Berufsorientierung in den Schulen muss politischer Schwerpunkt werden

18 Aug
2018

Frankfurt am Main – Nach Einschätzung der hessischen Landespolitik muss die Berufsorientierung in den Schulen ein politischer Schwerpunkt der nächsten Legislaturperiode werden.

Nach der Hessischen Landtagswahl im Oktober müsse die künftige hessische Landesregierung herausstellen, dass die duale Ausbildung und ein akademisches Studium die gleiche Gewichtung in der Gesellschaft bekommen, betonte Dr. Brigitte Scheuerle, Geschäftsführerin Aus- und Weiterbildung der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main, bei einer Podiumsdiskussion mit Vertretern der im Landtag vertretenen Parteien:

„Die Politik und die Schulverwaltung müssen mithelfen, dass bei Eltern und Schülern ein Umdenken stattfindet.“ Zwei von drei offenen Stellen in Hessen sind inzwischen Angebote für Fachkräfte mit einem dualen Ausbildungsabschluss. Das Abitur kann nicht mehr gleichbedeutend sein mit einem Eintritt in die akademische Welt. „Fast jeder dritte Ausbildungsanfänger hat heute ein Abitur.“

Die Vertreter der Parteien waren sich einig darin, dass die Berufsorientierung deutlich gestärkt werden müsse. Die Maßnahmen müssten ausgebaut werden, etwa indem Schüler zwei Betriebspraktika statt bisher nur eines absolvierten. Aus Sicht der Parteienvertreter haben insbesondere die Eltern eine wichtige Rolle. Ein weiteres Anliegen der Landespolitik muss es nach den Worten von Dr. Scheuerle sein, den Lehrermangel an Berufsschulen zu begegnen.

Zu den Möglichkeiten, die aus der Politik dazu genannt wurden, zählen ein einfacherer Quereinstieg für Berufsschullehrer aus anderen Berufen und ein Ausbau der Lehrerfortbildungen. Die Arbeitsbedingungen an den Berufsschulen müssten attraktiver – und die Schulgebäude besser ausgestattet werden.

Als ein zentrales Anliegen stellte sich in der Podiumsdiskussion die Digitalisierung der Schulen und des Unterrichts heraus. Wenngleich rund tausend Schulen bereits mit schnellem Internet ausgestattet seien, müssten schnell auch die übrigen Standorte angeschlossen werden. Erheblicher Handlungsbedarf besteht nach Einschätzung der Politik auch bei der Ausstattung der IT-Infrastruktur in den Schulen und bei der Lehrerfortbildung.

www.frankfurt-main.ihk.de

ihk/gw

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