Museum im Rothschildpalais – ältestes Jüdisches Museum der Bundesrepublik Deutschland – feiert 30-jähriges Bestehen … Ausbau digitaler Kommunikation

30 Jan
2018

Jakob Nussbaum: Mainufer mit Blick auf die Alte Mainbrücke, 1903; © Jüdisches Museum

Frankfurt am Main – Richtfest beim Neubau … neues Corporate Design … Ausbau der digitalen Kommunikation! Im Jubiläumsjahr trumpft das Jüdische Museum Frankfurt gleich mit einer ganzen Reihe von Neuerungen auf:

Die baulichen, programmatischen und visuellen Veränderungen sind schon deutlich sichtbar. Ein Meilenstein auf dem Weg zur Fertigstellung des Erweiterungsbaus ist das Richtfest am 07. März 2018. Bei den „Open House-Tagen“ vom 16. bis 21. Oktober 2018 werden weite Teile des Neubaus sowie die historischen Rothschildräume öffentlich zugänglich sein. Eine zeitgenössische Kunstausstellung und ein breites Vermittlungs- und Kulturprogramm werden diese Tage begleiten. Im Zentrum steht die Skulptur „Untitled“ von Ariel Schlesinger. Die Skulptur im künftigen Lichthof des Museums zwischen Rothschildpalais und Neubau, der im Sommer nächsten Jahres bezugsfertig sein soll, besteht aus zwei ineinander verwobenen Baumskeletten.

Auch präsentiert sich das Museum in neuem Corporate Design. Das überarbeitete Logo in dunkelblau und weiß eignet sich ausgezeichnet für die Darstellung in den digitalen Medien, die Museumsdirektorin Dr. Merjam Wenzel noch stärker nutzen will. Nachdem das Museum in den vergangenen Jahren bereits systematisch seine digitale Kommunikation ausgebaut und neue Social Media-Plattformen und –Kanäle, wie Instagram, Twitter oder Youtube, nutzt, steht nun die digitale Vermittlung im Vordergrund. In Kooperation mit dem Historischen Museum wurde eine App entwickelt, die Schülerinnen und Schüler, aber auch Touristen zu „Unsichtbaren Orten“ der Migration im Frankfurter Stadtraum führt.

Der Chanukka-Leuchter, vermutlich Niederlande, 18. Jahrhundert, wird ab Mitte Mai 2018 im Museum Judengasse gezeigt; © Jüdisches Museum

Bereits im vergangenen Jahr wurde eine beeindruckende Online-Ausstellung über Ludwig Meidner auf dem Portal „Künste im Exil“ präsentiert (s.a. Bericht im Positiv-Magazin vom 05. September 2017 „Ludwig Meidner – der große bekannte „Unbekannte“! Online-Plattform bietet Einblicke in das Schaffen des expressionistischen Malers“).

Seit kurzem wird die Meidner-Schau von drei weiteren Online-Ausstellungen begleitet: Eine informiert über die Highlights aus den Sammlungen des Jüdischen Museums, die auf der Plattform von Google Arts & Culture zu sehen ist. Die beiden anderen bieten einen Einblick in das Museum Judengasse und einen Überblick über die Geschichte der Familie Frank. Diese in Kooperation mit dem Anne Frank Fonds entwickelte Präsentation stellt die Geschichte der aus der Frankfurter Judengasse stammenden Familie von Anne Frank über mehrere Generationen hinweg dar. Die digitalen Ausstellungen sind unter dem Link  https://www.google.com/culturalinstitute/beta/partner/jewish-museum-frankfurt?hl=de  zu finden.

Das Motto einer eigens für das Jubiläumsjahr entworfenen Kampagne ist die Zahl 30 – sie zeigt anhand ausgewählter Gegenstände 30 Geschichten aus der 30-jährigen Museumsgeschichte. Die Kampagne wird in erster Linie in den sozialen Medien kommuniziert – und endet mit einer „LernNacht“ am 09. November 2018, dem 30. Jahrestag der Eröffnung.

Mit „Jakob Nussbaum. Frankfurter Impressionist“ zeigt das Jüdische Museum in diesem Jahr auch seine erste Ausstellung seit der Schließung des Rothschildpalais. Jakob Nussbaum (1873-1936) war der bedeutendste jüdische Künstler der Stadt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Als Präsentationsort für die Schau hat sich Sammlungsleiterin Dr. Eva Atlan etwas Besonderes einfallen lassen: Da im Zentrum von Nussbaums Schaffen das Motiv der Landschaft stand, wird die Ausstellung vom 18. März bis 02. Dezember 2018 im idyllisch gelegenen Freilichtmuseum Hessenpark, Neu-Anspach, gezeigt.

Desweiteren präsentiert das Jüdische Museum vom 16. Mai bis 14. Oktober 2018 unter dem Titel „Geraubt, Zerstört, Verstreut: Zur Geschichte von jüdischen Dingen in Frankfurt“ die Ergebnisse seiner Provenienz-Forschung im Museum Judengasse. Es handelt sich dabei um eine vermittlungsorientierte Kabinettausstellung, die anhand einzelner Objekte, wie z.B. den Chanukka-Leuchter, sowohl die Geschichte des Museums Jüdischer Altertümer, dem ideellen Vorgänger des heutigen Jüdischen Museums Frankfurt, als auch die Plünderungen jüdischen Kulturguts in der Frühen Neuzeit thematisiert.

Die Ausstellung wird in Kooperation mit dem Historischen Museum Frankfurt entwickelt, das im gleichen Zeitraum die Ausstellung „Gesammelt, Gekauft, Geraubt? Vom Weg der Dinge ins Museum“ zeigt. – Weitere Informationen unter:  www.juedischesmuseum.de

Bernd Heier

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