Schlagen Frauenherzen anders? … Gründliche und frühzeitige Diagnostik rettet Leben – Kassen übernehmen Kosten für Tests

10 Okt
2018

 

 

Bild: ©Infozentrum für Prävention und Früherkennung (IPF)

Berlin – Herzinfarkte sind längst keine Männersache mehr. Warum die ‚Herzen der Frauen‘ stärker gefährdet sind, ist noch unklar.

 

Zwar führen koronare Herzkrankheit, akuter Herzinfarkt und Herzschwäche insgesamt die Todesfallstatistik an, doch laut „Herzbericht“ der Deutschen Herzstiftung führen Herzschwäche, Herzklappenerkrankungen und Herzrhythmusstörungen bei Frauen häufiger zum Tode als bei betroffenen Männern. Auch sterben mehr Frauen als Männer im ersten Jahr nach einem „Herzschlag“.

Zum Herzinfarkt kommt es, wenn sich Blutgefäße, die das Herz versorgen, plötzlich verschließen. Schuld daran sind Ablagerungen in den Gefäßwänden. Risikofaktoren dafür sind unter anderem Erkrankungen wie Diabetes, Fettstoffwechselstörungen und Bluthochdruck. Sie schädigen auf Dauer die Herzkranzgefäße und schwächen die Leistungsfähigkeit des Organs. Nach Angaben der Herzstiftung treten diese risikoreichen Vorerkrankungen bei Frauen häufig in Kombination auf und treiben so das Risiko für einen Herzinfarkt in die Höhe. Problematisch ist allerdings: Diese Vorerkrankungen werden bei Frauen häufiger nicht behandelt als bei Männern.

Es ist noch unklar, warum die Herzen der Frauen stärker gefährdet sind. Ein Blick in die Statistiken zeigt jedoch: Nach den Wechseljahren steigt das Risiko für eine Herzerkrankung deutlich an. In dieser Zeit lässt die Schutzwirkung der weiblichen Geschlechtshormone, die bis dahin die Herzkranzgefäße erweitert haben, nach. Das Infozentrum für Prävention und Früherkennung (IPF) rät: Frauen sollten nicht bis zur Lebensmitte warten, um ihre Herzgesundheit aktiv in die Hand zu nehmen. Bei regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen wie dem Check-up 35 lassen sich Risiken für das Herz mit einfachen Labortests frühzeitig entdecken. Auch Nierenerkrankungen können das Herz in Mitleidenschaft ziehen.

Blut- und Urintest bezahlen die Krankenkassen alle zwei Jahre im Rahmen des Check-up 35. Ergeben sich Verdachtsmomente auf ein krankes Herz, stehen spezielle Labortests zur Abklärung der Herzgesundheit zur Verfügung. Erhöhte Werte bestimmter Peptide im Blut weisen etwa ganz direkt auf eine Herzschwäche hin. Denn: Ein geschwächtes Herz muss sich stärker als normal dehnen, um den Organismus mit Sauerstoff zu versorgen. Dabei setzt der Herzmuskel sogenannte „natriuretische Peptide“ frei. Hohe Werte im Blut liefern bereits früh Hinweise auf Funktionsstörungen des Herzens. Liegt ein konkreter Krankheitsverdacht vor, übernehmen die Kassen die Kosten für den Test.

Weitere Informationen unter:  www.vorsorge-online.de

hbh

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