Mit ‚WorksiteSponsoring-Programm‘ unterstützt die Degussa Bank seit 2008 internationale Hilfsprojekte!

17 Jan
2017

Ein von der Degussa Bank gesponserter Computerraum – © Schröck

Frankfurt am Main – Reinhard Schröck, ehemaliges Degussa Bank-Vorstandsmitglied in Tansania: Besuch der Duluti School … ein beeindruckender Reisebericht:

„Im Rahmen meiner Afrikareise im September 2016 habe ich mit meiner Schwester die von der Degussa Bank geförderte Duluti Secondary School in Arusha/Tansania besucht und im Gästeraum der Schule übernachtet. Zusätzlich hatten wir zwei Tage lang die Gelegenheit, mit einigen deutschen pensionierten Professoren und Lehrern – die für den gemeinnützigen Verein PROBONO ein Lehrerausbildungsprogramm in Tansania unterstützen – über ihr Projekt, Schulen, Land und Kultur zu sprechen. Es waren eindrucksvolle drei Tage,“ so Reinhard Schröck.

Arusha liegt am Fuß des circa 4.600 Meter hohen Mount Meru. Obwohl es dort oft über längere Perioden nicht regnet, ist die Gegend um Arusha eine der am intensivsten genutzten landwirtschaftlichen Flächen in Tansania. Das ermöglicht der hohe Berg, an dessen Ostflanke sich fast ständig Nebel und Wolken bilden. Bäche führen die Feuchtigkeit ins Tal und ermöglichen „blühende“ Landschaften mit bis zu drei Ernten pro Jahr. Duluti ist ein Stadtteil der sehr weitläufigen „Stadt“ Arusha. Die nach dem Stadtteil benannte Schule ist ein Internat, das derzeit 478 Schüler beherbergt, die von 29 Lehrern betreut werden.

Die Mensa – © Schröck

Bewerbungen von Jugendlichen aus dem ganzen Land

Die Schule umfasst eine Secondary School (Klasse 8 – 11), derzeit circa 380 Schüler, und die High School (Klasse 12 + 13). Die normale Klassenstärke in der Duluti School beträgt 45 Schüler. In Tansania sind durchaus auch Klassenstärken von 70 bis 80 Schülern anzutreffen. Da die Schule einen guten Ruf hat, bewerben sich Jugendliche aus dem ganzen Land. Anhand eines von der Schule in Eigenregie durchgeführten Eingangstests werden die besten 150 pro Jahrgang aufgenommen. Religion, Geschlecht und ethnische Zugehörigkeit spielen dabei nach Auskunft des Schuldirektors keine Rolle. Insgesamt besuchen mehr Jungen als Mädchen die Schule. Circa zwölf Wochen im Jahr sind Ferien, und die Kinder sind dann zu Hause bei ihren Familien.

Da in Tansania Schulpflicht nur bis zur Klasse 7 besteht, ist der Schulbesuch einer Secondary oder High School freiwillig, wird aber auch nicht vom Staat unterstützt. Das in der Duluti School zu zahlende Schulgeld beträgt circa 260 Euro pro Kind und Jahr, was sich bei einem durchschnittlichen Monatseinkommen von 40 Euro nur besser gestellte Familien leisten können, und das auch meist nicht für alle Kinder.  Auf den Kindern lastet ein gewaltiger Druck, denn meist hat der gesamte Clan das Schulgeld gemeinsam aufgebracht und erwartet nach abgeschlossener Ausbildung „angemessene“ Rückzahlung für die Clanmitglieder.

Hausversammlung der Jungs – © Schröck

Lehrer verdienen zwischen 150,– und 300,– Euro im Monat

Ziel der Schule ist, die Schülerzahl auf 700 zu erweitern. Schulträger ist eine christliche Bruderschaft, vier Pater leben auf dem Gelände und gehören dem Lehrerkollegium an. Pater Kristantus ist Schuldirektor. Unterrichtet werden zwölf Fächer: Englisch, Kisuaheli, Mathe, Physik, Chemie, Biologie, Computer, Buchhaltung, Business, Geschichte, Politik und Geografie. Besonders schwierig sei es, qualifizierte Lehrer für Business zu bekommen, abgeschwächt gilt dies auch für die naturwissenschaftlichen Fächer. Oft helfen pensionierte Lehrer aus.

Keine Spannungen zwischen den Religionen

Derzeit stellen Katholiken 49 % der Schüler, 37 % sind Lutheraner, 7 % Anglikaner, 6 % Moslems und 1 % hängen sonstigen oder keiner Religion an. In Tansania sind 50 % aller Bewohner Moslems, allerdings sind im Regierungsbezirk Arusha die Christen die mit Abstand stärkste Glaubensgemeinschaft. Zwischen den Religionsgemeinschaften soll es keine großen Spannungen geben. Der derzeitige Präsident Tansanias ist ein Moslem.

Mit der Partnerschule, dem Lessinggymnasium in Frankfurt am Main, werden unter anderem gemeinsame Unterrichtsprojekte durchgeführt (zum Beispiel Beschreibungen der jeweiligen Gesellschaft und Kultur), und es gibt regelmäßig gegenseitige Besuche kleiner Gruppen. … Die Degussa Bank leistet mit ihrem jährlichen Förderbetrag einen sinnvollen Beitrag zur Entwicklung in Tansania.

Ein Zimmer des Mädchenwohnheims – © Schröck

Großer Erfolgsdruck

Das Mädchenwohnheim ist ein karger Betonbau mit 17 Schlafräumen. Die Räume haben keine Türen, keinen Bodenbelag, die Wände der Zimmer sind aus Belüftungsgründen nicht bis zur Decke hochgezogen. In jedem der knapp 15 Quadratmeter großen Zimmer leben acht Mädchen. Für die 136 Hausbewohnerinnen stehen insgesamt 20 Waschbecken, acht Duschen und zwölf Toilettenkabinen ohne Türen zur Verfügung. … „Das Engagement der Schüler und Lehrer, denen wir begegnet sind, hat uns beeindruckt. Auch die Idee der Partnerschaft zwischen jeweils einer deutschen und einer tansanischen Schule hat uns voll überzeugt,“ betont Reinhard Schröck. …

Globales WorksiteSponsoring

Mit dem WorksiteSponsoring-Programm unterstützt die Degussa Bank seit 2008 internationale Hilfsprojekte. Die Wirtschaft bewegt sich im globalen Kontext, deshalb ist es umso wichtiger, sich dieser Tatsache zu stellen und in vielen Regionen der Welt Gutes zu tun. Jedes Jahr werden nachhaltige Hilfsprojekte gemeinnütziger deutscher Vereine in Entwicklungsländern gefördert, um die Lebenschancen und den Alltag der Menschen vor Ort zu verbessern. Viele Kollegen besuchen die Unternehmungen regelmäßig vor Ort und berichten anschließend von den Fortschritten und ihren persönlichen Eindrücken – so wie Herr Reinhard Schröck.

www.worksitenews.de

gw

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