Mit zwei großen Ausstellungen feiert das „Deutsche Ledermuseum“ in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen!

2 Feb
2017

Bild: By Stadt Offenbach am Main [CC-BY-SA-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)

Offenbach – 100 Jahre Deutsches Ledermuseum (1917-2017)! Im Jahre 1917 wurde das Museum von Hugo Eberhardt in der einst florierenden Lederstadt Offenbach am Main ursprünglich als Sammlung von historischen Vorbildern für die Ausbildung  junger Designer, Handwerker und Lederwarenproduzenten gegründet.

Bis heute konnten mehr als 30.000 Objekte aus allen Kulturen und Epochen zusammengetragen werden, die sich auf drei Sammlungsbereiche – der Angewandten Kunst, der Ethnologie und des Deutschen Schuhmuseums – aufteilen. Damit ist das Deutsche Ledermuseum das weltweit einzige Museum, das ausschließlich alles rund um das Material Leder sammelt und präsentiert. Im Jubiläumsjahr wird gezeigt, über welche Schätze das Deutsche Ledermuseum verfügt – zum Teil noch verborgen in den Magazinen – und wie man sich die Zukunft des Museums vorstellt.

Zwei Ausstellungen laden ein, die Vielfalt des Materials Leder und die Qualität der Sammlungsobjekte zu entdecken – von klassischen Lederwaren über herausragende Einzelwerke bis hin zu neuesten Objekten aus artverwandten Materialien.

Linking Leather – Die Vielfalt des Leders: 17. März bis 22. Oktober 2017

Zum Auftakt wird ab 17. März die Ausstellung Linking Leather – Die Vielfalt des Leders, eine multimediale, interaktive Installation, die sich ganz dem Material Leder widmet – präsentiert. Leder ist einer der ältesten Werkstoffe der Menschheit, der von allen Ethnien, von Urzeiten bis heute zum Schutz und zu unterschiedlichstem Gebrauch – wie auch zum Schmücken und Verzieren – genutzt wird. Rindsleder, Lammleder, Nubuk, Velour oder Ananasleder – der Vielfalt sind kaum Grenzen gesetzt.

Lederarten unterscheiden sich nicht nur in ihrem Ausgangsmaterial, der Tierhaut, sondern auch in der Gerbmethode, die eine unterschiedliche Optik und Haptik entstehen lässt. In der interaktiven Installation haben die Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, sich mit der Materialität des Leders vertraut zu machen. Die multimediale Ausstellung mit mehreren Projektionsflächen wird durch das Herantreten des Besuchers aktiviert.

An verschiedenen Stationen können über Gestensteuerung Text und Bilder aufgerufen werden, durch die sich assoziativ weitere Inhalte erschließen. So werden nach und nach verschiedene Lederarten und -techniken in einen größeren Kontext eingebunden und spielerisch erklärt. Welche unterschiedlichen Arten von Leder gibt es? Was sind die bekanntesten Gerbverfahren, und seit wann werden sie angewandt? Welche veganen Lederalternativen gibt es, und wie steht es in der Lederindustrie um das Thema Umweltschutz? Auch laden Fühlstationen dazu ein, Lederarten zu berühren und sie in ihrer Vielfalt kennenzulernen.

Die Präsentation wird in enger Kooperation mit Studierenden unter Leitung von Prof. Frank Zebner, Design Innovation Institute Offenbach, an der Hochschule für Gestaltung (HfG) Offenbach entwickelt. „Die Ausstellung ist ein wichtiger Schritt zur Umwandlung des Deutschen Ledermuseums in ein Museum des 21. Jahrhunderts und dient als Versuchsfeld für die Einbettung modernster Medien bei der zukünftigen Neuausrichtung des Museums. … „,  so Dr. Inez Florschütz, Direktorin des Deutschen Ledermuseums.

Die zweite Ausstellung im Jubiläumsjahr eröffnet am 15. September 2017 (bis 25. Februar 2018)

Hier stehen herausragende Sammlungsobjekte mit ihrer individuellen Geschichte und Beschaffenheit im Zentrum. In jedes Objekt, gleich welcher Ethnie, Herkunft oder Zeit, ist die Entstehungszeit und Kulturgeschichte gleichsam eingeschrieben. Daneben entwickeln sich spannende Dialoge und Querverweise zwischen den Werken: So trifft das älteste Objekt der Sammlung, ein ägyptisches Gefäß aus Rohhaut, auf das neueste, einen Turnschuh aus recycelten Materialien. Die Hutschachtel von Johann Wolfgang von Goethe wird zusammen mit den Hausschuhen von Ulrike von Levetzow, Goethes letzter (unerfüllter) Liebe, gezeigt. Im Deutschen Ledermuseum begegnen sie sich jetzt erstmals.

Deutsches Ledermuseum, Frankfurter Straße 86, 63067 Offenbach/Main – Telefon: 069-8297980 Dienstag bis Sonntag, 10:00 bis 17:00 Uhr.
Ab Frankfurt Hbf.: S-Bahn S1, S2, S8, S9 bis Station „Ledermuseum“, Ausgang Ludwigstr. (15 Min.)  –  www.ledermuseum.de

gw

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