Über 6 Millionen Menschen in Deutschland wünschen sich ein Kind: Jetzt hilft ein „Temperatursensor“, fruchtbare Tage im Schlaf zu finden!

10 Mrz
2017

Bild: startnext

Bonn – Hormonfreies Wearable „trackle“ optimiert Temperaturmethode … Im Mittelpunkt stehen eine einfache Anwendung und sichere Prognosen … Der Markteintritt soll nach Abschluss eines Crowdfundings geschafft werden.

In Deutschland haben über sechs Millionen Menschen einen Kinderwunsch, der sich nicht so leicht verwirklicht wie erhofft – für zwei Millionen bleibt er dauerhaft unerfüllt. Eine natürliche Möglichkeit, die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft zu erhöhen, ist die Temperaturmethode … sie ist sehr zuverlässig und seit Jahrzehnten bestens erforscht. Allerdings ist sie auch aufwändig und birgt Fehlerquellen. Das neue hormonfreie Wearable „trackle“ hat die Temperaturmethode verbessert, automatisiert und in die digitale Welt übertragen. Frauen finden ihre fruchtbaren Tage dadurch buchstäblich wie im Schlaf. Mit einem Crowdfunding will das Medizinprodukt noch in diesem Jahr den breiten Markteintritt schaffen.

„trackle“ basiert auf standardisierten Methoden der symptothermalen Familienplanung, die sehr gut erforscht sind. Im Mittelpunkt steht die tägliche Erfassung und exakte Bestimmung der niedrigsten Körperkerntemperatur. Zusätzlich werden weitere Informationen zum Zyklus erfasst. Die Temperaturmethode wird von vielen Frauen zur Familienplanung sowie zur Verhütung eingesetzt und ist so sicher wie die Pille – bei korrekter Anwendung. Aber genau hier liegt eine Hürde: Die Umsetzung ist nicht so einfach und gilt bei vielen Frauen deshalb als unsicher. Beispielsweise ist die nur punktuell gemessene Aufwachtemperatur oft durch äußere Einflüsse ungenau. Auch die Übertragung der Temperatur per Hand auf das Zyklusblatt oder in eine App birgt Fehlerpotenzial.

Der Temperatursensor „trackle“ bewahrt die Vorteile der bewährten Temperaturmethode und minimiert gleichzeitig häufige Fehlerquellen: Das kleine Wearable ist tampongroß, voll in Silikon gegossen und wird in der Nacht vaginal getragen. Dort wird die Körperkerntemperatur über die gesamte Dauer des Schlafes äußerst zuverlässig und genau gemessen. Morgens sieht die Nutzerin die Ergebnisse sofort und anschaulich auf ihrem Smartphone. Katrin Reuter, Gründerin und Geschäftsführerin von „trackle“, erklärt: „Tagsüber kommt der Sensor in seine Box zum Aufladen. Von dort werden die Daten drahtlos auf das Handy übertragen. Die ‚trackle‘- App zeigt dann genau an, ob sich die Frau in einer fruchtbaren oder nicht fruchtbaren Zyklusphase befindet. Durch die intelligente Technik macht das selbstlernende System extrem gute Prognosen.“

Auch die Frauenärztin Dr. Tonja Ameziane aus Bonn ist von dem innovativen System überzeugt: „Aus medizinischer Sicht ist ‚trackle‘ absolut sinnvoll. Bei jeder Frau steigt die Körperkerntemperatur um den Zeitpunkt des Eisprungs herum an. Das ist somit ein sehr wichtiges Merkmal zur Bestimmung der Fruchtbarkeit und auch für uns Ärzte sehr aussagekräftig.“ Der Wert wird in Beziehung zu den Werten der anderen Nächte gesetzt, um verlässlich den Eisprung vorherzusagen. Die Suche nach den fruchtbaren Tagen kann durch das zertifizierte Medizinprodukt einfach in den Alltag integriert werden.

„trackle“ wurde in Deutschland entwickelt, auch die Produktion wird vollständig in Deutschland sitzen. Um den Markteintritt zu ermöglichen, hat die ‚trackle GmbH‘ – ein Hightech Startup aus Bonn / im Dezember 2015 gegründet – eine Crowdfunding-Kampagne auf www.startnext.de ins Leben gerufen. Reuter ist davon überzeugt, dass der Bedarf groß ist: „Mit dieser Kampagne sammeln wir Geld und Vorbestellungen, um den Markteintritt so bald wie möglich realisieren zu können.“

Das Projekt kann auf www.startnext.de/trackle unterstützt werden. Dort stehen verschiedene sogenannte „Dankeschöns“ wie ein Early Bird trackle System sowie Fan- und Erlebnispakete bereit. Für die langfristige Finanzierung hat sich das Unternehmen bereits Unterstützung von Investoren/-innen und Institutionen wie der NRW.Bank gesichert sowie weitere Unterstützung aus Startup-Wettbewerben wie dem Rheinland-Pitch. Vom Beirat „Digitale Wirtschaft NRW“ ist ‚trackle‘ als eines der zehn innovativsten Startups vom 20. bis 24. März zur CeBIT eingeladen worden: Startup-Halle „Scale 11“ am DWNRW-Stand, Halle 11, B 56.

ots/gw

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