Bärenstarkes Wachstum der Chemie im 4. Quartal – Branche legt bei Umsatz und Beschäftigung zu … mit Rückenwind ins neue Jahr gestartet!

9 Mrz
2018

VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann konnte Erfolgsbilanz präsentieren; Foto: VCI

Frankfurt am Main – Die chemisch-pharmazeutische Industrie hat das Jahr 2017 mit einem unerwartet starken 4. Quartal beendet. „Im letzten Quartal ging die Post ab“, sagte VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann beim Presseabend. Das sei so nicht zu erwarten gewesen.

Alle Sparten in Deutschlands drittgrößter Branche konnten ihre Produktion von Oktober bis Dezember ausweiten. Der starke Schluss-Spurt sorgte auch für eine positive Gesamtbilanz in 2017. Die Branchenproduktion stieg um 3,8 Prozent. Aufgrund des Anstiegs der Erzeugerpreise legte der Umsatz sogar um 6 Prozent auf rund 196 Milliarden Euro zu. Dabei nahm der Auslandsumsatz überdurchschnittlich um 6,6 Prozent zu. Die gute Entwicklung zeigte sich aber auch im Inland. Hier stieg der Umsatz im vergangenen Jahr mit 5 Prozent ebenfalls kräftig. Besonders stark ist der Pharmabereich gewachsen.

Die Mitarbeiterzahl in der Branche nahm 2017 ebenfalls weiter zu. Die chemisch-pharmazeutische Industrie beschäftigt aktuell fast 454.000 Mitarbeiter. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahr ein Zuwachs von 1,5 Prozent. Seit dem Tiefpunkt im Jahre 2010 (415.000 Beschäftigte) hat die Branche 39.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Da die Wirtschaft mit Rückenwind in das neue Jahr gestartet ist, rechnen die Chemie-Unternehmen auch für 2018 mit guten Geschäften. Für das Gesamtjahr erwartet der VCI ein kräftiges Produktionswachstum von 3,5 Prozent. Die Chemikalienpreise werden voraussichtlich um 1 Prozent steigen. Der Branchenumsatz dürfte danach um 4,5 Prozent auf gut 204 Milliarden Euro zulegen.

Tillmann wies aber auch auf die Imponderabilien der Prognose hin. So könnten die Unwägbarkeiten der Trump’schen Handelspolitik durchaus Bremsspuren hinterlassen. Die Chemie- und Pharmaindustrie sei bislang nicht direkt betroffen. Sollte es aber zu Strafzöllen auf den Import europäischer Autos kommen und der Export deutscher Kraftfahrzeuge erschwert werden, würde sich das auch negativ auf die deutsche Chemiewirtschaft auswirken, denn die Automobilindustrie ist der größte Kunde der deutschen Chemieunternehmen: „Handelskriege haben noch nie Gewinner hervorgebracht“, lautet das Fazit von Tillmann.

Auch an die neue Bundesregierung richtete der Hauptgeschäftsführer mahnende Worte: „Wenn wir im internationalen Vergleich mithalten wollen, brauchen wir Weichenstellungen für mehr Investitionen und Innovationen, Beschleunigung bei der Optimierung der digitalen Infrastruktur und der Digitalisierung der Verwaltung, bessere Bildungsbedingungen, eine bezahlbare Energieversorgung sowie Anpassungen bei der Unternehmensbesteuerung“. Dies seien nur einige der Großbaustellen, bei denen Handeln der Politik aus Sicht des VCI dringend gefordert ist.

Weitere Informationen unter:  www.vci.de

Bernd Heier 

Bitte besuchen und liken Sie auch unseren Facebook-account

Ihre Meinung ist uns wichtig

oben