„Nichts kann den Menschen mehr stärken als Vertrauen, das man ihm entgegenbringt“ …

8 Aug
2018

Paul Claudel on_TIME-Magazine, 21 März 1927 • Bild: By Artist: S.J. Woolf (Samuel Johnson Woolf, 1880-1948) [Public domain], via Wikimedia Commons

… wußte schon Paul Claudel, französischer Schriftsteller, Dichter und Diplomat (* 06.08.1868 in Villeneuve-sur-Fère / † 23.02.1955 in Paris).

In der ländlichen Picardie wuchs Paul Louis Charles Marie Claudel als Sohn eines aufgeklärt-positivistisch denkenden Kataster-Beamten und als jüngerer Bruder der späteren Bildhauerin Camille Claudel auf – und verbrachte seine letzten Schuljahre auf dem Pariser Traditionsgymnasium Louis-le-Grand. Mit 18 Jahren hatte er bei der Vesper am Weihnachtstag in der Pariser Kathedrale Notre-Dame (als die Sängerknaben das Magnificat sangen) ein religiöses Erweckungserlebnis und war hinfort gläubiger Katholik und wurde Benediktineroblate.

Nach Abschluss eines Studiums an der École libre des Sciences politiques (Sciences po) dachte er daran, fernöstliche Sprachen zu studieren. Er bewarb sich dann jedoch für eine Ausbildung als Diplomat im konsularischen Dienst, in dem er bis zu seiner Pensionierung gewissenhaft tätig war. So war er von 1893 bis 1895 als Diplomat in den USA, von 1895 bis 1909 in China (Shanghai, Fuzhou, Peking, Tientsin) und danach in Prag, jeweils kürzere Zeit in Deutschland, Brasilien und Dänemark. 1921–27 arbeitete er in Japan, anschließend nochmals in den USA (1927–33) und schließlich in Belgien.

Das trotz seiner bewegten Existenz sehr umfangreiche literarische Schaffen Claudels, für das er jeweils die ersten Stunden seines Arbeitstags reservierte, umfasst Lyrik, Philosophisch-Essayistisches – stark beeinflusst von seinen Fernost-Aufenthalten – und vor allem Theaterstücke.

Das bekannteste und am häufigsten aufgeführte Stück ist das 1911/12 verfasste, im Mittelalter spielende L’Annonce faite à Marie (Mariä Verkündigung). Einigermaßen bekannt wurde auch die fast sechs Jahrzehnte (von 1812 bis 1869) überspannende Trilogie L’Otage (Die Geisel) 1909, Le Pain dur (Das harte Brot) 1914 und Le Père humilié (Der gedemütigte Vater) 1916.

Als sein Hauptwerk gilt jedoch das im spanischen 16. Jahrhundert spielende Stück Le Soulier de satin (Der seidene Schuh) 1925, das erst 1943 in einer von ihm selbst und dem Regisseur Jean-Louis Barrault stark gerafften Version zur Aufführung kam. Als Librettist trat Claudel im dramatischen Oratorium Jeanne d’Arc au bûcher von Arthur Honegger und mit mehreren Operntexten für Darius Milhaud hervor.

Seine Werke waren beeinflusst von den Arbeiten des Philosophen und Literaturnobelpreisträgers Henri Bergson. Claudel wurde 1946 mit der Aufnahme in die Académie Française belohnt. Er war auch Träger des Großkreuzes der Ehrenlegion. 1932 wurde er in die American Academy of Arts and Sciences gewählt. Nach dem Zweiten Weltkrieg geriet er allmählich in Vergessenheit. – (Wikipedia)

-/gw

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