Warum gibt es nach so vielen verheerenden Kriegserfahrungen immer noch keinen Frieden in unserer schönen Welt?

20 Mai
2017
Richard David Precht, Krieg, ZDF

Richard David Precht • Bild: ZDF

Mainz – Leider nehmen die bewaffneten Konflikte in der Welt immer noch kein Ende, wie zum Beispiel Krieg in Syrien, Waffengewalt in der Ukraine, Säbelrasseln zwischen Nordkorea und den USA!

Über Krieg und Frieden spricht Richard David Precht in seiner Sendung im ZDF am Sonntag, 21. Mai 2017, 00:00 Uhr, mit General a.D. Harald Kujat, dem ehemaligen Generalinspekteur der Bundeswehr und früheren Vorsitzenden des NATO-Militärausschusses:

Längst ist bekannt, dass Streitereien unter Großmächten nicht mit Waffengewalt gelöst werden können. Leider hat kein gewaltsamer Versuch eines „Regime Change“ je den gewünschten Erfolg gebracht, sondern beispielsweise die Lage im Irak, in Libyen oder in Syrien nur verschlimmert.

Staaten suchen kaum mehr nach dem Verbindenden, sondern nach Abgrenzung. Es scheint, dass die Feindbilder aus dem Kalten Krieg neu beschworen werden.

Auch die NATO ist ein Konstrukt des Kalten Krieges. Richard David Precht und Harald Kujat diskutieren unter anderem, ob ein militärisches Bollwerk gegen den Osten heute noch notwendig ist. Die Idee eines Russland-Beitritts, wie ihn die Präsidenten Gorbatschow und Putin schon vorschlugen, könnte, so Precht, der entscheidende Schritt zur friedlichen Koexistenz nicht nur in Europa sein.

Auch Prechts Gast plädiert in der Sendung dafür, Präsident Putin wieder an die europäischen Verhandlungstische einzuladen. Zudem kritisiert Kujat die Entwicklung der Bundeswehr nach dem Fall des Eisernen Vorhangs: „Wir haben die Bundeswehr in einer Weise zurückgefahren, dass sie nicht mehr in der Lage ist, ihre Aufgaben zu erfüllen.“

Ohne wirksame Zentralgewalt ist das Völkerrecht nicht durchsetzbar, das wussten schon die Philosophen Immanuel Kant und Johann Gottlieb Fichte. Ein „Völkerbund“ solle die Einhaltung zwischenstaatlicher Verträge kontrollieren und die Macht haben, Recht durchzusetzen. Die einzigen Garanten für den Weltfrieden scheinen heute die Vereinten Nationen (UN) und der UN-Sicherheitsrat zu sein. Bedarf es einer radikalen Reform der Weltorganisation, damit sie die Macht erhält, Kriegstreiberei Einhalt zu gebieten?

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ots/gw

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