Starkes Signal / bemerkenswerte Entscheidung – FRIEDENSNOBELPREIS ehrt Kampagne zum Kampf gegen Atomwaffen (ICAN)

7 Okt
2017

Der Friedensnobelpreis – Foto: Henry Mühlpfordt

Berlin – Die Heinrich-Böll-Stiftung Berlin hat mit großer Freude ihrer Partnerorganisation ICAN zur Verleihung des Friedensnobelpreises durch das Osloer Komitee gratuliert.

„Wir freuen uns mit unseren Partnern von ICAN und gratulieren von ganzem Herzen! Die Auszeichnung des internationalen Netzwerks mit dem Friedensnobelpreis ist ein starkes Signal und bekräftigt angesichts der jüngsten nuklearen Eskalationsdynamiken die Notwendigkeit politischer und diplomatischer Lösungen. Die Heinrich-Böll-Stiftung unterstützt die jungen Expert/-innen und Aktivist/-innen von ICAN seit mehreren Jahren in ihrem Engagement für eine rationale Sicherheitspolitik und die Bemühungen um eine nukleare Abrüstung,“ betonte Ellen Ueberschär, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung, zur Verkündung des Preises.

Deutsche und internationale ICAN-Mitglieder haben es in den vergangenen Jahren mit hartnäckiger Überzeugungsarbeit und Unterstützung der Stiftung geschafft, ihre jeweiligen Regierungen für einen verbindlichen Vertrag zum weltweiten Verbot von Nuklearwaffen zu gewinnen. Im Juli beschlossen 122 Staaten bei den Vereinten Nationen ein internationales Atomwaffenverbot, seit 20. September liegt das Abkommen in New York zur Unterzeichnung aus.

Als internationales Netzwerk junger Aktivist/-innen konnte ICAN mit Unterstützung der Stiftung an mehreren internationalen Konferenzen teilnehmen und so zunächst insgesamt 127 Staaten zu einer Humanitären Selbstverpflichtung bewegen, Atomwaffen zu ächten. Später gingen daraus offizielle Verhandlungen über ein völkerrechtliches Verbot hervor. Damit konnte ICAN eine der seit Jahrzehnten bedeutendsten politischen Initiativen für nukleare Abrüstung anstoßen und sich selbst als anerkannter, zivilgesellschaftlicher Akteur positionieren.

Neben den Teilnahmen an Konferenzen wie der Open Ended Working Group zur nuklearer Abrüstung 2016 in Genf oder den UN-Verhandlungen über einen Verbotsvertrag im Juli 2017 förderte die Stiftung auch zahlreiche Dialog- und Debattenforen sowie die Weiterbildung.

Mit dieser bemerkenswerten Entscheidung hat das Nobelpreis-Komitee in Zeiten zunehmender Krisen und Aufrüstungstendenzen die eindeutige Ächtung und Abschaffung von Atomwaffen – das zentrale politische Anliegen ICANs – wieder in den Fokus gerückt.

ICAN Deutschland ist der deutsche Zweig der weltweit aktiven Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen. Mit Unterstützung der Öffentlichkeit setzt sich ICAN für einen internationalen Vertrag ein, der Atomwaffen endgültig verbietet.  –  www.ican.berlin

ots/gw

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