Erkältungen nicht mit Antibiotika behandeln … wirkungslos gegen Erreger einfacher Erkältungen!

27 Nov
2017

Bild: Pixabay

Berlin – Die Fälle von Atemwegsinfektionen nehmen ab Oktober zu. Statistisch gesehen stecken bis Jahresende überwiegend harmlose Rhinoviren hinter laufender Nase, kratzendem Hals und Husten.

Das Infozentrum für Prävention und Früherkennung (IPF) rät: Bei virusbedingten Atemwegsinfekten sollten Patienten unbedingt auf Antibiotika verzichten. Die Medikamente helfen nicht gegen Viren, können jedoch bei falscher Anwendung die Gesundheit schädigen und zu Resistenzen führen.

Antibiotika bekämpfen ausschließlich Bakterien. Sie sind also gegen die Erreger einfacher Erkältungen wirkungslos. Unnötig eingenommen, steigt aber die Gefahr, dass sich Resistenzen gegen die Wirkstoffe bilden. Natürlich kann eine schwere Erkältung zu quälenden Beschwerden führen. Husten, Schnupfen und Heiserkeit lassen sich durch Antibiotika jedoch nicht lindern. Das gilt auch für Nasennebenhöhlenentzündungen. Studien zufolge geht es nur etwa fünf von 100 Patienten mit Antibiotika besser als ohne. Schmerzmittel, fiebersenkende Medikamente und ausreichende Schonung mildern den Leidensdruck effektiver und gesundheitsschonender: Nebenwirkungen von Antibiotika wie Magen-Darm-Beschwerden oder allergische Reaktionen sollten laut IPF nicht ohne zwingenden Grund in Kauf genommen werden.

Entwickelt sich aus der Erkältung aber eine bakterielle Infektion der Lunge, sind Antibiotika unerlässlich. Hohes Fieber oder Husten mit Auswurf können Anzeichen für eine Lungenentzündung durch Bakterien sein. Ein „Antibiogramm“ zeigt, welcher Wirkstoff die Erreger am besten bekämpft. Dabei bringen Mediziner im Labor bestimmte Antibiotika mit den aus einer Probe entnommenen Erregern zusammen und prüfen, wie gut das Medikament das Bakterienwachstum eindämmt. Wichtig ist: Wird ein Antibiotikum verordnet, sollten Patienten die Tabletten regelmäßig einnehmen – auch wenn die Beschwerden schon abklingen. Nur nach Rücksprache mit dem Arzt sollte die Einnahme abgesetzt werden!

Weitere Informationen enthält das Faltblatt „Warum und wann Antibiotika“. Es kann kostenlos unter: www.vorsorge-online.de heruntergeladen werden. Das Infozentrum für Prävention und Früherkennung (IPF) informiert die Öffentlichkeit über bestehende Möglichkeiten der Krankheitsvorsorge durch Laboruntersuchungen. Es wird vom Verband der Diagnostica-Industrie (VDGH) unterstützt. Seine Neutralität wird durch einen wissenschaftlichen Beirat gewährleistet, dem erfahrene Ärzte angehören.

hbh

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