„Power to the People. Politische Kunst jetzt“ in der Schirn … Seismografen in politisch bewegten Zeiten

25 Mrz
2018

Phyllida Barlow „Untitled: 100banners2015“, 2015, Installationsansicht; © Schirn Kunsthalle Frankfurt 2018, Foto: Norbert Miguletz

Frankfurt am Main – Die Schirn Kunsthalle Frankfurt präsentiert eine große Ausstellung zur politischen Kunst der Gegenwart. Anhand unterschiedlichster Medien wie Installation, Fotografie, Zeichnung, Malerei und Film unternimmt „Power to the People. Politische Kunst jetzt“ eine Bestandsaufnahme zeitgenössischer Positionen.

„Jüngst geht die Kunst ihren Weg zurück ins Politische und die Künstlerinnen und Künstler der Gegenwart erscheinen als Seismografen in diesen politisch bewegten Zeiten. Die Ausstellung berührt auch die Frage, wie politisch Kunst sein darf oder sein soll. Es ist eine Frage, die wir zu jeder Zeit immer wieder neu stellen müssen“, sagt Dr. Philipp Demandt, Direktor der Schirn Kunsthalle Frankfurt. Die facettenreiche Schau, die vom Verein der Freunde der Schirn Kunsthalle e.V. gefördert wird, ist bis zum 27. Mai 2018 in der Frankfurter Kunsthalle zu sehen.

Halil Altındere „Ballerinasand Police“, 2017, Full HD Video, 9:38 Min., © theartist, Courtesytheartistand PİLOT Galeri, Istanbul – Foto: Schirn Kunsthalle Frankfurt

Die Demokratie scheint in der Krise, die Ära der Post-Democracy bereits angebrochen. Die Symptome dafür sind vielfältig: Populistische Führer, Fake News, Rückfall in autokratische Strukturen, totalitäre Propaganda, Neoliberalismus. Das schlägt sich auch in dem Kunstschaffen nieder – eine Repolitisierung ist spürbar.

„Es gibt keine Kunst ohne Gesellschaft. Kunst hat immer eine gesellschaftliche Komponente, sie findet in einem Kontext statt, in einer bestimmten Zeit, in einem bestimmten Land. Kunst hat konkrete Personen, die sie produzieren, sie hat Institutionen, in denen sie gezeigt wird – und einen konkreten Betrachter, eine konkrete Betrachterin. Dabei ist es genau die Stärke von Kunst, dass sie eben kein parteipolitisches Organ ist, sondern dass ihr ganz eigene Mittel zur Verfügung stehen. Dass sie Denkräume öffnen kann, Erfahrungsräume, die es möglich machen, jenseits der Tagespolitik komplexe Zusammenhänge freier zu thematisieren“, erläutert Dr. Martina Weinhart, Kuratorin der Ausstellung.

Der Fokus der beeindruckenden Schau liegt auf grundsätzlichen Fragen und Auseinandersetzungen mit Phänomenen und Möglichkeiten politischer Teilhabe. Dabei werden Haltungen infrage gestellt, Formen des Protests abgebildet und neue Stufen der „Entdemokratisierung“ ins Visier genommen. Indem die Ausstellung künstlerische Positionen aus unterschiedlichen Ländern, von Deutschland über England oder Belgien bis zu den USA, der Türkei, Israel oder Libyen vereint, regt sie zur Reflexion darüber an, wie politische Beteiligung aussehen kann und welche Konsequenzen sie jeweils nach sich zieht.

Die Ausstellung versammelt 43 Werke, darunter Werke von Halil Altindere, Phyllida Barlow, Guillaume Bijl, Julius von Bismarck, Andrea Bowers, Osman Bozkurt, Tobias Donat, Sam Durant, Omer Fast, Mark Flood, ForensicArchitecture, Dani Gal, Katie Holten, Adelita Husni-Bey, Hiwa K, Edgar Leciejewski, Jonathan Monk, Ahmet Öğüt, Ricarda Roggan, Marinella Senatore, RirkritTiravanija, NasanTur und Jens Ullrich.

„Power to the People. Politische Kunst jetzt“  ist bis zum 27. Mai 2018 in der Schirn Kunsthalle Frankfurt zu sehen – weitere Informationen unter:  www.schirn.de  –  Außerdem zeigt die Kunsthalleebenfalls bis zum 27. Mai 2018 noch die große Schau „Basquiat. Boom for Real“. Jean-Michel Basquiat (1960–1988) zählt heute zu den bedeutendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts.

hbh

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