Auf vollständigen POLIO-IMPFSCHUTZ achten! – Auch Erwachsene können an „Kinderlähmung“ erkranken!

6 Nov
2017

Bild: Pixnio

Berlin – Im Jahr 2002 erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Region Europa zur poliofreien Zone – ein Erfolg des Impfprogramms gegen Polio. Weltweit kommt es jedoch immer wieder zu Ausbrüchen dieser gefährlichen Krankheit.

Durch internationalen Reiseverkehr und Wanderbewegungen können Polio-Viren auch hierzulande wieder auftauchen, warnen Experten des Robert Koch-Instituts (RKI). Das Infozentrum für Prävention und Früherkennung (IPF) rät deswegen: Eltern sollten auf den Polio-Impfschutz bei ihren Kindern achten, Erwachsene ihren Impfstatus prüfen und sich impfen lassen.

Polio-Erkrankungen – volkstümlich „Kinderlähmung“ genannt – werden durch Poliomyelitis-Viren ausgelöst. Impfungen gegen diese Erreger sind nach Ansicht von Experten solange notwendig, bis weltweit niemand mehr an Polio erkrankt, die Krankheit also vollständig verschwunden ist. Doch nicht alle Menschen, die sich mit Polio-Viren anstecken, erkranken tatsächlich:

Rund 95 Prozent der Infizierten merken nichts von der Infektion. Sie scheiden die Viren jedoch mit dem Stuhl aus und können die Erreger an Menschen in ihrer Umgebung weitergeben. Konsequentes Impfen schützt vor diesem Mechanismus, da der Kontakt mit den Erregern dann weder zu akuten Erkrankungen noch zu stillen Infektionen führt.

Einen vollständigen Schutz gegen Polio erlangt, wer insgesamt fünf Impfungen gegen Polio vom Säuglings- bis Jugendalter erhalten hat. Fehlen bei Kindern einzelne Impfungen aus dem Zyklus, sollten Eltern diese unbedingt nachholen lassen, rät das RKI. Vollständigen Impfschutz empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) auch für Erwachsene. Sie können trotz des volkstümlichen Begriffs „Kinderlähmung“ ebenfalls erkranken.

Wer zudem in Länder reist, in denen die Infektion noch vorkommt, sollte an Auffrischimpfungen denken. Auch wer schon einmal eine Polio-Infektion durchgemacht hat, kann nicht von einem lebenslangen Schutz ausgehen: Die Erkrankung kann von unterschiedlichen Poliomyelitis-Virustypen ausgehen.

Weitere Informationen zu Schutzimpfungen enthalten die IPF-Faltblätter „Impfschutz“ und „Vorsorge-Impfungen bei Kindern“ – diese können kostenlos unter: www.vorsorge-online.de heruntergeladen werden.

hbh

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