Gibt es nicht! – oder doch? … Imker mit Bienengiftallergie: Matthias Mochow ist der lebende Beweis!

26 Aug
2017
Bienengift, Imker

Matthias Mochow • Bild: obs/ALK-Abelló Arzneimittel GmbH/Matthias Mochow

Hamburg Der Bienenfan Matthias Mochow imkerte bereits leidenschaftlich, als sich die Allergie bei ihm entwickelte. Für den heute 33-Jährigen stand nach kurzer Überlegungspause fest: „Ich gebe das Imkern nicht auf.“ Wie sich Matthias Mochow vor seinen Lieblingen schützt, hat er uns im Interview verraten.

Wie haben Sie Ihre Leidenschaft für das Imkern entdeckt?

Mit 28 Jahren war ich auf der Suche nach einem Hobby, das nicht nur Spaß macht, sondern sich auch selbst finanziert. Ich stieß per Zufall darauf. Der Gartennachbar meiner Eltern war leidenschaftlicher Imker und auch der Vater meiner Tante imkerte. Beide erzählten mir von ihrer Leidenschaft und ich war sofort fasziniert. Ich fand es toll, wie fleißig und arbeitsam die Bienen sind und dass sie durch ihre Bestäuberleistung dafür sorgen, dass wir Obst und Gemüse haben. Außerdem war ich davon begeistert, dass man fast alles verwerten kann: Honig, Wachs, Pollen, der als Nahrungsmittel wertvolle Nährstoffe liefert, sowie den Propolis, auch Kittharz genannt. Meine Vorliebe für Süßes und damit auch für Honig tat schließlich noch das Übrige.

Wie viele Bienenstöcke und wie viel Honigertrag haben Sie?

Fünf – die ich am Wald- und Wiesenrand platziert habe. In jedem von ihnen lebt ein Volk, das mich etwa 20 bis 30 Stunden im Jahr in Anspruch nimmt. Wie viel Honig meine Bienen produzieren, hängt von den Blüten und dem Wetter ab. Raps ist beispielsweise sehr ertragreich, Waldtau aus dem der Waldhonig gewonnen wird, hingegen weniger. Kommt dann viel Regen hinzu, kann die Ausbeute auch einmal sehr gering ausfallen. Pro Volk kann ich aber im Schnitt mit etwa 25 Kilogramm Honig pro Jahr rechnen.

Wie und wann haben Sie herausgefunden, dass Sie an einer Insektengiftallergie leiden?

Etwa ein Jahr nachdem ich mit dem Imkern angefangen hatte, wurde ich gleich fünf Mal gestochen. Bisher hatte sich bei mir bei Stichen maximal eine Schwellung gezeigt. Doch damals wurde mir plötzlich schwindelig. Auch meine Knie wurden weich. Ich rief den Notarzt. Der erklärte mir, dass sich eine Bienengiftallergie auch mit der Zeit entwickeln kann. Nach einer Nacht im Krankenhaus bestätigte mir eine Hautärztin meine Allergie.

Haben Sie darüber nachgedacht, mit dem Imkern aufzuhören?

Meine Imkerkollegen haben sofort gesagt, dass sie sich um meine Bienen kümmern, solange ich noch keine Entscheidung getroffen habe. Ich erfuhr von der Möglichkeit einer Hyposensibilisierung, bei der einem immer wieder das Gift der Bienen in kleinen Dosen gespritzt wird, sodass man daraufhin Antikörper bildet und immun wird. Da war für mich sofort klar, dass ich mein Hobby nicht aufgeben werde. Bisher habe ich es leider noch nicht geschafft, eine Hyposensibilisierung zu machen. Das möchte ich aber nachholen, so schnell es geht.

Wie schützen Sie sich vor Bienenstichen?

Ich trage einen Schutzanzug, der meinen ganzen Körper bedeckt und außerdem sehr weit ist. So haben die Bienen eine geringere Chance, eine enganliegende Stelle zu finden und zuzustechen. In meiner Freizeit bleibe ich einfach ganz ruhig, wenn eine Biene in meiner Nähe ist. So verschwinden sie auch ganz schnell wieder. Außerdem trage ich immer mein Notfallset bei mir, sollte es doch einmal zu einem Stich kommen. All dies gibt mir ein gutes Gefühl, sodass ich auch keine Angst vor einem Stich habe.

Welche Tipps können Sie anderen Insektengiftallergikern geben?

Sich nicht entmutigen zu lassen und keine Angst zu haben. Eine Hyposensibilisierung kann helfen. Wer also vom Imkern träumt oder es bereits betreibt und auch an einer Bienengiftallergie leidet, sollte seinen Traum nicht aufgeben. Weitere Informationen dazu unter: www.insektengiftallergie.de

ots/wk

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