Gutes Jahr für die Chemie: Rekordumsatz und höchster Beschäftigungsstand … verhaltener Ausblick für 2019

6 Dez
2018

VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann und VCI-Präsident Hans Van Bylen ziehen positive Bilanz • Foto: Bernd Heier

Frankfurt am Main – Das Jahr 2018 ist für die chemisch-pharmazeutische Industrie in Deutschland gut gelaufen. „Die Branche kann für 2018 eine positive Bilanz ziehen. Unsere Industrie konnte das gute Vorjahr noch einmal übertreffen“, sagte VCI-Präsident Hans Van Bylen auf der Jahrespressekonferenz.

Der Branchenumsatz erhöhte sich um 4,5 Prozent auf 204 Milliarden Euro und überstieg damit erstmals die 200-Milliarden-Euro-Schwelle. Die Produktion wuchs im Jahresvergleich um 2,5 Prozent, während die Chemikalienpreise um 2 Prozent zulegten. Vor allem die Pharmaproduktion entwickelte sich sehr positiv und legte um starke 11,5 Prozent zu. Andere Bereiche – wie die Basischemie – mussten dagegen Rückgänge hinnehmen.

Von der insgesamt höheren Nachfrage nach chemisch-pharmazeutischen Produkten profitierte auch die Beschäftigung: Die Zahl der Mitarbeiter in der Branche stieg auf einen neuen Höchststand. In der Chemie arbeiten derzeit 462.000 Menschen (+2,0 Prozent). Für das nächste Jahr erwartet Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann einen weiteren Anstieg um 0,5 Prozent. Die guten Ergebnisse erwirtschaftete die Chemiebranche vor allem im ersten Halbjahr. Im zweiten Halbjahr ließ die Dynamik deutlich nach. Diese Abkühlung schlägt sich auch in der verhaltenen Prognose für 2019 nieder:

„Wir halten im kommenden Jahr ein bescheidenes Wachstum im Chemiegeschäft für erreichbar“, sagte Van Bylen. Wenn größere Rückschläge ausbleiben, könne die Chemie- und Pharmaindustrie ihre Produktion 2019 voraussichtlich um 1,5 Prozent steigern. Neben der abgeschwächten Konjunktur in Deutschland und der gedämpften weltwirtschaftlichen Entwicklung sieht sich die Branche mit politischen Herausforderungen wie den Handelskonflikten der USA mit der EU und mit China sowie dem nahenden Brexit konfrontiert. Die Handelsordnung, in der die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie ihre Erfolge erzielt, sei laut Van Bylenin in Gefahr.

Mit Blick auf die zunehmenden Risiken im Welthandel betonte der VCI-Präsident, dass nur ein wirtschaftlich starkes und politisch geeintes Europa von den USA und China als Partner auf Augenhöhe akzeptiert würde. Einzelne europäische Nationalstaaten hätten keine Chance, auf der Weltbühne Gehör zu finden. Die Bundesregierung rief Van Bylen dazu auf, die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie im Blick zu behalten: „Es bedarf gezielter Unterstützung durch die Politik“. Dabei gehe es besonders um die Bereiche Innovationen und Investitionen in Forschung und Entwicklung, eine stabile und kostengünstige Energieversorgung, die Steuerbelastung von Unternehmen und eine zukunftsfähige Infrastruktur.

Der VCI-Präsident wies zudem auf das Kernthema seiner Amtszeit hin: „Chemie ist Zukunft“. Die chemische Industrie sei eine Zukunftsindustrie. Sie spiele eine wichtige Rolle bei der Bewältigung der Herausforderungen von morgen: „Ohne Chemie ist kein technologischer Fortschritt möglich. Wir fördern Innovationen, treiben Digitalisierung voran und handeln stets verantwortungsvoll.“

hbh

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