Durchwachsenes Jahr für deutsche Chemie – leichter Umsatzanstieg für 2017 erwartet! VCI-Präsident Kurt Bock: Mit Chemie 4.0 globale Top-Position behaupten!

10 Dez
2016
vci

VCI-Präsident Kurt Bock bei Jahrespressekonferenz – Foto: VCI

Wiesbaden – Die chemisch-pharmazeutische Industrie blickt auf ein durchwachsenes Jahr zurück. Insgesamt stieg die Chemie-Produktion schwächer als erwartet – nur um 0,5 Prozent.

Wegen der erneut sinkenden Herstellerpreise ging der Branchenumsatz um 3 Prozent auf 183 Milliarden € zurück. Von dieser Entwicklung waren die einzelnen Sparten unterschiedlich betroffen. Als robust erwies sich erneut die Pharma-Nachfrage. Die Hersteller konnten ein Produktionsplus von zwei Prozent erzielen.

 „Diese Bilanz mag in Anbetracht der politischen Turbulenzen in Europa und der Verunsicherung vieler Marktteilnehmer nicht überraschen – für uns ist sie gleichwohl unbefriedigend“, stellte Kurt Bock, der neue Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), auf der Jahrespressekonferenz fest. Trotz eines schwierigen weltwirtschaftlichen Umfeldes konnte Deutschlands drittgrößte Branche Investitionen, Kapazitätsauslastung und Beschäftigung stabil halten. Die Beschäftigtenzahl ist mit 446.300 Mitarbeitern unverändert und dürfte auch 2017 auf diesem hohen Niveau bleiben. Die Forschungsbudgets der Branche wurden 2016 erneut aufgestockt. Insgesamt gaben die Unternehmen den Rekordbetrag von rund 10,7 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung aus – 2 Prozent mehr als im Vorjahr.

Zu den Aussichten der Branche sagte Bock: „Zum Jahresende 2016 ist der Umsatz zwar wieder gestiegen, aber eine Trendwende können wir darin noch nicht erkennen. Das Chemiegeschäft dürfte 2017 ohne nennenswerte Dynamik bleiben“. Der Verband geht von einem leichten Produktionsplus von 0,5 Prozent aus. Der Gesamtumsatz dürfte bei leicht ansteigendem Preisniveau um 1 Prozent auf 185 Milliarden € zulegen.

Kurz- und mittelfristige Schwankungen der Konjunktur sind in einem marktwirtschaftlichen System normal. Die Welt der chemischen Industrie befindet sich laut Bock aber darüber hinaus grundsätzlich in einem Umbruch. Zudem müsse sich die Branche durch Globalisierung und Digitalisierung der Wertschöpfungsketten darauf einstellen, ihre Produktionsweisen und Geschäftsmodelle zu verändern.

„Ich bin überzeugt, dass wir erneut vor einer Weichenstellung unserer Branche stehen. Chemie 4.0 drückt dies aus und ist mehr als nur die weitere Digitalisierung der chemischen Industrie“, betonte Bock: „Chemie 4.0 steht für die Strategie, durch Innovationen auf allen Ebenen nachhaltiges Wachstum für die Branche zu erzeugen. Mit Chemie 4.0 arbeiten wir daran, dass wir unsere globale Top-Position weiterhin behaupten – und so unseren Beitrag zum Standort Deutschland auch in Zukunft leisten werden.“

Bernd Heier

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