Festgottesdienst in der „Schlosskirche Wittenberg“ zum neuen Kirchenjahr: „Gott hat die Welt nicht dem Dunkel überlassen“

2 Dez
2018

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm – Bild: Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC-BY-SA 3.0 [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)]

Hannover – Zum 1. Advent starten Christinnen und Christen mit festlichen Gottesdiensten in den rund 14.000 evangelischen Kirchengemeinden in Deutschland in ein neues Kirchenjahr.

Jesus Christus werde in Kirche und Gesellschaft dringend gebraucht, sagt der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm in seiner Adventsbotschaft. „Wir brauchen ihn in unseren Städten, Dörfern und Wohnvierteln. Wo der Ton so scharf geworden ist. Wo wir so oft nebeneinander oder gegeneinander leben anstatt miteinander. Wo die Verachtung viel zu oft den Ton prägt anstatt der Respekt. Wo wir so oft nicht mehr den Menschen sehen, sondern den Vertreter einer bestimmten politischen Richtung oder den Angehörigen einer bestimmten Religion oder Weltanschauung oder den mit dem vollen oder leeren Geldbeutel.“

Bedford-Strohm ruft dazu auf, die Liebe Gottes in die Herzen einziehen zu lassen: „Die Lichter, die jetzt im Advent wieder überall brennen, machen es sinnlich erfahrbar: Das Dunkel mag manchmal Macht über uns gewinnen. Aber beherrschen kann es uns nicht mehr. Gott hat diese Welt nicht dem Dunkel überlassen. Weil er uns in Christus als dem Heiland der Welt erschienen ist“, so der EKD-Ratsvorsitzende.

Der Beginn der Adventszeit markiert nach christlichem Verständnis den Beginn der Weihnachtszeit – und auch eines neuen Kirchenjahres. In diesem Jahr wird mit dem ersten Advent zudem eine neue „Ordnung gottesdienstlicher Texte und Lieder“ in der evangelischen Kirche eingeführt. Sie gilt als Richtschnur für die Lesungen und Predigttexte in den Gottesdiensten an Sonn- und Feiertagen. „Viele Jahre lang haben viele Menschen darüber diskutiert, welche biblischen Texte dem jeweiligen Sonntag im Kirchenjahr zugeordnet werden sollen und welches die Predigttexte für den jeweiligen Sonntag sein sollen“, so Bedford-Strohm. Bei der Neuordnung wurde rund ein Fünftel der biblischen Texte ausgetauscht. In Zukunft werden in evangelischen Gottesdiensten mehr Texte aus dem Alten Testament zu hören sein, mehr Texte, in denen Frauen eine wichtige Rolle spielen.

„Für den heutigen Beginn des neuen Kirchenjahres am ersten Advent hätte jedenfalls kein passenderer Text gewählt werden können“, so Bedford-Strohm im Blick auf den sonntäglichen Predigttext aus dem Matthäusevangelium (Mt Kapitel 21, Verse 1 bis 9) zum Einzug Jesu in Jerusalem: „Denn was könnte rettender, was könnte hoffnungsstiftender, was könnte heilsamer sein als dass Jesus bei uns einzieht?“

Das liturgische Buch zur neuen Ordnung wird am Sonntag in einem Festgottesdienst in der Schlosskirche in Wittenberg symbolisch an die Gemeinden übergeben. Die Predigt halten der Vorsitzende der Union Evangelischer Kirchen in der EKD (UEK), Kirchenpräsident Christian Schad und der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Ralf Meister. – Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm predigt am ersten Advent in der Nürnberger St. Lorenzkirche. – Hinweis: Einen digitalen Kirchenjahres-Kalender finden Sie unter:  www.kirchenjahr-evangelisch.de

www.ekd.de

ots/gw

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