WARNUNG vor Verharmlosung von E-Zigaretten – Lungenärzte fordern mehr gesundheitliche Aufklärung

4 Jun
2018

Bild: Pixabay

Berlin – Immer mehr Menschen konsumieren E-Zigaretten, in der Annahme, diese sei weniger gesundheitsschädlich als herkömmliche Zigaretten.

Insbesondere Jugendliche werden häufig durch den süßen Geschmack und die vielen Aromastoffe, wie Tiramisu und Waldfrucht, an das Rauchen herangeführt. Eine aktuelle Studie zeigt nun, dass diese Aromastoffe nicht ungefährlich sind. Sie können beispielsweise Diabetes, Asthma und Krebserkrankungen verursachen. Auch die Folgen des Tabakkonsums werden in der Bevölkerung weiterhin unterschätzt, warnt die ‚Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP)‘.

Anlässlich des Weltnichtrauchertags fordert die DGP deshalb von der Politik ein komplettes Werbeverbot für diese Produkte sowie mehr gesundheitliche Aufklärung, die sowohl auf die gefährlichen Folgen des Konsums von E-Zigaretten als auch des Tabakkonsums hinweist.

Inzwischen konsumieren in Deutschland etwa eine Millionen Menschen regelmäßig E-Zigaretten. „Grund für diesen gestiegenen Trend ist sicherlich die Annahme, E-Zigaretten seien weniger gesundheitsschädlich und eine gesündere Alternative zum Tabakkonsum“, erklärt Professor Dr. med. Klaus F. Rabe, Präsident der DGP und Chefarzt der Abteilung Pneumologie an der LungenClinicGrosshansdorf. Denn im Gegensatz zu Tabak enthalten E-Zigaretten keine Verbrennungsprodukte und gelten deshalb als weniger gesundheitsschädlich als Tabakzigaretten.

„Doch trotz geringerer Toxizität kann auch das E-Rauchen massive gesundheitliche Probleme verursachen“,verweist Rabe auf diverse Forschungsergebnisse. Eine aktuelle amerikanische Studie zeige beispielsweise, dass die der E-Zigarette zugesetzten Aromastoffe die Lunge reizen und das Immunsystem negativ beeinflussen können.

In ihrer Untersuchung zeigten die Forscher, dass alle getesteten 49 Aromen beim Rauchen unterschiedliche Mengen freier Radikale freisetzen, die oxidativen Stress in den Zellen verursachen und diese so schädigen. Insgesamt gibt es fast 8.000 verschiedene aromatische Zusatzstoffe, die den E-Zigaretten zugesetzt werden können. Sie werden zwar von der Lebensmittelindustrie bereits als Lebensmittelzusatzstoffe verwendet und als gesundheitlich unbedenklich eingestuft. „Doch sobald sie erhitzt und inhaliert werden. scheinen diese Aromen Schadstoffe zu produzieren, die der Lunge und dem Immunsystem schaden“, warnt Rabe.

Zudem sind in E-Zigaretten Gifte wie Nitrosamine, Diethylenglykol und Formaldehyd bereits nachgewiesen worden. Das ebenfalls enthaltene Propylenglykol – das Verneblungsmittel, das auch in Diskotheken eingesetzt wird – kann die Atemwege reizen. „Wie sich das langfristig auf die Lunge auswirkt, kann man jetzt noch nicht sagen. Langzeitstudien dazu fehlen noch“, räumt Rabe ein. Aber dass durch das zugesetzte, süchtig machende Nikotin der Schritt von der E-Zigarette zum Tabakkonsum nicht weit sei, zeigten mehrere Studien.

Trotz der Schockbilder auf Zigarettenschachteln ist die Zahl der Raucher hierzulande noch immer höher als in den meisten anderen Industrieländern. „Viele haben ihren Konsum zwar eingeschränkt, jedoch nicht komplett eingestellt. Hier ist die Annahme weit verbreitet, dass ein oder zwei Zigaretten am Tag die Gesundheit nicht gefährden“, sagt der Lungenfacharzt. Doch einer Meta-Studie zufolge haben auch Männer, die nur eine Zigarette am Tag rauchen, ein um 48 Prozent höheres Risiko für Herzerkrankungen und ein um 25 Prozent höheres Risiko für Schlaganfall als Nichtraucher. Bei Frauen liegt das Risiko sogar noch höher: es steigt um 57 Prozent für Herzerkrankungen und um 31 Prozent für Schlaganfall.

hbh

Bitte besuchen und liken Sie auch unseren Facebook-account

Ihre Meinung ist uns wichtig

oben