Fußballlegende Karl-Heinz Körbel ließ sein Gehirn für ‚Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung‘ scannen … nun kommt es ins Museum!

29 Mrz
2017

Von links nach rechts: Dr. Martin Čepek, Prof. Dr. Michael Madeja, Karl-Heinz Körbel und Dr. Tobias Kaltenbach • ©Senckenberg/Tränkner

Frankfurt am Main / Bad Soden – Rekordbundesligaspieler und Leiter der ‚Eintracht Frankfurt Fußballschule‘, Karl-Heinz „Charly“ Körbel, hat sich jetzt im Krankenhaus Bad Soden ins MRT gelegt, um sein Gehirn für die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung scannen zu lassen.

Der Scan dient als Grundlage für das begehbare Gehirn – das Highlightexponat im Bereich „Mensch“ – des neuen Senckenberg Naturmuseums, den die ‚Gemeinnützige Hertie-Stiftung‘ mit 1 Million Euro fördert. Im vergangenen Sommer hatte sich Körbel im Online-Voting „Wessen Gehirn kommt ins neue Museum“ klar gegen Albert Einstein, Affenforscherin Jane Goodall und einen unbekannten Senckenberg-Fan durchgesetzt.

50-mal größer als in der Realität und zu Fuß erkundbar – das begehbare Gehirn im neuen Senckenberg Naturmuseum soll faszinieren und über den „Mensch als System“ informieren. Über 2.300 Teilnehmer entschieden, dass „Charly“ für das Exponat Modell stehen soll. „Ich empfinde die Wahl als große Ehre – das wird schon etwas ganz Besonderes, durch das eigene Gehirn laufen zu können!“, freut sich Karl-Heinz Körbel.

„Aus den Scans wird ein kleines Modell im 3D-Drucker angefertigt, das dann wiederum als Vorlage für das XXL-Modell dienen wird“, erläutert Dr. Martin Čepek, Leiter Stab Zentrale Museumsentwicklung, Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung: „Das begehbare Gehirn wird unser Highlightexponat im Bereich Mensch des Neuen Museums.“

So soll das begehbare Gehirn aussehen – jetzt wurde die Grundlage für das Modell geschaffen • ©Modell: Hertie-Stiftung 2016, Alexander Grychtolik/Foto: U. Dettmar

Mit 602 Spielen hält Körbel den Rekord als Spieler mit den meisten Bundesliga-Einsätzen. Seine größten Erfolge sind der UEFAPokalsieg mit Eintracht Frankfurt im Jahr 1980 sowie vier DFBPokalsiege. Dabei musste er mit Köpfchen spielen: Hirnforscher fanden heraus, dass Fußballspielen dem Gehirn mehr abverlangt als beispielsweise Schach.

„Fußballer müssen bei relativ hohen Geschwindigkeiten und in Bruchteilen von Sekunden nicht nur ihre eigenen Bewegungen steuern, sondern auch die Positionen ihrer Teamkollegen und Gegner berücksichtigen und im dreidimensionalen Raum Bewegungsrichtung und Geschwindigkeit des Balles berechnen – eine Leistung des Gehirns, die kein noch so großer Computer schafft“, ergänzt Prof. Dr. Michael Madeja, Neurowissenschaftler und Geschäftsführer der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung.

„Schön, dass Charly Körbel und Senckenberg uns den medizinischen Teil des Projekts anvertraut haben“, freut sich der Geschäftsführer der Kliniken des Main-Taunus-Kreises Dr. Tobias Kaltenbach. Die Kliniken sind medizinischer Partner vieler Sportler. Im Rahmen des „Projekt Senckenberg 2020 – Neues Museum“ wird die Grundfläche des Frankfurter Naturmuseums bis 2020 fast verdoppelt.

Dabei entstehen auch die vier neuen Ausstellungsbereiche Mensch, Erde, Kosmos und Zukunft. Im Bereich „Mensch“ fördert die Gemeinnützige Hertie-Stiftung einen Ausstellungsteil zum Thema „Mensch als System“ mit 1 Million Euro, dieser wird gemeinsam mit Senckenberg inhaltlich konzipiert und umgesetzt.

Für die große Um- und Neubauaktion wird eine Summe von 56 Millionen Euro benötigt, die über die Fundraising-Kampagne unter dem Slogan „Die Welt baut ihr Museum“ gesammelt wird. Mehr unter: www.die-welt-baut-ihr-museum.de

Seine 200-jährige Erfolgsgeschichte feiert Senckenberg in diesem Jahr mit einem bunten Programm, das aus vielen Veranstaltungen, eigens erstellten Ausstellungen und einem großen Museumsfest im Herbst d.J. besteht. Natürlich werden auch die aktuelle Forschung und zukünftige Projekte präsentiert. – Weitere Infos unter: www.200jahresenckenberg.de

gw

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