Absenkung des Zucker-, Salz- und Fettgehalts in Lebensmitteln … AOK fordert verbindliche Zusagen von Lebensmittelindustrie

21 Okt
2018

Bild: AOK-Bundesverband GbR

Berlin – 2. Deutscher Zuckerreduktionsgipfel: Der AOK-Bundesverband begrüßt die Zusammenarbeit zwischen Bundesernährungsministerium und Wirtschaftsverbänden des Runden Tisches zur Absenkung des Zucker-, Salz- und Fettgehalts in Lebensmitteln.

Vor rund 200 Gästen aus Politik, Wissenschaft, Gesundheitswesen und Wirtschaft erklärte der AOK-Vorstandsvorsitzende Martin Litsch: „Es ist erfreulich, dass Bewegung ins Thema kommt. Prominente Vertreter der Lebensmittelindustrie haben inzwischen das Risiko des übermäßigen Zuckerkonsums erkannt und Reduktionsstrategien gestartet. Das ist ein erster Schritt, kappt aber leider nur die Spitze des Zuckerbergs. Wir setzen darauf, dass weitere Akteure Verantwortung übernehmen und sich der von der Politik geplanten nationalen Reduktionsstrategie anschließen. Dazu gehört eine Einigung auf kurzfristig nachvollziehbare und messbare Reduktionsziele.“

Welchen Stellenwert der Kampf gegen den überhöhten Zuckerkonsum mittlerweile auch in der Politik hat, zeigt die Teilnahme von Bundesernährungsministerin Julia Klöckner am AOK-Kongress. „Mein Ziel ist es, die gesunde Wahl von Lebensmitteln zur leichten Wahl zu machen. Diesem Ziel sind wir ein ganzes Stück näher gekommen, indem es gelungen ist, mit der Wirtschaft eine Vereinbarung zu erzielen, nach der weniger Zucker, Fette und Salz in Fertignahrungsmitteln verwendet werden. Außerdem werde ich künftig Zucker und süßende Zutaten in Säuglings-und Kindertees verbieten.  … Mein Ministerium wird sich an der Finanzierung der Studie beteiligen. Nach Abschluss der Studie werden wir wissen, wie es um die Ernährungskompetenz in Deutschland steht und können dann mit konkreten Maßnahmen daran anknüpfen“, sagte die Ministerin im Rahmen ihres Vortrages. Er stand unter dem Motto „Essen ist Privatsache. Wann der Staat sich trotzdem einmischen muss.“

„Der Erfolg hängt auch entscheidend davon ab, wie ernst die Lebensmittelindustrie ihre jetzt geschlossene Vereinbarung nimmt. Wir werden die Umsetzung des Grundsatzpapiers daher aufmerksam verfolgen. Dafür wird auch unser neu gegründetes Bündnis ‚Aktion weniger Zucker sorgen,“ betont AOK-Vorstand Martin Litsch.

Neben dem AOK-Bundesverband haben sich die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten, die Deutsche Diabetes Gesellschaft, das Ethnomedizinische Zentrum e.V. sowie die Verbraucherschutzorganisation foodwatch e.V. der Initiative angeschlossen. Zusammen wollen alle Partner die politischen Rahmenbedingungen verändern, um eine gesunde Ernährung für alle Bevölkerungsschichten zu erleichtern, heißt es im gemeinsamen Grundsatzpapier. Zentrale Ziele sind ein Verbot des Kindermarketings für zucker- sowie hochkalorische Lebensmitteln, eine verständliche Lebensmittelkennzeichnung, steuerliche Anreize für die Industrie, gesündere Rezepturen sowie verbindliche Standards für die Kita- und Schulverpflegung. Aktuelle Erhebungen zeigen, dass rund 80 Prozent der Fertigprodukte in Supermärkten zugesetzten Zucker enthalten, der für Verbraucher nur schwer erkennbar ist.

Aus Sicht der AOK gilt es daher, die Gesundheitskompetenz der Verbraucher zu stärken, zum Beispiel durch die neue App „AOK Gesund Einkaufen“ – die über eine Funktion verfügt, die auch den versteckten Zucker aufdeckt, der sich hinter über 70 unterschiedlichen Begriffen verbirgt. – Alle weiteren Informationen unter: https://aok-bv.de/engagement/wenigerzucker/

ots/gw

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