Wichtige Bereicherung für das Romantik-Museum: ‚Freies Deutsches Hochstift‘ erwirbt zwei spektakuläre Werke!

17 Nov
2017

Johan Christian Clausen Dahl: „Der Vesuv“, gesehen vom Posillipo, Ölskizze, 1847

Frankfurt am Main – Für die Sammlungen des ‚Freien Deutschen Hochstifts / Frankfurter Goethe-Museums‚ konnten zwei spektakuläre Stücke erworben werden, die vor allem im Hinblick auf das derzeit entstehende ‚Deutsche Romantik-Museum‘ eine wichtige Bereicherung darstellen:

Die Ölskizze „Der Vesuv“ von Johan Christian Clausen Dahl sowie ein Briefgedicht von Friedrich von Hardenberg (Novalis) an Gottfried August Bürger.

Für die kleine, jedoch hochwertige Gemäldesammlung des Frankfurter Goethe-Museums stellt Dahls Vesuv-Darstellung eine ideale Ergänzung dar. Die qualitativ herausragende Ölskizze des norwegischen Romantikers aus dem Jahr 1847 erweitert den Bestand an romantischer Landschaftsmalerei um ein ganz besonderes Werk.

Dahls kleinformatige Arbeit zeigt ein typisches Motiv Italien-reisender Künstler im 19. Jahrhundert: Den Blick vom Posillipo über die Bucht von Neapel auf den rauchenden Vesuv. Das Museum besitzt bereits eine Ölskizze von Carl Blechen, dessen Vesuv-Ansicht ein wunderbares Gegenstück zu Dahls Arbeit bildet.

Der Norweger malte das Bild als Geschenk für seine Freundin und Gönnerin Wilhelmine von der Decken. Das Besondere an seiner Vesuv-Ansicht ist: Es ist keine Kopie nach einem bereits bestehenden Gemälde, sondern eine eigene, freie, kleine Komposition. Vor der Auktion befand sich das Bild lange in Privatbesitz eines norddeutschen Sammlers. Erworben wurde es mit Mitteln der Ernst von Siemens Kunststiftung, Hessischen Kulturstiftung und Kulturstiftung der Länder.

Das Briefgedicht von Friedrich von Hardenberg an Gottfried August Bürger vom 18. Mai 1789 wirft ein bemerkenswertes Schlaglicht auf die schriftstellerische Orientierung des 17-jährigen Schülers, der wenige Jahre später mit seinem Pseudonym „Novalis“ zu einem der Begründer der literarischen Romantik wurde. Bevor Hardenberg 1790 nach Jena ging und dort mit Schiller, Tieck, Schelling und den Brüdern Schlegel verkehrte, lebte er bei seinen Eltern in Weißenfels an der Saale (Herzogtum Sachsen-Weißenfels).

Dort kam ihm zu Ohren, dass im nahegelegenen Langendorf der von ihm hochverehrte Gottfried August Bürger zu Gast war. Der junge Hardenberg umwarb diesen mit schwärmerischen Gedichten. Das erste dieser Gedichte, ein Faltbrief mit Anschrift und Siegel, konnte jetzt erworben werden (ein zweites besitzt das Hochstift bereits seit 1956).

In pathetischen Versen benennt Hardenberg seine Vorbilder, die ihn zum Dichter gemacht haben: Horaz, Wieland und eben jenen Bürger, den „Volksdichter“, der Leser in allen Schichten hatte. In dem Briefgedicht beklagt bereits der Jungromantiker die zu seltene „Kunst froh zu seyn“.

Den Ankauf ermöglichten die Kulturstiftung der Länder, Cronstett-Hynspergische Evangelische Stiftung, Rudolf-August Oetker-Stiftung, Hessische Kulturstiftung und FAZIT-Stiftung.

www.goethehaus-frankfurt.de/freies-deutsches-hochstift

Bernd Heier

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