Mit wertvollen Tipps die Feiertage ohne Völlegefühl und Sodbrennen genießen!

20 Dez
2017

Bild: Pixabay

Berlin – Besonders jetzt an den bevorstehenden Feiertagen wird in Deutschland wieder gut, gern und viel gekocht und gegessen. In geselliger Runde verzehrt man meist mehr, als man eigentlich will – oder soll. Völlegefühl, saures Aufstoßen oder Sodbrennen sind oft die Folge.

Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) hat einige wichtige Ratschläge zusammengestellt, die dem Magen helfen, gut über die Feiertage zu kommen: Zu Sodbrennen und saurem Aufstoßen kommt es dann, wenn der stark saure Mageninhalt in die Speiseröhre oder den Rachen zurückfließt und dort die empfindlichen Schleimhäute reizt. „Die Ursache hierfür liegt letztlich beim Schließmuskel am Mageneingang, der wie ein Ventil die Speiseröhre vom Magen trennt“, sagt Professor Dr. med. Siegbert Faiss, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie und Interventionelle Endoskopie der Asklepios Klinik Barmbek.

Normalerweise verhindert der Schließmuskel, dass Säure aus dem Magen aufsteigt. Zum so genannten Reflux kann es aber dann kommen, wenn der Schließmuskel zu schwach und der Druck im Mageninneren zu groß ist. Die Kraft dieses Mageneingangsventils nimmt mit zunehmendem Alter langsam ab, kann aber auch durch äußere Einflüsse wie Alkohol, Nikotin oder fettreiche Speisen beeinträchtigt werden. Wer seinen Magen dann auch noch mit zu großen Portionen unter Druck setzt, läuft schnell Gefahr, den Schließmuskel zu überfordern. Auch bei stark übergewichtigen Menschen und bei Schwangeren ist der Druck im Bauchraum erhöht – und mit ihm auch das Reflux-Risiko.

„Die wichtigste Regel ist, keine allzu großen Portionen zu essen, sondern lieber über den Tag verteilt, kleinere, und diese gut zu kauen“, sagt Faiss. Beim Konsum von Alkohol und Nikotin ist grundsätzlich Zurückhaltung geboten, erst recht, wenn man zu Sodbrennen neigt. Bei vielen Betroffenen treten die Reflux-Beschwerden hauptsächlich im Liegen auf, wenn auch die Schwerkraft dem Schließmuskel am Mageneingang nicht mehr bei der Arbeit hilft. „Es ist daher ratsam, nicht zu spät am Abend zu essen und im Bett ein zweites Kopfkissen unterzulegen oder das Bett hochzustellen“. Die leicht erhöhte Schlafposition verringert den Druck auf den Schließmuskel.

Empfehlenswert ist beispielsweise auch der klassische Verdauungsspaziergang. Bei anderen gern genutzten Verdauungshelfern hingegen ist kein Nutzen nachgewiesen: Das gilt etwa für den Verdauungsschnaps. Der Alkohol belastet den Magen zusätzlich, denn er hemmt die Magenmuskulatur und verlängert dadurch die Zeit, die der Speisebrei im Magen verbringt. Wenn überhaupt, so haben eher die in Kräuterschnäpsen enthaltenen ätherischen Öle der Kräuter positive Effekte auf die Verdauung. Für Kaffee und Espresso gilt: Getränke können die Darmtätigkeit anregen und die Darmentleerung beschleunigen. Bei der Entleerung des Magens helfen sie aber nicht. Auf Medikamente wie Antazida oder Säureblocker, die zum Teil rezeptfrei in Apotheken erhältlich sind, sollte nur im Ausnahmefall zurückgegriffen werden, empfiehlt Christian Trautwein, Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Stoffwechselerkrankungen und internistische Intensivmedizin an der Uniklinik Aachen. Auf keinen Fall sollten diese Mittel ohne ärztlichen Rat über einen längeren Zeitraum – zwei Wochen und mehr – eingenommen werden.

hbh

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