DONALD TRUMP’s Karikatur brachte den großen Durchbruch … ‚Caricatura‘ zeigt Frank Hoppmann’s „Animalism“!

7 Aug
2017
Donald Trump, Frank Hoppmann

Donald Trump, 2016, Aquarell, Tusche und Bleistift auf Papier, 63,5 x 89 cm; © Frank Hoppmann

Frankfurt am Main – Bekannt war er schon vorher. Aber den internationalen Durchbruch schaffte er, als die renommierte Los Angeles Times im letzten Jahr Frank Hoppmann’s Karikatur des amerikanischen Präsidenten Donald Trump auf der Titelseite veröffentlichte.

Diese bitterböse, aber Trumps Mimik und Gestik so trefflich aufspießende Arbeit ist jetzt im Original neben vielen weiteren meisterhaften Porträts im ‚Caricatura Museum Frankfurt am Main‘ zu sehen. Unter dem Titel „Animalism“ zeigt das Museum für Komische Kunst am Weckmarkt bis zum 03. Dezember 2017 Hoppmann’s zugleich belustigend wie verstörend wirkenden Arbeiten.

Zu den Konterfeis von Politikern aller Couleur gesellen sich Karikaturen weiterer Personen im öffentlichen Rampenlicht: Schauspieler, Musiker, Sportler, Philosophen. Andere Sujets, die in den Arbeiten einer der besten Karikaturisten Deutschlands immer wieder aufscheinen, sind Fliegen und Schweine. „In seinen Porträts macht Hoppmann das Tierische im Menschen sichtbar, seine Schweine und Fliegen spiegeln den Menschen. ,Animalism‘ steht für zwei konträre Vorgänge – die Vermenschlichung der Tiere sowie die ,Vertierlichung‘ der Menschen“, betont Museumsleiter Achim Frenz … Skurrile dreidimensionale Objekte und Cartoons ergänzen seine Zeichnungen.

Frank Hoppmann

Frank Hoppmann mit Puppe – © Fabian Schellhorn

Bereits während seines Studiums veröffentlichte der 1975 im emsländischen Lingen geborene Zeichner erste komische Zeichnungen in der Lokalpresse. Außerdem arbeitete er als Gerichtszeichner für große Fernsehsender, Zeitungen und Zeitschriften. Als er sich selbst nach einer durchzechten Nacht zu Hause im Spiegel betrachtete, habe er 2002, so erzählte Hoppmann, das Thema für die Abschlussarbeit seines Design-Studiums an der Fachhochschule Münster gefunden: Für die Diplomarbeit  „Spirituosenliebhaberei hat viele Gesichter“ fertigte er gnadenlose 50 Portraits und rund 200 Skizzen betrunkener Frauen und Männer an und übte damit harsche Kritik an der Gesellschaft. Eine Auswahl wird in der höchst beeindruckenden Schau im ‚Caricatura Museum‘ präsentiert.

Bekannt wurde der Meister des komischen Porträtzeichnens aufgrund der pointierten Übersteigerungen und des bitterbösen Humors in den Darstellungen von Personen des Zeitgeschehens. „Dieser tiefgründige Blick, die Detailgenauigkeit sowie die Ausdrucksstärke seiner teils düster morbiden Portraits von Menschen und Tieren machen die Figuren selbstredend und deren Witz nachhaltig und zeitlos“, erklärt Frenz. Seine Werke wurden mit der Bezeichnung „Phantastischer Satirismus“ gewürdigt. Die Arbeitsweise des vielfach Ausgezeichneten ist dabei äußerst vielfältig: Er fertigt Zeichnungen und Aquarelle – mit Bleistift, Buntstift, Kohle, Tusche, Acryl oder Wasserfarben – bevorzugt auf Papier und Karton … aber auch Pappen und Holzplatten dienen dem exzellenten Cartoonisten und Illustrator als Maluntergrund.

Frank Hoppmann, der in Münster lebt und arbeitet, zeichnet als freischaffender Künstler unter anderem für „Die Welt“, „Welt am Sonntag“, „Rolling Stone Magazin“ und für das Satiremagazin „Eulenspiegel“. Auch in zahlreichen anderen Publikationen sind seine Karikaturen zu sehen, wie z.B. im „Stern“, „Handelsblatt“, in der „Süddeutsche Zeitung“ oder „taz“ – oder auch international in der „Los Angeles Times“ und „The Atlantic Times“.

Zur Ausstellung in der Caricatura Museum Edition (Verlag Antje Kunstmann) ist der Band „Animalism“ erschienen – Preis: 18,– Euro. – Besucher des laut Frenz „schönsten Museums der Welt“ sollten sich einen Rundgang durch die Dauerausstellung „Die Zeichner der Neuen Frankfurter Schule“ im zweiten Stock nicht entgehen lassen. Aus konservatorischen Gründen werden die Zeichnungen von F.W. Bernstein, Robert Gernhardt, Chlodwig Poth, Hans Traxler und F. K. Waechter in halbjährlichem Turnus neugehängt.

Die derzeitige Hängung bietet etwas ganz Besonderes: F.W. Bernstein hat acht Werke von Chlodwig Poth mit Gedichten humorvoll kommentiert, die in seinem Lyrik-Band „Frische Gedichte“ (Kunstmann-Verlag) kürzlich veröffentlicht wurden. Diese Bilder sind – zusammen mit den Gedichten – ebenfalls in der Ausstellung bis zum 03. Dezember 2017 zu sehen.

„Animalism“ von Frank Hoppmann im „Caricatura Museum Frankfurt – Museum für Komische Kunst“ bis 03. Dezember 2017 … weitere Informationen unter: www.caricatura-museum.de

Bernd Heier

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