EIER und HASE – Am Anfang war das Ei … ‚Weltkulturen Museum‘ lädt zum Ausstellungsbesuch während der Oster-Feiertage ein

30 Mrz
2018

Eier als Speiseopfer für Oxum, Detail aus der Serie Bori, Werk und Foto: Ayrson Heráclito, 2009

Frankfurt am Main – OSTERN, Fruchtbarkeit und Frühling … Ostern ist eines der bedeutendsten christlichen Feste. Dabei spielen vor allem die Auferstehung Jesu und die Überwindung des Todes eine zentrale Rolle.

Über den Ursprung des Namens Ostern gibt es zahlreiche Spekulationen. Nach der christlichen Lehre, wird die Bezeichnung „Ostern“ von der Himmelsrichtung Osten abgeleitet. Die Blicke der Frauen, die am leeren Grab Jesu standen, richteten sich nach Osten, zum Sonnenaufgang hin. Aus diesem Grund sind auch Kirchen in der Regel nach Osten ausgerichtet. Einer weiteren Theorie zufolge leitet sich das Wort Ostern von der germanischen Frühlings-und Fruchtbarkeitsgöttin Ostara ab. Ihr zu Ehren sollen die Germanen zu vorchristlichen Zeiten Feste gefeiert haben.

Eier und Hase sind beide Fruchtbarkeitssymbole. Der Brauch, dass der Hase die Ostereier bringt, ist jedoch noch gar nicht so alt. Erst im 19. Jahrhundert setzten sich das Eierverstecken und der Osterhase in den bürgerlich-städtischen Kreisen durch. Speziell Eier als Symbol für Fruchtbarkeit tauchen in ganz unterschiedlichen Kulturen und Religionen auf.

So gehören bemalte Eier zum persischen Neujahrsfest Nouruz, das dieser Tage ebenfalls gefeiert wird und stehen auch hier für Fruchtbarkeit. In der brasilianischen Religion Candomblé spielen verschiedene Orixa-Gottheiten eine wichtige Rolle. Oxum, die liebliche Göttin des Süßwassers verkörpert unter anderem Fruchtbarkeit.

Ausstellungsansicht „Entre Terra e Mar. Zwischen Erde und Meer. Transatlantische Kunst“, Serie Bori (Speiseopfer für die Orixá), Ayrson Heráclito, Weltkulturen Museum 2017. Foto Wolfgang Günzel

In einer Installation des Künstlers Ayrson Heráclito in der Ausstellung „Entre Terra e Mar. Zwischen Erde und Meer. Transatlantische Kunst“ ist Oxum mit Speisen, darunter auch Eiern im Frankfurter Weltkulturen Museum zu bewundern. Für die Mexikaner ist Ostern die „Semana Santa“, die Heilige Woche. Es ist die Woche zwischen Palmsonntag und Ostersamstag. Ostern ist auch hier geprägt von der Auferstehung Jesu, die von Ostersonntag bis zum kommenden Samstag gefeiert wird.

Anders als in Europa gibt es in Mexiko das Ostereiersuchen nicht. Für die Mexikaner ist die reale Inszenierung der Geißelung und Kreuzigung wichtig. Die Vorstellungen sind geprägt von kunstvollen Kostümen und grandiosen schauspielerischen Leistungen, auf die sich die Gemeinden fast ein ganzes Jahr vorbereitet haben.

Zwischen dem spanischen Wort „Pascua“ und dem schwedischen Wort „Påsk” besteht zwar eine Verwandtschaft, dennoch könnten die Feste nicht unterschiedlicher ausfallen. Vor langer Zeit dachte man in Schweden, Ostern hätte etwas mit Hexen zu tun. In Westschweden entfachte man deshalb Osterfeuer, um die herum die Menschen schreiend und brüllend standen. Mit dem Feuer und dem Geschrei wollten sie Hexen und böse Kräfte vertreiben. Deshalb verkleiden sich die Kinder in Schweden heutzutage am Gründonnerstag als Osterhexen und gehen von Haus zu Haus, um kleine Geldbeträge und Geschenke einzusammeln. Dabei tragen sie meistens lange Röcke, Schürzen und Kopftücher. Ihre Wangen und Lippen sind rot bemalt. Als Hexen–Accessoires tragen sie einen Besen oder einen Kaffeekessel bei sich.

Ein eher schlechtes Image hat der Osterhase in Australien. Hintergrund ist, dass die von den Europäern eingeführten und ‚biotopfremden‘ Kaninchen jährlich hohe Schäden anrichten und eher als Plage gelten. Daher erfand die australische ‚AntiKaninchen-Forschungsstiftung‘ 1991 als Maskottchen das EasterBilby, ein einheimisches Beuteltier mit langen Ohren, das die Australier seitdem zu Ostern verschenken.

Weltkulturen Museum Frankfurt am Main, Schaumainkai 29 – Öffnungszeiten der Ausstellung „Entre Terra e Mar“ während der Osterfeiertage: Von Karfreitag bis Ostersonntag 11:00-18:00 Uhr, Ostermontag geschlossen. Weitere Informationen unter:  www.weltkulturenmuseum.de

-/gw

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