‚Klinik Königstein der KVB‘ begeisterte mit informativem HERZSEMINAR: „Das schwache Herz – erfolgreiche Therapiemöglichkeiten!“

23 Nov
2017

V.l.n.r.: Dr. Sven-Oliver Bachmann, Schwester Margarethe Meichelbeck, Marie Louise Vogel, AnaliaKraska, Sonja Wessely und Yvonna Mook (beide Deutsche Herzstiftung), Dr. Gerhard Toepel • Bild: Klinik Königstein der KVB

Königstein im Taunus – Im Rahmen der Herzwochen 2017 veranstalteten die ‚Deutsche Herzstiftung‘ und die ‚Klinik Königstein der KVB ein äußerst erfolgreiches Herzseminar mit dem Thema „Das schwache Herz – erfolgreiche Therapiemöglichkeiten“.

Dr. Gerhard Toepel, Chefarzt der Klinik Königstein der KVB, begrüßte über 130 Interessierte und führte beeindruckend und überzeugend durch das Programm des Abends. Er wies darauf hin, dass in Deutschland zwei bis drei Millionen Menschen an einer Herzschwäche leiden. Jährlich kommen über 300.000 Patienten hinzu und 50.000 Menschen sterben an der Herzschwäche. Diese liegt vor, wenn das Herz die Organe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen kann. Viele Menschen wissen aber nicht, dass es heute schon erfolgreiche Therapiemöglichkeiten gibt. Dies hat die Klinik Königstein der KVB zum Anlass genommen, zwei Therapiemöglichkeiten in einem Herzseminar mit der Deutschen Herzstiftung vorzustellen.

In einem ersten Vortrag erklärte Marie Louise Vogel, Dipl.-Sportwissenschaftlerin und Paralympics-Trainerin 2016, wie Sport gleichsam wie ein Medikament gegen Herzschwäche eingesetzt und dosiert werden kann. Regelmäßiger Sport normalisiert neben dem Blutdruck die Blutzuckerwerte und die Blutfettwerte wie Cholesterin – und auch das Gewicht. Er vermindert Entzündungen, stabilisiert das Immunsystem, die Psyche und verbessert die Herzleistung. Diese bekannten theoretischen Wirkungen kann man ganz praktisch im Alltag erkennen, nämlich genau dann, wenn man wieder besser die Treppe hochkommt oder weniger Erkältungen hat, oder einfach wieder besser mit den Enkeln spielen kann.

Das Naturerlebnis und soziale Kontakte werden bei vielen Sportarten gleich mitgeliefert. Obwohl viele Menschen wissen, wie gesund regelmäßiges Sporttreiben ist, führt häufig neben falschen Ängsten auch der allseits bekannte ‚innere Schweinehund‘ dazu, dass es leider unterlassen wird. Rücksprache und Beratung durch einen Arzt oder Kardiologen kann zur Entscheidungsfindung einer Sportart helfen – und auch Ängste vor der Wirkung von Sport bei Herzkrankheiten abbauen. Einen geschützten Rahmen bietet z.B. die Teilnahme an einer Herzsportgruppe. Wissenschaftliche Fachgesellschaften empfehlen täglich oder mindestens alle 2 Tage jeweils 30 Minuten sportlich aktiv zu sein. Die sinnvolle Intensität von Sport kann über ein Belastungs-EKG oder über das subjektive Empfinden festgelegt werden. Merksätze wie „Laufen ohne zu Schnaufen“, oder „Lächeln ohne zu Hecheln“ können die richtige Belastungsstärke finden helfen.

In der Pause konnten sich Interessierte vom Team der Diagnostik der Klinik Königstein ihren Blutdruck messen lassen. Zur Stärkung wurden für gesunden Lebensstil typische rote Äpfel gereicht. – Oberarzt Dr. Sven-Oliver Bachmann, Internist und Kardiologe, erläuterte in seinem Vortrag, wie eine moderne Herzschrittmacher-Therapie bei Herzschwäche helfen kann: Moderne Herzschrittmacher werden gegen Herzschwäche eingesetzt, wenn trotz der üblichen Therapie mit Medikamenten auf Dauer keine Besserung der Symptome der Herzschwäche eintritt. Die typischen Zeichen einer Herzschwäche sind Atemnot, Wassereinlagerungen und eine verminderte Belastbarkeit. Besonders profitieren Patienten von einem modernen Herzschrittmacher, wenn die Herzschwäche besonders ausgeprägt ist und bestimmte Veränderungen im EKG – wie ein Linksschenkelblock – vorliegen … dann schlagen linke und rechte Herzkammer nicht mehr zeitgleich, sondern „eiern“ zeitversetzt voneinander. Die beiden Herzkammern behindern sich dann gegenseitig zusätzlich zur Herzschwäche.

Hier kann ein aufwendiges Herzschrittmachersystem (CRT) mit drei Elektroden die Pumpkraft des schwachen Herzens wieder effektiver machen. Eine weitere technische Errungenschaft ist der unter dem linken Schlüsselbein einsetzbare Defibrillator (ICD). Dieser wird eingesetzt, wenn lebensgefährliches Herzkammerflimmern droht – er hat vor allem eine Wächterfunktion und überprüft über Jahre jeden Herzschlag seines Trägers auf eine gefährliche Situation. Nur wenn das seltene aber lebensbedrohliche Kammerflimmern auftritt, gibt er einen Elektroschock an das Herz ab und beendet die gefährliche Herzrhythmusstörung. Der Defibrillator rettet damit effektiv Menschenleben.

Weitere Informationen erteilt gern und kostenfrei die Deutsche Herzstiftung – www.herzstiftung.de  und auch die Klinik Königstein der KVB – www.kvb-klinik.de

kvb/gw

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