Eine TRÜFFELPRALINE erinnert an den berühmten Orgelbauer Gottfried Silbermann (1683-1753) aus Freiberg (Sachsen)

3 Jul
2017

Freiberger Dom, Silbermannorgel,

Die Große Silbermann-Orgel im Freiberger Dom, Freiberg/Sachsen • By Dr. Bernd Gross (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3

Freiberg (Sachsen) – Eine Trüffelpraline ist es, um die es geht! … eingewickelt in silbernes Papier, versehen mit einer schön gestalteten Banderole. Sie soll an den Orgelbauer Gottfried Silbermann (1683 bis 1753) erinnern, der in Freiberg lebte und wirkte! Doch so einfach ist das nicht!

Ein sehr aufschlußreicher Artikel, den wir in der Tageszeitung „Freie Presse“, Chemnitz/Freiberg, entdeckten, berichtet über diese interessante Geschichte: Die Banderole der Praline zeigt in ihrem Zentrum auch die Silbermann-Orgel des Freiberger Doms, links und rechts sind der Name des Orgelbauers sowie seine Lebensdaten angefügt. Ein naheliegender Gedanke also, sie ‚Silbermann-Kugel‘ oder wenigstens ‚Silbermann-Praline‘ zu nennen. So oder so ähnlich heißt sie aber leider nicht. Die Sache ist nämlich komplizierter.

Die Idee zu dieser Praline wurde schon vor einigen Monaten geboren. Damals hielt Kristine Schmidt-Köpf, Geschäftsführerin der Gottfried-Silbermann-Gesellschaft mit Sitz am Schlossplatz, vor dem örtlichen Rotary-Club einen Vortrag über die Gesellschaft und die Möglichkeiten einer Erhöhung des Bekanntheitsgrades – sowohl der Stadt als auch der Orgeln und Kirchen. Ein Vorschlag war eine Nascherei, ähnlich der populären Salzburger Mozartkugel. Im Publikum saß auch Dr. Barbara Spohrer, Inhaberin der Pluspunkt-Apotheken in Freiberg: „Diese Idee gefiel mir“, erzählt sie: „Nach einer Weile fragte ich nach, ob und wie sie verwirklicht werden könne.“

Gemeinsam mit der Silbermann-Gesellschaft und Pat Hartmann, Chef der Konditorei Hartmann, machte sich Dr. Barbara Spohrer an die Verwirklichung der Idee. Eine Agentur entwickelte die äußere Gestaltung und Pat Hartmann kümmerte sich mit all seinem Können um die Rezeptur der Praline. „Am Ende gab es mehrere Varianten, die ich bei einer Probeverkostung vorlegte“, so Hartmann: „Die Wahl fiel letztlich eindeutig aus.“ Eingeschlossen von zarter Bitterschokolade besteht der Kern aus einer Mischung von Champagner- und Johannisbeer-Geschmack. Gekühlt schmeckt die Praline sehr erfrischend: „Die perfekte Mischung aus edel und heimatverbunden“, betont Pat Hartmann. Er freut sich besonders – gemeinsam mit Ehefrau Katja – über die gelungene Kreation.

Auch Dr. Barbara Spohrer ist mit dem Ergebnis mehr als zufrieden: „Das ist mein Dank an die Stadt, in der ich seit über vier Jahren lebe – und deren Menschen, die mich so gut aufgenommen haben.“ Vom wirtschaftlichen Erfolg profitieren allein die Silbermänner. Einen Euro kostet die Praline. Die Herstellungskosten bleiben bei der Konditorei, alles andere geht an die Gesellschaft.

Nun wurde – passend zur Orgelnachtwanderung – die fertige Trüffelpraline in all ihrer silbernen Pracht offiziell vorgestellt und im Café Hartmann im Beisein von Landrat Matthias Damm und Oberbürgermeister Sven Krüger – an die Silbermann-Gesellschaft übergeben. Später soll sie nicht allein im Café Hartmann verkauft werden, sondern nach Möglichkeit auch in anderen Geschäften der Stadt oder vielleicht sogar darüber hinaus.

Nur Silbermann-Kugel heißen darf sie leider nicht. Das hängt mit einem Dresdner Modegeschäft mit dem Namen ‚Silbermann‘ zusammen, das sich die Namensrechte hat schützen lassen und in diesem Fall keine Ausnahme macht. Dadurch kam nun die köstliche Süßigkeit zu dem etwas umständlichen Namen „Chalumeau-Champagner-Trüffel“.

‚Chalumeau‘ bezeichnet ein historisches Instrument, eine Schalmei, Vorläufer der Klarinette und zugleich ein seltenes Orgelregister. Bedauerlich sei das schon, sagt Pat Hartmann achselzuckend, aber auch ein wenig nachvollziehbar. Dem Volksmund allerdings kann man die eigene Wortwahl nicht verbieten. Und so ist anzunehmen, dass jenes süße neue Stück Freiberg sich letztlich doch unter dem Namen ‚Silbermann-Kugel‘ etablieren wird. Am Geschmack ändert das sowieso nichts, und der ist unterm Strich sowieso das wichtigste.

Hase und Bier: Nicht nur mit der neuen Kugel, die an Gottfried Silbermann erinnern soll, auch mit anderen Lebensmitteln macht Freiberg von sich reden. So gilt beispielsweise der Freiberger Bauerhase als Spezialität. Das Gebäck, das in der Osterzeit hergestellt wird, hat eine jahrhundertealte Tradition. Es feierte in diesem Jahr seinen 725. Jahrestag.

Das prominenteste Beispiel für ein Genussmittel aus der Bergstadt dürfte aber das Freiberger Pils sein. Seine Geschichte lässt sich bis ins Jahr 1850 zum „Commun-Brauhof zu Freiberg“ zurückverfolgen. Insgesamt zehn Biere umfasst das aktuelle Sortiment der Brauerei. 50.000 Flaschen pro Stunde können am Standort am Rande der Bergstadt abgefüllt werden.  –  (kok)

Wieland Josch, Freie Presse Chemnitz/Freiberg / -gw

Die Universitätsstadt Freiberg ist eine Große Kreisstadt und Bergstadt etwa in der Mitte des Freistaates Sachsen zwischen Dresden und Chemnitz. Sie ist Verwaltungssitz des 2008 gebildeten Landkreises Mittelsachsen. Der gesamte historische Stadtkern steht unter Denkmalschutz. Zahlreiche Gebäude sind ausgewählte Objekte für die vorgesehene Kandidatur zum UNESCO-Welterbe Montanregion Erzgebirge. Bis 1969 war die Stadt rund 800 Jahre vom Bergbau und der Hüttenindustrie geprägt. In den letzten Jahrzehnten findet ein Strukturwandel zum Hochtechnologiestandort im Bereich der Halbleiterfertigung und der Solartechnik statt, womit Freiberg zum Silicon Saxony gehört.  –  (Wikipedia)  

www.freiberg.de

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