Story zum WELT-ELEFANTEN-TAG am 12. August: Neue Hoffnung für verwaistes Elefantenkalb Sapon

12 Aug
2018

Das gerette Elefantenkalb Sapon im Way Kambas Nationalpark auf Sumatra • Bild: Community for Sumatra Nature Conservation

Berlin – Zu den Hauptbedrohungen für Asiens Elefanten zählen der Verlust von Lebensraum und die Verfolgung durch Wilderer.

Die folgende Geschichte aus einem Projekt, das zur Befriedung der Konflikte zwischen Menschen und Elefanten auf der indonesischen Insel Sumatra beiträgt, zeigt diese Problemfelder exemplarisch auf.

Im Februar dieses Jahres machten Wildhüter im Way Kambas Nationalpark auf Sumatra eine traurige Entdeckung, die leider kein Einzelfall ist: Bei einer Patrouille durch den Regenwald fanden sie eine getötete Elefantin der Unterart Elephas maximus sumatranus, die nur auf Sumatra heimisch und mit einem Bestand von etwa 2.000 Tieren stark bedroht ist.

Die Elefantenkuh fiel dem Angriff von Menschen zum Opfer, was die bei der Obduktion entdeckten Kugeln in Brust und Vorderbein belegen. Mittlerweile fahndet die indonesische Polizei landesweit nach zwei Personen, die der Tat verdächtigt werden. Einige Wochen später folgte eine weitere besorgniserregende Beobachtung innerhalb des Nationalparks. Eine von vier sogenannten Elefantenpatrouillen von Community for Sumatra Nature Conservation (CSNC), einer Partnerorganisation der Welttierschutzgesellschaft, traf auf ein männliches Jungtier ohne Anschluss an eine Herde.

Die Patrouille, bestehend aus zahmen Elefanten und ihren Mahouts (Führern), behielt das Tier anschließend fast zwei Wochen lang im Blick. In dieser Zeit kam es zu keinem Kontakt mit anderen Elefanten, zudem zeigte das Tier erste Anzeichen körperlicher Schwäche. Da zu befürchten war, dass das Jungtier auf sich allein gestellt kaum überleben würde, fiel die Entscheidung, es einzufangen und in das Camp der Elefantenpatrouille zu bringen. Die Experten vor Ort gehen mittlerweile davon aus, dass es sich bei dem Tier um das Kalb der im Februar getöteten Elefantenkuh handelt. Männliche Kälber sind weniger eng an ihre Herde gebunden. Beim Tod der Mutter werden sie – wie vermutlich auch in diesem Fall – oft von der Herde verlassen.

In der Obhut der Elefantenschützer von CSNC hat sich das Sapon genannte Jungtier gut entwickelt. Er frisst eifrig – z.B. Gemüse, Gras, Sojabohnen und Reis – und sucht den Kontakt zu den anderen Elefanten. Sapon lebt auf dem im Juni eröffneten Gelände einer Patrouille im Bereich Braja Harjosari. Mit dieser vierten und bisher südlichsten Patrouille im Way Kambas Nationalpark können zusätzliche Gebiete kontrolliert werden – unter anderem auch das, in dem Sapons Mutter im Februar getötet wurde. Perspektivisch soll auch Sapon zu einem Patrouillen-Elefanten ausgebildet werden, sofern eine Wiederauswilderung nicht mehr möglich ist. So könnte er später einmal dazu beitragen, dass anderen Sumatra-Elefanten das Schicksal erspart bleibt, das seiner Mutter widerfahren ist. Die Welttierschutzgesellschaft (WTG) – ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Berlin – unterstützt CSNC dabei, indem er u.a. für das Futter und die Betreuung der Tiere aufkommt.

Die neue Elefanten-Patrouille im Süden des Way Kambas Nationalparks. Ganz links das gerettete Elefantenkalb Sapon • Bild: Community for Sumatra Nature Conservati

Hintergrund: Elefanten-Patrouillen

Mit zunehmender Abholzung des Regenwalds auf Sumatra hatten Konflikte zwischen Elefanten und Menschen in den letzten Jahrzehnten immer weiter zugenommen. Diese ereigneten sich vor allem, wenn wilde Sumatra-Elefanten die Grenzen des Nationalparks verließen und Schäden auf den immer zahlreicheren Anbauflächen der Menschen anrichteten.

Um dies zu vermeiden und für eine stärkere Akzeptanz der Elefanten zu sorgen, unterstützt die Welttierschutzgesellschaft die Arbeit der Elefanten-Patrouillen von Community for Sumatra Nature Conservation. Sie bestehen aus bis zu sechs Elefanten – meist ehemals von der Regierung eingefangene Tiere – und ebenso vielen Mahouts. Treffen die Patrouillen an den Nationalpark-Grenzen auf wilde Sumatra-Elefanten, werden diese von den Mahouts und ihren Elefanten gewaltlos zurückgedrängt.

Das Projekt hat sich im engen Austausch mit der Bevölkerung etabliert. Zum einen haben Konflikte zwischen Elefanten und Menschen seit Bestehen der Patrouillen deutlich nachgelassen, in bestimmten Gebieten um mehr als 90 Prozent. Zum anderen erhalten die Patrouille-Elefanten eine sinnvolle Beschäftigung in ihrem natürlichen Lebensraum.

Weitere Informationen: https://welttierschutz.org/projekte/wildtiere/elefanten-indonesien/

mynewsdesk/wk

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