WHY ARE YOU CREATIVE? … Verblüffende Antworten auf die „Jahrhundert-Frage“ im Museum für Kommunikation Frankfurt

4 Aug
2018

Hermann Vaske erläutert sein Projekt, das ihn seit Jahren beschäftigt – Foto: Bernd Heier

Frankfurt am Main – Zu einer Reise durch die ‚Welt der Kreativitäten‘ lädt das ‚Museum für Kommunikation Frankfurt ein.

Seit rund drei Jahrzehnten richtet der Autor, Produzent und Regisseur Hermann Vaske diese Frage an Künstler/-innen und Prominente aus den verschiedenen kreativen Disziplinen. Mehr als 1.000 Kreative aus aller Welt haben ihm geantwortet – manche in handgeschriebenen Sätzen oder auch nur Wörtern, in Interviews, viele mit Zeichnungen oder anderen Kunstwerken.

Unter den Befragten sind beispielsweise: Marina Abramovic, Christo & Jeanne Claude, Yoko Onosowie Ai Weiwei, Stephen Hawking, Bono,Björk und David Bowie, Angelina Jolie und Johnny Deep, Steven Spielberg, Billy Wilder sowie Frank Gehry, Günter Grass, Michael Gorbachev, Nelson Mandela, Dalai Lama und viele andere mehr. Sie sind auf sehr unterschiedliche Weise kreativ und mit ihren Filmen, ihrer Kunst, ihrer Forschung, ihrer Musik und ihrer Architektur erfolgreich. Was treibt sie an, ihre schöpferischen Talente in Werke umzusetzen? 

Zum 30-jährigen Jubiläum der ‚Reise durch die Welt der Kreativität‘ versammelt das ‚Museum für Kommunikation Frankfurt‘ die äußerst facettenreichen, teils verblüffenden Antworten und Reaktionen der Befragten in einer äußerst kurzweiligen Präsentation. Bis zum 04. November 2018 sind in der Forums-Ausstellung rund 300 Original-Zeichnungen und Werke zu sehen sowie zahlreiche Interviews zu hören, die einen faszinierenden Blickwinkel auf die „Jahrhundert-Frage“ nach der Kreativität eines jeden Einzelnen eröffnen.

Die Smiley-Antwort des Werbeexperten Richard Kirshenbaum; © Hermann Vaske – Foto: Bernd Heier

Für seine Antwort griff der Künstler Damien Hirst beispielsweise zum Stift und versinnbildlichte den Ursprung seiner schöpferischen Kraft in einer schwungvollen Ausführung des männlichen und weiblichen Geschlechtsorgans. Ähnlich grundsätzlich ist die Motivation der Schauspielerin und Musikerin Milla Jovovich („Because I‘mhungry …“). Regisseur Quentin Tarantino dagegen betrachtet seine Kreativität schlicht als gottgegebenes Geschenk, während Nobelpreisträger Günter Grass lakonisch konstatiert: „Weil ich muss.“ Ähnlich äußerte sich 1995 der Altphilologe und Schriftsteller Walter Jens: „ …weil ich anders nicht leben kann“. Der Schauspieler Karl-Heinz Böhm, der erschüttert von der Hungerkatastrophe in der Sahel-Zone 1981 die internationale Hilfs-Organisation „Menschen für Menschen“ gründete, antwortete knapp: „Aus Wut“. Und der Schauspieler Denis Hopper schickte Vaske nicht nur ein „Spuckbild“, sondern gleich auch ein Video über den Herstellungsprozess des Werkes.

Für den Regisseur, Autor und Produzent Hermann Vaske, der an der Universität der Künste Berlin und am American Film Institute in Los Angeles studiert hat, ist Kreativität ein Motivator und ganz wichtig für Problemlösungen, aber auch ein Schritt in das Unbekannte, die durchaus auch Ängste auslösen kann. Bei ihm hat die Befragung der Kreativen der Welt bewirkt, dass „man offener für ungewöhnliche Lösungen wird“. Zwischen 1995 und 2001 drehte er drei abendfüllende preisgekrönte Dokumentarfilme. Vaskes aktueller Film “Why Are We Creative? The Centipede’s (Tausendfüßler) Dilemma” feiert seine Premiere auf den 75. Internationalen Filmfestspielen von Venedig und kommt im Herbst 2018 in die deutschen Kinos – ein spannender Trailer ist bereits in der höchst anregenden Schau zu sehen.

„WHY ARE YOU CREATIVE?“ bis zum 04. November 2018 im Museum für Kommunikation Frankfurt – weitere Informationen unter:  www.musuemsstiftung.de

Bernd Heier

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