„Tratsch im Treppenhaus“ sorgt für Riesen-Zoff im „Fritz Rémond Theater“ … mit Meisterin der Fake-News glänzend besetzte Komödie

10 Sep
2018

HEIDI MAHLER begeistert in der Paraderolle der tratschsüchtigen Meta Boldt – Foto: Fritz Rémond Theater

Frankfurt am Main – Hauswirt Schlachtermeister Tramsen verwurstet Katzenfutter – Hanne Knoop verdient sich ein saftiges Zubrot durch Untervermietung, Dieter klaut im Haus die Brötchen – behauptet zumindest Meta Boldt (HEIDI MAHLER), eine Meisterin der Fake-News.

Mit ihren üblen Nachreden stiftet die rastlose Klatschsüchtige nichts als Unruhe unter den Nachbarn. Tagein, tagaus spioniert sie den Bewohnern hinterher und die Neuigkeiten, die sie dabei aufschnappt, gibt sie direktemang völlig verdreht wieder. Deshalb geht in dem Mehrfamilienhaus alles drunter und drüber. Seinen Höhepunkt erreicht das Chaos in der Gerüchteküche, als Meta Boldt in dem Mietshaus herumgeistert, um herauszufinden, wer mit wem mitten in der Nacht vom Ball des Kaninchenzuchtvereins heimkehrt.

Mit wem poussiert eigentlich die hübsche Heike, die bei Frau Knoop in der zweiten Etage eingezogen ist und der es spielend gelingt, ihre Verehrer um den kleinen Finger zu wickeln? Und was ist mit Schlachtermeister Tramsen, der versucht, Heike mit einer Dauerwurst auf die Pelle zu rücken? Aber auch Herr Brummer, der stocksteife Steuerinspektor im Ruhestand, sein Neffe Dieter und ein gewisser Herr Seefeldt liefern Meta Boldt vielerlei Grund zu den wildesten Spekulationen.

Nach allerhand turbulenten Szenen, die das Premierenpublikum begeisterten, ist am Schluss dieser höchst amüsanten Komödie der Hausfrieden wieder hergestellt, da die Mieter sich einig sind: Bei ihnen kann das Läster-Plappermaul mit ihren Treppenhaustratschereien nicht mehr landen – sie lassen sich von der Frau mit dem losen Mundwerk und ihren zusammengereimten Halbwahrheiten nicht mehr gegeneinander ausspielen.

Mit dem glänzend besetzten Sieben-Personen-Stück von Jens Exler, bei dem neben Heidi Mahler die charmante Eileen Weidel als Heike Seefeldt herausragt, bietet das Fritz Rémond Theater in Frankfurt am Main über zwei Stunden köstlichste Unterhaltung. Der auch international bekannte Autor Jens Exler, dessen Stücke in ungezählten Fernsehaufführungen zu sehen waren, ließ sich von dem Motto leiten:

„Die Menschen erwarten nach einem harten Arbeitstag Fröhlichkeit und Entspannung und wollen von dort, wo man sich herzlich auslacht, erfrischt in den Alltag zurückkehren!“ Das ist ihm mit „Tratsch im Treppenhaus“ unter der Regie von Michael Koch aufs Trefflichste gelungen … ein Stück, das Gestresste sich nicht entgehen lassen sollten und das noch bis zum 30. September 2018  im Fritz Rémond Theater im Zoo zu genießen ist.

Hans-Bernd Heier

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