„Göttlich Golden Genial. Weltformel Goldener Schnitt?“ im ‚Museum für Kommunikation‘ in Frankfurt am Main

10 Apr
2017
Goldener Schnitt, Göttlich, Genial

Das Signet der Ausstellung leitet sich von der Goldenen Spirale ab • Bild: Museum für Kommunikation Frankfurt am Main

Frankfurt am Main – Ideales Proportionsverhältnis nur schöner Mythos?

Wer ihn sucht, wird ihn auch finden: Im Werk Leonardo da Vincis, in Albrecht Dürers „Selbstbildnis im Pelzrock“, im Gesicht von Marilyn Monroe oder in der Architektur des Alten Rathauses Leipzig, sogar auf der Schale der Ananas. Im Internet begegnet er uns bei Katzenabbildungen und auch auf dem Pressefoto einer Prügelei im ukrainischen Parlament: Der Goldene Schnitt scheint allgegenwärtig.

Marilyn Monroe, Schönheit, Goldener Schnitt,

Das auf den Proportionen des Goldenen Schnitts basierende Gesichtsraster wurde von einem Schönheitschirurgen entwickelt und soll zeitlose Schönheit garantieren. Um dies zu verifizieren, wird die Maske an Schönheitsikonen wie Marilyn Monroe überprüft – © Alfred Eisenstaedt/Getty Images • Bild: Museum für Kommunikation Frankfurt am Main

Tatsächlich geht von dem Proportionsverhältnis, das im 19. Jahrhundert zur universellen Konstante des Harmonischen erhoben wurde, eine ungebrochene Faszination aus. Steckt hinter allem Schönen also ein mathematisches Prinzip? Oder ist die angebliche Weltformel nur ein schöner Mythos?

Erstmals geht nun eine Ausstellung diesem durchaus kontrovers diskutierten Phänomen aus verschiedenen Perspektiven auf den Grund. Nach Berlin ist die höchst unterhaltsame Schau „Göttlich Golden Genial. Weltformel Goldener Schnitt?“ nun im „Museum für Kommunikation“ in Frankfurt am Main zu sehen.

Noch bis zum 23. Juli 2017 erkundet die multimediale Präsentation faszinierende Formwelten und hinterfragt durchaus kritisch Geschichte wie auch Anwendungen des Goldenen Schnitts. Rund 250 Exponate aus Architektur, Kunst, Design, Natur und Musik zeigen, wie die „göttliche Teilung“ bei den verschiedensten Entstehungsprozessen funktioniert.

 Auf der Suche nach dem Faszinosum „Goldener Schnitt“ können Besucherinnen und Besucher in der vielseitigen interaktiven Schau mit einer „goldenen“ Schablone Exponate analysieren, ihre eigenen Gesichtszüge holografisch mit den Goldenen Proportionen vergleichen, goldene Flächen puzzeln oder auf einer speziell für die Ausstellung konzipierten Orgel goldene Musik spielen.

Schließlich tauchen sie mit einer VR-Brille in eine konsequent nach den Regeln des Goldenen Schnitts gestaltete virtuelle Realität ein. Jeder kann dabei überprüfen, ob diese das Versprechen ästhetischer Vollkommenheit einlöst.

Wer sich mit der faszinierenden Thematik vertiefend auseinandersetzen möchte, findet in dem Begleitband zur Ausstellung profunde Artikel (Preis im Museum: 19,90 Euro).

Weitere Informationen unter:  www.museumsstiftung.de

Bernd Heier

Ihre Meinung ist uns wichtig

oben