Experimentelle Kunst Lateinamerikas im Dialog mit Werken des „Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main (MMK)“

5 Dez
2017

CildoMeireles, Insercoesemcircuitosideologicos: 1-Projeto Coca-Cola, 1970; © The artist, DarosLatinamerica Collection, Zürich, Foto: Axel Schneider

Frankfurt am Main – Neue Sichtweise auf MMK-Sammlung … Für eine der größten Ausstellungen in seiner Geschichte kooperiert das MMK (Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main) mit dem Museo de Arte Moderno de Buenos Aires.

Der kommissarische Direktor des MMK, Peter Gorschlüter, hat für die Präsentation nahezu das ganze Haus leerräumen lassen. Die spannende Schau versammelt unter dem geheimnisvollen Titel „A Tale of Two Worlds – Experimentelle Kunst Lateinamerikas der 1940er- bis 80er-Jahre im Dialog mit der Sammlung des MMK“ rund 500 Werke aus privaten und öffentlichen Sammlungen von über 100 Künstlern aus Lateinamerika, den USA und Europa.

Die gemeinsam von Victoria Noorthoorn und Javier Villa, der Direktorin und dem Seniorkurator des Museo de Arte Moderno de Buenos Aires, und MMK-Kurator Klaus Görner geschickt arrangierte Schau bringt zentrale Arbeiten der MMK Sammlung in einen Dialog mit Schlüsselwerken lateinamerikanischer Kunst. Dabei werden die künstlerischen Strömungen der westlichen Gegenwartskunst und der experimentellen Kunst Lateinamerikas deutlich.

Beatriz González, Toilette Madame Vigée Le Brun et safille, 1973; Courtesy Beatriz González, Foto: Axel Schneider

Die Perspektiven zweier Kontinente und Kulturen eröffnen die Möglichkeit, die Sammlung des MMK in neuem Licht zu sehen. „Obwohl die ausgestellten Werke unter unterschiedlichen politischen, wirtschaftlichen und historischen Bedingungen entstanden, offenbart die Ausstellung beachtliche Parallelen in der Entwicklung, Kreuzungspunkte und innere Widersprüche“, erläutert Görner.

Die beeindruckende Präsentation, die bis zum 02. April 2018 im MMK 1 und anschließend im Museo de Arte Moderno de Buenos Aires zu sehen ist, wurde in enger Zusammenarbeit beider Museen aus Buenos Aires und Frankfurt konzipiert. Noch nie zuvor wurden Kuratoren lateinamerikanischer Kunst in einem solchen Umfang dazu eingeladen, die Sammlung eines europäischen Museums zu hinterfragen und neu zu bewerten.

„Ziel der Ausstellung ist es, eine Debatte über die Antworten der Künstler auf die jeweiligen sozio-politischen Verhältnisse in ihren Heimatländern zu eröffnen. Die politische Vergangenheit Lateinamerikas – mit jahrzehntelangen wirtschaftlichen Krisen, Kolonialismus, Diktaturen, Machtmissbrauch, Zensur und Rassendiskriminierung – wurde zum Ausgangspunkt einer sehr ausdrucksstarken und teilweise radikalen künstlerischen Auseinandersetzung“, so die Kuratoren.

Die Ausstellung ist Teil des Programms „Museum Global“ der Kulturstiftung des Bundes. Mit dieser Initiative lädt die Kulturstiftung bedeutende Museen Deutschlands ein, ihre Sammlungen in eine globale Perspektive zu rücken. Bereits seit mehreren Jahren öffnet sich das MMK in seinem Ausstellungsprogramm und seiner Sammlungspolitik außereuropäischen Perspektiven der internationalen Gegenwartskunst und untersucht kritisch die veränderten sozio-politischen Bedingungen, unter denen Kunst in einer globalisierten Welt entsteht.

„A Tale of Two Worlds – Experimentelle Kunst Lateinamerikas der 1940er- bis 80er-Jahre im Dialog mit der Sammlung des MMK“ im MMK 1 bis 02. April 2018 – weitere Informationen unter:  www.mmk-frankfurt de

hbh

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