen unter:  www.museum-giersch.de

Bernd Heier

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