Benefizauktion … „Die Künste blühen hier“ – SCHILLER-BRIEF von 1794 wird im November in Stuttgart versteigert

23 Aug
2018

Franz Eppli – sen., Ferdinand B. – jun., Prof. Dr. Mojem vom DLA in Marbach und Herr Liebs von der Landeskirchenstiftung – bei der Präsentation des Schiller-Briefes • Bild: Auktionshaus Eppli

Stuttgart Ende November wird ein Originalbrief aus der Feder Friedrich Schillers im Stuttgarter Auktionshaus Eppli versteigert.

Eine Stuttgarterin hat den Brief kürzlich dem Auktionshaus anvertraut. Bei der Auktion handelt es sich um eine Benefizauktion. Das Haus Eppli veranstaltet sie zugunsten der evangelischen Landeskirchenstiftung und der Stiftung Saut Kuu („Starke Stimmen“) von Dr. Auma Obama, Schwester des vormaligen US-Präsidenten.

„Es sei sehr selten, dass ein derart gut erhaltenes Autograph Schillers angeboten werde“, sagte Auktionator Ferdinand Eppli bei der Präsentation des Briefes – zudem sei es hochinteressant, welche Einblicke der Brief eröffne.

„Die Künste blühen hier“, schreibt Schiller am 17. März 1794 während eines mehrwöchigen Aufenthalts in Stuttgart seinem Freund Christian Gottfried Körner. Schiller spricht anerkennend von einem „vortrefflichen Orchester und sehr guten Ballet“, begeistert sich für den Bildhauer Dannecker („ein wahres Kunstgenie“), den „Tonkünstler Zumsteeg“ und den „vorzüglich(en)“ Kaplan Werkmeister am Hof des Herzogs. Zugleich beklagt er, dass es unter den Gelehrten „mehr Mittelköpfe, als vorzügliche Genies“ gebe. Doch es tue ihm gut, sich „nach einer 8 Monate langen Dürre wieder unter denken Menschen zu befinden.“ Auch avisiert er, „Wallenstein weiter auszuarbeiten.“

Dass der Brief echt ist, erklärte der Experte für Schiller-Handschriften, Prof. Dr. Helmuth Mojem vom Deutschen Literaturarchiv Marbach. Die Handschrift ist eindeutig die Schillers. Das kann man am Schriftduktus wie auch beim Vergleich von Wörtern und Einzelbuchstaben mit anderen, gleichzeitigen Briefen Schillers erkennen.“ Bei dem Papier handele es sich um das übliche, leicht vergilbte, gerippte Papier der Zeit. Der Text stimme bis auf kleine Abweichungen mit bisherigen Schiller-Ausgaben überein. Schließlich weist Mojem darauf hin, dass die Bearbeitung der Schiller-Nationalausgabe im Jahr 1992 ohne das Original dieses Briefes habe auskommen müssen. Denn der Verbleib der Handschrift sei seit einer Versteigerung 1951 in Hamburg unbekannt gewesen.

Das Auktionshaus Eppli wird den Brief mit 15.000 Euro aufrufen. An welchem Tag genau – ob am 23. oder 24. November 2018 – ist noch offen. Für die Auktion wurden weitere bemerkenswerte Gegenstände eingereicht. Etwa ein Brief von Marie-Louise von Österreich, zweite Ehefrau Napoleons, eine Luxustasche der Bloggerin und Influencerin Caro Daur (1,6 Millionen Instagram-Follower), eine signierte Jacke, die Schauspieler Henning Baum in der ersten Folge von „Der letzte Bulle“ getragen hat, ein signiertes Sportshirt der Tennislegende Steffi Graf, ein Halsschmuck von Model und Moderatorin Rebecca Mir, dazu zeitgenössische Kunst, hochwertiger Schmuck, Silberwaren sowie Antiquitäten – und nicht zuletzt ein Ring von Dr. Auma Obama selbst.

„Bis Ende Oktober noch kann jede und jeder etwas einliefern und dabei bestimmen, wie hoch die Spende sein soll“, sagte Helmut Liebs, Pfarrer für Fundraising und Stiftungsmanagement in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Die Menschen sollten keine Scheu haben, ihre Objekte zum Auktionshaus zu bringen und erstmal unverbindlich schätzen zu lassen.  –  https://www.eppli.com/

mynewsdesk/wk

Bitte besuchen und liken Sie auch unseren Facebook-accountcwa id=’mad03′]

Ihre Meinung ist uns wichtig

oben